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myriam ouyessad, der wolf kommt nicht„Schlaf jetzt, Häschen. Bist du dir sicher, dass der Wolf nicht kommt? Ganz sicher. Warum? Es gibt keine Wölfe mehr. Die Jäger haben sie verjagt. Gibt es gar keine Wölfe mehr? Doch, ein paar sind noch übrig aber nicht sehr viele.“

Das kleine Häschen liegt im Bett und soll endlich schlafen gehen. Aber da nistet sich plötzlich die Angst vor dem Wölf im Kopf des kleinen Häschens ein.

"Nun kamen wir in ein langgezogenes Tal, durch das der Inn fließt, lateinisch Oenus, der sich bis Passau in die Donau ergießt. Auf Inn und Donau braucht man von Innsbruck bis Wien fünf, sechs Tage. Dieses Tal schien Herrn de Montaigne die wohlgefälligste Landschaft, die er je sah."

Im Jahr 1580 durchquerte der französische Adelige, Philosoph und Schriftsteller Michel de Montaigne die Grafschaft Tirol. Mehr als siebzehn Monate dauerte seine Reise, die ihn von Frankreich über Scharnitz, Innsbruck, den Brenner, Brixen, Bozen und die Salurner Klause nach Italien führte. Kurz vor seiner Abreise wurden die ersten beiden Bände seiner bis heute berühmten Essais veröffentlicht.