Bücher | Medien nach Erscheinungsdatum

Virginie Aladjidi, Lavendel, Lilie, Löwenzahn

„Auf der Welt gibt es ungefähr 230000 Blütenpflanzen. Die meisten davon wachsen in tropischen Regenwäldern. In Europa unterscheidet man ungefähr 12000 Arten. Blütenpflanzen traten erstmals vor etwa 140 Millionen Jahren auf, also lange vor dem Menschen.“

Auf 58 Bildtafeln werden auf einem Blumenspaziergang 66 Blütenpflanzen aus aller Welt, nach ihren Farben geordnet, vorgestellt. Dazu zählen Primelgewächse, wie die Schlüsselblume ebenso wie Korbblütler, zu denen Löwenzahn oder Sonnenblume gerechnet werden oder Liliengewächse wie die Tulpe.

Clemens Lindner, Waltherpark

Der Sinn von Denkmälern muss immer wieder neu definiert werden, unbestritten sind diese Stelen, Figuren und Obelisken freilich als Orientierungshilfe bei der Müllentsorgung, als Treffpunkte für erotische oder psychodelische Rendezvous und schließlich als ideale Schauplätze für literarische Morde.

Clemens Lindner baut das Schicksal seines Helden Fetz rund um das Waltherdenkmal am Waltherplatz zu Innsbruck auf. In einer Welt voller Fiktion und Spielereien wird das Denkmal des mittelalterlichen Ober-Minnen zu einer Schnittstelle zwischen Wahn und Wirklichkeit. In einem Waltherzitat als Vorspann wird darauf hingewiesen, dass niemand ohne eine gewisse Grundfeindschaft leben kann.

David Levithan, Letztendlich geht es nur um dich

„Er steuert auf die Schule zu und kriegt nicht mit, dass ich praktisch vor ihm stehe. Ich könnte rufen, aber das mag er nicht. Das tun nur Mädels, die es nötig haben, sagt er – ständig nach ihren Freunden rufen. Es tut weh, dass er mich so sehr erfüllen kann und ich ihn so wenig.“

Rhiannon steckt bereits seit einem Jahr in einer Beziehung mit ihrem Freund Justin, was die meisten ihrer Freundinnen und Freunde nur schwer verstehen können, gibt sich Justin doch sehr gefühlskalt und egozentrisch. Vor allem scheint er viel wichtiger für sie zu sein wie sie für ihn. Als sich Justin eines Tages mit ihr die Schule schwänzt und ans Meer fährt, ist Rhiannon vollkommen verwirrt aber glücklich. Justin scheint sich zum ersten Mal richtig für sie zu interessieren.

Norman Lewis, Neapel '44

Reisebücher beschreiben meist ein Stück Geographie mit mehr oder weniger interessanten Menschen drin, eine spezielle Form ist jene, die dabei ein Stück Zeitgeschichte bereist.

Norman Lewis wird 1943 in einem Schnellsiedekurs zu einem Nachrichtenoffizier für die Nachkriegszeit ausgebildet, Schwerpunkt dabei: Verwaltung eines Gebietes, das eben frisch von der Armee befreit worden ist. Ab dem Herbst 1943 ist der Erzähler etwa ein Jahr lang in Neapel stationiert, dabei ändern sich die Aufgaben beinahe stündlich.

Jörg Mühle, Tupfst du noch die Tränen ab

„Aua! Hasenkind ist hingefallen! Hoffentlich ist nichts passiert. Lass uns mal schauen. Oje – voll auf den Arm, das tut weh!“

Wie lässt sich ein kleines Kind trösten, das sich gerade wehgetan hat. Eine kleine Geschichte hilft immer, lenkt ab und zeigt, dass auch anderen Kindern Unglück widerfährt und wie diese mit ihrem Schmerz umgehen.

Lena Avanzini, Auf sanften Schwingen kommt der Tod

Wie Mais, Erz oder Altreifen werden Krimis mittlerweile als Massengut transportiert und in Tonnen abgerechnet. Dabei ist der Container noch die kleinste Abrechnungseinheit, es gibt Buchhandlungen, die ordern ganze Schiffsladungen von abgerundeten Krimis. Um in diesem Schüttgut den Überblick zu behalten, nummerieren die Autorinnen ihre Fälle durch, das hilft bei der Abrechnung, und auch die Leser sind froh, wenn sie sich eine Zahl merken können statt eines nichtssagenden Titels.

