Bücher | Medien nach Erscheinungsdatum

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Florian Kronbichler, Was gut war

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Je verunsicherter ein Land die eigene Identität überstreift, um so heftiger klammert es sich an Heroen und wenn es Strohhalme sind.

Walter Klier, Meine konspirative Kindheit

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Die Biographie ist gewissermaßen die Aktzeichnung der erotischen Genauigkeit. Walter Kliers konspirative Kindheit funkt und knistert daher ordentlich in der Tiroler Zeitgeschichte herum, denn das so genannte eigene Schicksal des erzählenden Ichs ist nur ein besonders erotischer Akt, der über den ganzen Ungereimtheiten des Landes herumliegt.

Ludwig Laher, Folgen

Buch-Cover„Folgen“ ist sicher das wichtigste Wort, wenn man so ein Unding wie einen normalen Lebenslauf in den Griff kriegen will. Ludwig Laher geht mit seinen Büchern immer wieder neue Wege, um seltsame Künstlerbiographien in Erzählschatulle zu bekommen. Mit „Folgen“ rückt er sich quasi selbst auf den Künstlerleib, indem er aus der Materie seines Daseins den Stoff für seinen Roman schöpft.

Joey Goebel, Vincent

Buch-CoverEs gibt nicht wenige, die unter dem Titel Vincent vor allem eine Marketingmaschine mit abgeschnittenem Ohr und weniger einen tragödienhaften Maler sehen. Ein Künstlerroman mit Namen „Vincent“ handelt also von vornherein von dieser Blase, in der das Machen der Kunst über dem Kunstmachen steht.

---, Österreichische Systematik

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Endlich eine Bibliotheks-Bibel, mit der man auch ordentlich vereidigt werden kann! Der erste Eindruck der Österreichischen Systematik für öffentliche Bibliotheken (ÖSOB) ist staatstragend und gewaltig.

Wolfgang Matz, Gewalt des Gewordenen

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Einem gewaltigen Schreibvulkan kann man oft nur mit einem simplen Spickzettel begegnen. Adalbert Stifters Werk gleicht jenem Anton Bruckners und erklingt als eine scheinbar immer gleiche Symphonie, deren Abspiellupe sich jedoch stets zitterfrei durch die Rillen der Jahre tastet bis zum Finale aller großen Texte.

Jagoda Marinic, Russische Bücher

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Oft sind in Büchern die gelesenen Vorstellungen größer als die Welten, die in ihnen dargestellt werden.

In Jagoda Marinics Erzählband kommt beispielsweise Hannah als Erzählerin in der Titelgeschichte nur ungenau mit der Größenvorstellung zurecht. Als sie im mittlerweile verkleinerten Ex-Jugoslawien auf einem Bahnhof steht, hat sie immer noch die großen Bilder von Russischen Büchern im Kopf. „Die einzigen Weiten, die wir uns vorstellen können, verdanken wir russischen Büchern.“

Urs Faes, Als hätte die Stille Türen

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Wir sind Spätlinge.“ – Der Komponist Alban Berg schreibt in den Zwanziger Jahren die hitzigsten Liebesbriefe der Literaturgeschichte an seine Freundin Hanna Fuchs-Werfel, er ist aufgewühlt in seiner Spätleidenschaft, und die Stille zwischen den Tönen hat Türen.

Den Journalisten David Rudan trifft es kurz vor dem Jahrtausendwechsel ähnlich heftig. Eigentlich will er vor seiner Pensionierung noch etwas über Bäume schreiben, das passt gut in den Herbst, aber da kriegt er dieses Stechen im Unterleib und erkrankt sinnlos schwer und lebensmüde.

Waltraud Seidlhofer, Gehen ein System

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Vielleicht ist "Gehen" nichts anderes als Schreiben mit dem Körper. Wenn man als Leser länger in Waltraud Seidlhofers System herumgeht, löst man sich in einer geschriebenen Gegend auf, während sich der Lesekörper zwischen den Zeilen herumtreibt. Ab und zu vertauschen Schreiben und Gehen ihre Funktionen und hinterlassen eine Stimmung wie nach einer gelungenen Wanderung.

Waltraud Seidlhofers "Gehen" hat etwas mit Dynamik und Stillstand zu tun. Erfahrene Läufer nennen diesen Zustand das Hoovercraften des Laufkörpers, ähnlich einem Helikopter rotiert die Wahrnehmung knapp über dem wahrgenommenen Grund und widersetzt sich der Fortbewegung.

Ludwig Roman Fleischer, Dorf der Seele

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Ludwig Roman Fleischer gehört zu den raren Autoren, die quasi im Alleingang die Gegenwartsliteratur neu schreiben. Alle gängigen Genres hat er mittlerweile aktualisiert.

Und ob es sich um unidyllische Weihnachtsgeschichten, den Schöpfungsbericht par excellence oder die verrückte Jubiläumsliteratur für eine öffentliche Einrichtung handelt, immer wird das literarische Genre in Frage gestellt und dann mit einem passenden Erzählportal upgedatet.

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