Edith Hall, Die alten Griechen

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„Aber je länger ich mich mit den alten Griechen und ihrer Kultur beschäftigte, desto überzeugter bin ich, dass sie herausragende Eigenschaften besaßen, die man in dieser Fülle kaum anderswo im Mittelmeerraum oder im Nahen Osten findet.“ (13)

Das Sachbuch zur griechischen Antike versucht die einzigartige Geschichte der alten Griechen über einen Zeitraum von zwei Jahrtausenden, von der minoisch-mykenischen Kultur bis zum Beginn des Oströmischen Reiches darzustellen und die zehn zentralen Eigenschaften aufzuzeigen, die für ihre großen kulturellen und wissenschaftlichen Leistungen verantwortlich sind, die zur Grundlage des westlichen Denkens werden konnten.

Die wichtigsten vier Eigenschaften hängen eng zusammen: sie waren „Seefahrer, misstrauisch gegenüber jeder Autorität, individualistisch und wissbegierig“ (19). Die weiteren Eigenschaften der Griechen, die in jeweils einem der zehn Kapiteln der Geschichtsdarstellung besonders aufgegriffen werden sind ihre Offenheit für neue Ideen, ihr Humor, ihre Vorliebe für Wettkämpfe, ihre Bewunderung herausragender Fähigkeiten, ihre außergewöhnliche Redegewandtheit und ihre Vorliebe für Vergnügungen.

Im 1. Kapitel „Seefahrende Mykener“ werden die Anfänge der griechischen Geschichte und Kultur auf Kreta und Mykene vorgestellt, für die die Überreste von Palästen und erste schriftliche Aufzeichnungen in einer griechischen Sprache zeugen. Nach dem sogenannten „Dunklen Zeitalter“ werden im 2. Kapitel „Die Gründung Griechenlands“ und in Kapitel 3 „Frösche und Delphine um den Teich“ die kulturellen Anfänge, die eng mit den großen Schriften Homers und Hesiods verbunden sind, sowie die griechische Siedlungstätigkeit entlang der Küsten des gesamten Mittelmeers aufgezeigt.

Kapitel 4 „Wissbegierige Ionier“ beschäftigt sich mit den Grundlagen der Entwicklung des naturwissenschaftlichen und philosophischen Denkens an der ionischen Küste, die auch die Grundlage ist für „Die offene Gesellschaft Athens“, wie sie im 5. Kapitel beschrieben wird. Hier erleben wir die griechische Kultur, mit der Ausbildung der athenischen Demokratie auf ihrem Zenit.

Kapitel 6 „Die unergründlichen Spartaner“ und Kapitel 7 „Die wetteifernden Makedonier“ erzählt von der kriegerischen und wettkämpfenden Seite der Griechen, während Kapitel 8 „Gottkönige und Bibliotheken“ die später als Hellenismus bezeichnete Verbreitung griechischer Kultur im Mittelmeerraum und Nahen Osten zum Mittelpunkt hat.

Kapitel 9 „Griechischer Verstand und römische Macht“ zeigt die enge Verbindung zwischen griechischer Kultur und griechischem Denk und der neu entstandenen Großmacht Rom, der sich in den verschiedensten Äußerungen römischer Kultur niederschlug. Das 10. und letzte Kapitel „Griechische Heiden und Christen“ zeigen den zentralen Einfluss griechischen Denkens auf die Ausbildung des Christentums und endet mit dem Niedergang der alten als heidnisch betrachteten griechischen Kultur mit dem Aufstieg des Christentums zur Staatsreligion.

Edith Hall gelingt es mit profundem Sachwissen und nicht weniger Begeisterung die Bedeutung der griechischen Antike für die Entwicklung des Denkens und Zusammenlebens in Europa begreiflich zu machen. Auch wenn andere Völker und andere Regionen ebenfalls große kulturelle Leistungen für sich in Anspruch nehmen können, ist es doch die Kombination verschiedener Fähigkeiten, die geistige Offenheit des griechischen Denkens, die Neugierde und reine Lust am Nachdenken, was die Griechen auszeichnet.

„Die alten Griechen. Eine Erfolgsgeschichte in zehn Auftritten“ ist ein Sachbuch, das sich durch eine klare und verständliche Sprache auszeichnet, sich spannend wie ein Roman liest und die Leserinnen und Leser von Anfang an in seinen Bann zu ziehen vermag. Ein Sachbuch das neugierig macht und zeigt, wie eng Gegenwart und Vergangenheit verbunden sind.

Edith Hall, Die alten Griechen. Eine Erfolgsgeschichte in zehn Auftritten, übers. v. Norbert Juraschitz [Orig. Titel: Introducing the Ancient Greeks. From Bronze Age Seafarers to Navigators of the Western Mind]
München: Siedler Verlag 2017, 416 Seiten, 27,80 €, ISBN 978-3-8275-0092-2

 

Weiterführende Links:
Siedler Verlag: Edith Hall, Die alten Griechen
Wikipedia: Edith Hall

 

Andreas Markt-Huter, 11-04-2018

Bibliographie
AutorIn: 
Edith Hall
Buchlangtitel: 
Die alten Griechen. Eine Erfolgsgeschichte in zehn Auftritten
Übersetzung: 
Norbert Juraschitz
Originaltitel: 
Introducing the Ancient Greeks. From Bronze Age Seafarers to Navigators of the Western Mind
Erscheinungsort: 
München
Verlag: 
Siedler Verlag
Seitenzahl: 
416
Preis in EUR: 
27,80
ISBN: 
978-3-8275-0092-2
Kurzbiographie AutorIn: 

Edith Hall ist Professorin für Altertumswissenschaften am King’s College in London und zugleich Mitgründerin des Archive of Performances of Greek and Roman Drama an der Universität Oxford. Sie verfasste mehrere Bücher zu Themen der griechischen Geschichte und Literatur.

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