Bücher | Medien nach Erscheinungsdatum

Kai Aline Hula, Ein Hausboot für den Wolf

„Die Räuberei war nicht mehr das, was sie einmal war. Die Waldbewohner wurden immer vorsichtiger, kaum jemand trug noch wertvolle Dinge mit sich herum und die Einbrüche in fremde Höhlen, wurden dem Wolf langsam zu anstrengend.“ (5f)

Kaum will es sich der Wolf in seiner Höhle gemütlich machen, um ein wenig zu schlafen, wird er von seinen grabenden neuen Nachbarn aus der Ruhe gerissen. Verärgert beschließt er die Gelegenheit zu nutzen, um einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Als er an den Fluss kommt, entdeckt er ein verlassenes Hausboot und beschließt, damit auf Urlaub zu fahren.

Antonio Fian, Schwimmunterricht

Lässt sich ein Dramolett mit einem Omelett vergleichen? - Im Prinzip ja, denn auch im Dramolett werden die typischen Phrasen wie Eier zerschlagen und aufgebraten, bis das latente  Braun Österreichs sichtbar wird.

Antonio Fian hat die Form des alltäglichen Smalltalk-Kalauers zur subtilen Dramoletten-Kunst weiter entwickelt. Jeder Satz kann ein Schas-Zitat sein oder die höchste philosophische Erkenntnis, zu der österreichische Heldinnen und Helden fähig sind, wenn sie die Kronen-Lektüre beendet haben.

Elke Loewe, Die allerbesten Geschichten von Piggeldy und Frederick

„»Ich seh aber keine Freundschaft«, maulte Piggeldy, »ich seh bloß Landschaft!« „»Freundschaft kann Schwein nicht sehen«, erklärte Frederick weise, „»für Freundschaft braucht es nur viel Platz im Herzen. Platz zum Lachen und zum Weinen, zum Trösten und zum Festhalten.«“ (8f)

Wer kennt nicht den kleinen neugierigen Piggeldy, der mit seinem großen Bruder spazieren geht und ihn mit unscheinbaren Fragen löchert, die sich im Laufe des Gesprächs meist als komplexer erweisen als gedacht. Die beiden Schweine lieben ihre Gespräche, auch wenn Frederick mitunter der Geduldfaden reißt und Piggeldy die Antworten seines großen Bruders immer hinterfragt. Am Ende heißt es aber doch stets versöhnlich: „Und Piggeldy ging mit Frederick nach Hause.“

Christoph Wagner, Universität der Genüsse

Kochen, was das Sinneszeug hält! - Spätestens seit Peter Kubelka an der Städelschule in Frankfurt im Rahmen seiner Koch- und Filmvorlesungen an der Universität gekocht hat, wird die Verbindung Gastrosophie und Universität international mit Genugtuung zur Kenntnis genommen.

Christoph Wagner gilt schon zu Lebzeiten als der umfangreichste Gastrosoph, bei ihm laufen Lyrik und Kochen, Weinkunde und Philosophie, Besteck und Lebensmittelmanagement in einander über. Aus den fast abgeschlossenen Skripten ist jetzt als Vermächtnis ein Handbuch der Genüsse geworden.

Erhard Dietl / Barbara Iland-Olschewski, Die Olchis. Das Adventskalenderbuch

„Muffelfurzteufel, ist den heute schon Weihnachten? Natürlich noch nicht! Dieses Adventkalenderbuch verkürzt dir mit 24 Kapiteln das Warten auf Weihnachten. Jeden Tag darfst du ein neues Kapitel der spannenden Geschichte lesen.“

Wer kennt nicht die Olchis? Für alle, die sich nicht kennen, werden sie kurz vorgestellt, bevor die tägliche Reise durch die vorweihnachtliche Geschichte beginnen kann. Die Olchis sind im Grunde recht liebenswert und gar nicht gefährlich nur putzen sie sich nie. Ihnen schmeckt nichts, was wir mögen, sondern lieben Müll und vergammelte und faulige Sachen wie Fischgräten, Schuhsohlen u.a. Außerdem sind sie ganz besonders stark, hüpfen gerne in Pfützen herum und lassen durch ihren Geruch selbst Fliegen ohnmächtig werden.

