Tiroler Gegenwartsliteratur

Mathias Klammer, Nicht hier, nicht jetzt

Wenn in konventionellen Situationen Geschichten auftauchen, die offensichtlich ungelegen kommen, dann werden sie meist mit den Befehlen verscheucht: „nicht hier“, „nicht jetzt!“

Franz Tumler, Nachprüfung eines Abschieds

Manchmal ist eine Erzählsituation so eindringlich, dass man von der ersten Zeile an im Text eingegraben nach einer Lösung sucht.

Sepp Mall, Berliner Zimmer

Manchmal wird ein unverwechselbares Arrangement an Orten festgemacht. Neben bekannten Speisen, die sich nach einer Stadt nennen und dadurch in aller Munde sind, gibt es auch architektonische Feinheiten wie etwa den spanischen Balkon. Was aber hat es nun mit Berliner Zimmer in Ein- und Mehrzahl auf sich?

Josef Pedarnig, Miniaturen

Manche Geschichten schaffen es spielend, eine Gegend oder einen gesellschaftlichen Landstrich unvergesslich zu porträtieren.

Norbert Gerhold, Kosmische Alltagsmystik

Das gibt es in der Literatur auch: Man liest und versteht nichts, weiß aber, dass es einen Sinn hat, was man liest.

Bernhard Aichner, Tirol

Zwischen Grönland und Patagonien, zwischen Tuwa und dem Tschad ist klar, wie ein repräsentativer Fotoband auszusehen hat. Zum Unterschied von einer Fahne oder einem Wappen, welche jeweils eine historisch-politische Minimalinformation absondern, ist ein RFB (Repräsentativer Fotoband) absolut ohne historische oder politische Information. Er hat nur eine Aufgabe: schön zu sein.

Johannes E. Trojer, Werkausgabe

„So sind sie, die Germanisten. Zu Lebzeiten ignorieren sie dich, und dann kriechen sie zu dir und deinem Nachlass ins Grab.“

Michael Gehler (Hg.) Akten zur Südtirol-Politik 1945-1947

„Am Nachmittag dieses Tages rief mich der Pressereferent Würthle an und teilte mir mit, daß laut Radio London die Südtiroler Frage von den 4 Außenministern in Paris abgelehnt worden sei.“ (230)

Christoph Wilhelm Aigner, Eigenleben oder wie schreibe ich eine Novelle

Was macht man in einem fremden Land, wenn man keinen dezidierten Arbeitsauftrag hat? Man schießt jede Menge Fotos, spaziert so oft es geht an den Strand und schaut Pizzabäckern und Kellnern bei der Arbeit zu.

Christoph W. Bauer, Im Alphabet der Häuser

Was haben uns die Häuser zu erzählen, an denen wir täglich vorüber gehen? Können sie vielleicht helfen, den Blick zu öffnen für unsere Geschichte? Wie war das damals, als die großen Pestepidemien in Europa wüteten, oder zur Zeit des Nationalsozialismus - was berichten die Häuser Innsbrucks darüber?

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