Rosmarie Thüminger und Ingeborg Rotach, Laura und Simone

  • strict warning: Declaration of views_handler_argument_many_to_one::init() should be compatible with views_handler_argument::init(&$view, $options) in /var/www/drupal/sites/all/modules/views/handlers/views_handler_argument_many_to_one.inc on line 0.
  • strict warning: Declaration of views_handler_filter_node_status::operator_form() should be compatible with views_handler_filter::operator_form(&$form, &$form_state) in /var/www/drupal/sites/all/modules/views/modules/node/views_handler_filter_node_status.inc on line 0.

Buch-Cover

Was die reifen Großen können, können die Jugendlichen auch, nämlich ihre Gedanken mit einem gepflegten Briefverkehr austauschen.

Die Tiroler Autorin Rosmarie Thüminger und die Zürcher Autorin Ingeborg Rotach haben offensichtlich die Patenschaften für ihre literarischen Briefkinder übernommen. Und so flitzen die Briefe zwischen der 13-jährigen Laura aus Innsbruck und der gleichaltrigen Simone aus Zürich nur so hin und her.

Begonnen hat diese literarische Städtefreundschaft mit einem Gipfelbuch. Statt der öden Gott-bin-ich-nahe-Sätze, die in solchen Büchern oft kitschig auf das Allwetterpapier geritzt werden, hat die Innsbrucker Stadtalpinistin Laura einen Aufruf hinterlegt: Brieffreundin gesucht!

Zwischen Laura und Simone handelt es sich folglich um eine Gipfelfreundschaft, die die beiden in ihren Heimatorten ausleben. In der ersten Informationswelle berichten sie einander vom jeweiligen Schulsystem in der Schweiz und in Österreich, es gibt immer auch patriotische Rückgriffe auf den Lernstoff, denn immerhin haben die Habsburger in der Schweiz eine ordentliche Abfuhr erlitten.

Es geht um Sprachminderheiten und Kulturaustausch, die Innsbruckerin berichtet immer wieder von der Option und den Südtirolern, die nur bedingt im Norden des Alpenhauptkammes integriert worden sind. Und allmählich spitzt sich das Toleranzklima zu.

In Innsbruck treiben ausländerfeindliche Kreise ihr Unwesen, die Lage eskaliert, als Adama, ein Schulkollege Lauras, überfallen wird. Daraufhin zeigt die Brieffreundschaft, was sie kann. Die beiden Mädchen organisieren eine veritable Undercover-Aktion und schleusen den gefährdeten Jungen aus Tirol hinaus. Rettung gibt’s schon in Feldkirch!

Dieses Jugendbuch ist ein gelungener Versuch, mit dem Element des Briefromans die oft fahrige Jugendkultur in Sprache zu setzen. Bei den abgerundeten Textportionen handelt es sich um Briefe im übertragenen Sinn, denn eigentlich wird ja auch die Briefsituation von einem Mystery-Eye von außen miterzählt. Allein schon, dass die krude Welt plötzlich eine Sprache bekommt, ist optimistisch.

Darüber hinaus wird auch die Kulturtechnik des Lesens wie selbstverständlich in den Vordergrund gerückt. Also wenn es gelingt, dass Kids das zitierte Brecht-Gedicht an die Nachgeborenen lesen und ähnliche Texte in der nächst besten Bibliothek ausheben, wie das Laura einmal ihrer Freundin empfiehlt, dann ist die Welt nach diesem Buch wirklich eine andere und bessere geworden!

Rosmarie Thüminger / Ingeborg Rotach, Laura und Simone. Ab 13 Jahren
Wien: Dachs 2002. 150 Seiten, EUR 14,90. ISBN 3-85191-277-2.

 

Helmuth Schönauer, 27-10-2004

Bibliographie
AutorIn: 
Rosmarie Thüminger / Ingeborg Rotach
Buchlangtitel: 
Laura und Simone
Altersangabe Verlag: 
13
Zielgruppe: 
Jugendliche
Erscheinungsort: 
Wien
Verlag: 
Dachs-Verlag
Seitenzahl: 
150
Preis in EUR: 
14,90
ISBN: 
3-85191-277-2
Kurzbiographie AutorIn: 

Rosmarie Thüminger, geb. 1939 in Laas, lebt in Innsbruck.

Ingeborg Rotach ist am Zürichsee aufgewachsen.

Volltextsuche:
Bilder.tibs.at
 
Auf bilder.tibs.at finden Sie freie Bilder zu unzähligen Themen!