Klaus Rohrmoser, Tod bringen

Der Tod kommt ja landläufig gesehen von selbst, wenn es plötzlich Vermittler gibt, die den Tod bringen, wird die Sache unheimlich und gefährlich.

Klaus Rohrmoser lässt seine Figuren in einem, wenn überhaupt, schlecht ausgeleuchteten Ambiente agieren. Das Schicksal ist wie bei Tragödien üblich letal, es geht darum, möglichst lange einen Leuchtkörper in der Finsternis in der Hand zu halten. In den drei Erzählungen von „Tod bringen“ ringen die Helden um eine logische Form, um das Unausweichliche irgendwie in dramaturgisch überschaubare Bahnen zu lenken.

Lynn Weingarten, Schöne Mädchen brennen nicht

„Es gab nur eine Sache, vor der Delia Angst hatte. »Das hätte sie niemals getan«, sage ich. Und in diesem Augenblick weiß ich, dass es die Wahrheit ist. Jeremiah nickt. Er dreht sich zu mir um. »Dann verstehst du also, weshalb ich deine Hilfe brauche.« (52)

Nach den Weihnachtsferien muss June erfahren, dass ihre ehemalige beste Freundin Delia sich das Leben genommen hat. Als ihr Jeremiah erzählt, dass sich seine Freundin Delia mit Benzin übergossen und angezündet haben soll, kann June auch nicht mehr an einen Selbstmord glauben. Delia hatte nämlich vor rein gar nichts Angst, außer vor Feuer.

Hans Platzgumer, Am Rand

Die raffiniertesten Romane schlüpfen oft in eine gängige Verpackung und sprengen von innen her alles Konventionelle.

Hans Platzgumer schickt seinen Helden Gerold Ebner auf einen Berggipfel, damit er dort umgeben von jähen Abgründen sein Leben reflektieren kann. Üblicherweise geht man ja ins Gebirge, um das Tal-Leben hinter sich zu lassen, der Ich-Erzähler am Rand aber gibt sich nicht lange den Lichtverhältnissen und Schattierungen im Gebirge hin und beginnt zu schreiben. Er hat sich ein leeres Gipfelbuch mitgenommen, das er mit seinem Leben vollschreiben wird.

Heidi Strobl, Lilli kocht

„Hallo liebe Leserinnen und Leser, ich bin die Lilli, bin 12 Jahre alt und lebe in einem kleinen Dorf in der Nähe von Wien. Ich koche, seitdem ich mich erinnern kann. Wie ich das gelernt habe? Einfach beim Zuschauen und Ausprobieren.“ (2)

Mehr als 110 Rezepte und Tipps rund ums das Essen für vier Jahreszeiten werden für Kinder einfach erklärt und sollen zum Selbermachen anregen. Dabei schmeckt Selberkochen nicht nur gut, es ist auch gesund und hilft unserer Umwelt, indem eine Küche, die sich an den Jahreszeiten orientiert, unnötigen Transport und Müll vermeiden hilft.

Manfred Chobot, Das Killer-Phantom

Selbst bei noch so großer Aufklärung bleibt immer noch ein Resträtsel, das unter anderem als Phantom dargestellt wird. Obwohl jedes Leben mit dem Tod endet, steckt hinter jedem Abgang eines Menschen ein Killer-Phantom, das mehr oder weniger logisch agiert.

Manfred Chobot setzt den Abgang seiner Figuren weniger in einen metaphysischen sondern eher in einen soziologischen Zusammenhang. Meist sind es die Umstände, die überlebten Partnerschaften oder die Ungustln im Grätzl, die auf einen seltsamen Tod hinausdrängen.

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