Holger Krauße, Religion im Faktencheck

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„»Religion im Faktencheck« möchte sich der Herausforderung stellen, die Plausibilität der Gotteshypothese und weiterer zentraler Grundlagen von Religionen umfassend, effizient und fair zu beleuchten.“ (18)

Schien die Bedeutung von Religion im ausgehenden 20. Jahrhundert stetig rückläufig zu sein, zeichnet sich im neuen Jahrtausend wieder ein Aufschwung des Religiösen abzuzeichnen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass es sich bei dieser Wahrnehmung vor allem um ein „europäisches“ Phänomen gehandelt hat, während weltweit, die Bedeutung der Religionen und besonders ihre fundamentalistischen Ausprägungen zugenommen haben. Ein Grund mehr die Grundlagen von Religionen, die Vorstellung von Gott oder Göttern und ihre Lehren, genauer unter die Lupe zu nehmen.

Zunächst definiert Krauße wie er den Begriff Gott verwendet, damit so unterschiedlichen Auffassungen von katholischen oder protestantischen Theologen, Laien, Muslimen u.a. subsumiert werden können. Dabei soll der Begriff auch so umfassen verstanden werden, dass er vom Allmächtigen Einzelgott bis hin zu Götterfamilien und gottgleichen Geistern alle bestehenden religiösen Vorstellungen abdeckt. Weitere definierte Begriffe sind „Religion“, „Klerus“, „Riten“, „Seele“ und „Heilige Schrift“.

Der nächste Abschnitt geht unter dem Motto „Vernunft versus Glaube“ der für Religionen zentralen Fragen des Nachweises von Gott nach, wobei die traditionellen Gottesbeweise und ihre Kritik verständlich vorgestellt werden. Dazu gehört der kosmologische Gottesbeweis, der Gott als Schöpfer, als erste Ursache von Allem nachzuweisen versucht ebenso wie der „teleologische Gottesbeweis“, der „ontologische Gottesbeweis“, der Beweis Gottes aus dem Standpunkt der Moral heraus aber auch weniger aussagekräftige Beweise, wie z.B. der „ethnologische Beweis“.

Aber auch der Versuche von Gottesbeweisen aufgrund von Offenbarung in „heiligen Schriften“, aus der „Schönheit, Liebe und Natur“, aus persönlichen Gotteserfahrungen, aus „Wundern und göttlichem Wirken“ werden vorgestellt, kritisch beleuchtet und als wenig beweiskräftig zurückgewiesen. Auch der Standpunkt, dass Wissenschaft und Religion unterschiedliche Kategorien sind und dem Glauben ein eigener Wert zukomme, wird detailliert auf ihre Grundlagen überprüft.

Die weitere Darstellung beschäftigt sich mit der „Plausibilität zentraler Institute von Religionen“ (81) wie z.B. der Seele als Träger der Person, dem Jenseits, dem freien Willen der Menschen sowie den Gebeten und Riten als Kommunikation mit dem Übernatürlichen und der Gott-Mensch-Beziehung, wie sie in verschiedenen Religionen postuliert wird.

In einem weiteren Abschnitt geht es um den Anspruch von Religionen und den sich daraus ergebenden Verhaltenscodizes für die Menschen. Zunächst wird der vor allem von den monotheistischen Religionen erhobene „Ewigkeits- Wahrheitsanspruch“ und die sich daraus ergebenden Widersprüche aufgezeigt.

Eine besonders heikle Frage für alle Religionen, die Gott als allmächtige und liebende Instanz verehren, bildet das „Theodizee-Problem“, die bereits der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz vor mehr als 300 Jahren aufgeworfen hat. Dabei steht die von der christlichen Religion behauptete Güte Gottes dem realen Leid in der Welt als unlösbares Problem gegenüber, wobei Krauße alle Versuche theologischer Rechtfertigung für das Leid als widersprüchlich nachweist.

Die letzten zwei Kapitel stellen zunächst unter dem Titel „Religion und Glaube: Eine Kosten-Nutzen-Rechnung“ und „Was nun? Fazit und Konsequenzen“ praktische Überlegungen zu den Ergebnissen der Analyse auf. Was sind die Folgen von Religionen und Religiosität? Macht sie die Menschen besser, glücklicher und friedlicher? Habens sie Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Fortschritt, bieten sie Trost oder fördern sie Fatalismus? Weitere Fragen zielen auf die Konsequenzen von religiösem Leben für den Einzelnen, für die Erziehung und den Schutz von Minderjährigen, für Meinungsfreiheit und Respekt sowie den politischen Umgang von Politik mit religiösen Ansprüchen und Forderungen.

Holger Krauße gelingt es kompakt und verständlich ein durchaus komplexes Thema mit seinen verschiedenen Facetten und Fragestellungen ausgewogen zu beleuchten und anhand konkreter Beispiele aus verschiedenen, unterschiedlichen Religionen zu veranschaulichen. Dabei werden die philosophisch theoretischen Argumentationslinien ebenso klar dargelegt wie physikalische, psychologische und soziale Aspekte.

Holger Kraußes „Religion im Faktencheck“ überzeugt durch klaren Aufbau und Struktur sowie dem gelungenen Versuch, die religiösen wie die religionskritischen Standpunkten ausgewogen zur Sprache zu bringen. Ein überaus empfehlenswertes Sachbuch zum Thema „Religion und Glaube“ das sowohl religiösen wie auch nicht religiösen Menschen empfohlen werden kann.

Holger Krauße, Religion im Faktencheck. Wie vernünftig ist der Glaube?
Baden-Baden: Tectum Verlag 2017, 230 Seiten, 19,95 €, ISBN 978-3-8288-3945-8

 

Weiterführende Links:
Tectum Verlag: Holger Krauße, Religion im Faktencheck

 

Andreas Markt-Huter, 29-11-2017

Bibliographie
AutorIn: 
Holger Krauße
Buchlangtitel: 
Religion im Faktencheck. Wie vernünftig ist der Glaube?
Erscheinungsort: 
Baden-Baden
Verlag: 
Tectum Verlag
Seitenzahl: 
230
Preis in EUR: 
19,95
ISBN: 
978-3-8288-3945-8
Kurzbiographie AutorIn: 

Holger Krauße stammt aus Köln und war er in verschiedenen Positionen in der Kreditwirtschaft mit den Schwerpunkten Produktmanagement und strategische Projekte tätig. 2010 gründete er das Modelabel padmera und arbeitet derzeit für eine große deutsche Retailbank. Holger Krauße lebt in Königswinter.

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