Lena Avanzini ist also jetzt beim zweiten Fall der Carla Bukowski und die größte Spannung tritt auf bei der Überlegung, wie viele es noch werden könnten. Gleich zu Beginn wird durch geschicktes Verhör ein Fall in Highspeed geklärt, eine Frau, die beinahe in flagranti beim Morden erwischt worden ist, gesteht diesen beinahe spontan.

Harald Haarmann, Auf den Spuren der Indoeuropäer

„Die meisten historischen und rezenten Weltsprachen, d. h. Sprachen mit globalem Kommunikationspotential, gehören genealogisch zur indoeuropäischen Sprachfamilie […]. Wie kam es zu dieser Erfolgsgeschichte der indoeuropäischen Sprachen? Wo liegen ihre Ursprünge?“ (11)

Bereits im Mittelalter gab es erste Versuche Sprachfamilien wie romanische und germanische Sprachen zu unterscheiden. Im 17. Jahrhundert wurden erstmals ernstzunehmende Versuche unternommen übergreifende Sprachfamilien zu erkennen, was aus der Beschäftigung europäischer Gelehrter mit der indischen Sprache und Kultur zurückgeht. In dieser Zeit setzte eine zahlreiche Sammeltätigkeit von Sprachen ein, wie z.B. in Russland und den Zaren Peter I. und Katharina II. oder in Amerika, wo George Washington die Inventarisierung der Indianersprachen vorantrieb.

Martin Kolozs, Zur höheren Ehre

Manchmal sind es kleine Überlegungen, die eine große literaturhistorische Idee auf die Beine bringen. Lässt sich etwa die Tiroler Literatur dadurch beschreiben, dass in ihr immer wieder schizophrene Zwillinge als Priester und Dichter auftreten? Stark wäre diese Theorie, weil es ja eine gegenteilige Faustregel gibt: Die Religion verdunkelt, die Literatur erhellt!

Martin Kolozs stellt vier sogenannte Priesterdichter probehalber hintereinander und macht eine Gedankenkette heraus. Reimmichl, Bruder Willram, Josef Weingartner und Reinhold Stecher liefern fallweise verblüffende Zusammenhänge, bis auf Stecher sind sie alle Osttiroler, die Lesen und Schreiben als Religion gelernt haben, alle zweifeln in ihren Schriften zwischendurch an ihrer Begabung, halten aber dennoch in Religion und Schrift durch, Reimmichl und Reinhold Stecher sind zudem ungebrochene Best- und Longseller in Tirol, sie liefern offensichtlich eine Welt, die das lesende Tiroler Publikum sucht und durch Kauf belohnt.

Christine Henkel, Mein erstes Wimmelbuch – Jahreszeiten

„April – Die Vögel bauen ihre Nester und beginnen zu brüten. Auch die Zugvögel sind jetzt alle wieder da. Schmetterlinge und Bienen erwachen und der Löwenzahn blüht.“

Die Natur bietet im Laufe der Jahreszeiten ein buntes Spektakel in der Tier und Pflanzenwelt. Während ein Teil der Vögel in den Süden zieht und ein anderer Teil der Tiere sich in den Winterschlaft oder zur Winterruhe begeben, versuchen die restlichen Tiere die kalte Jahreszeit durch ihr angepasstes Verhalten zu überdauern. Aber die Jahreszeiten schreiten voran und werden zunehmend wärmer.

Michael Jensen / David Powers King, Weltenweber

„Bosch hatte recht gehabt: Prinzessin Tyra war das bezauberndste Mädchen, das er je gesehen hatte. Nels erhob sich unwillkürlich, als hätte ihre Gegenwart ihn verhext und dazu gezwungen.“ (48)

Der siebzehnjährige Nels lebt zurückgezogen mit seiner Mutter auf einem Cottage am Rande von Cobblestown und träumt davon, einmal ein Ritter von Averand zu sein. Seine Mutter ist Weberin und versucht ihn mit allen Mitteln von der Außenwelt fernzuhalten und lässt ihn selbst über die Ermordung seines Vaters im Unklaren. Als seine Mutter für längere Zeit auf Reise geht, nutzt Nels die Gelegenheit, das alljährliche Sommerfest in Cobblestown zu besuchen, wo regelmäßig auch ein Knappe ausgewählt, der zum Ritter ausgebildet werden soll. Nels ahnt nicht, dass der Besuch des Festes sein Leben von Grund auf verändern wird.

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