Aytül Akal, Das Schokoladenkind / Çikolata çocuk

„Es war einmal ein Kind, das Schokolade sehr liebte. Natürlich nicht nur dieses Kind, alle Kinder liebten Schokolade. Doch dieses Kind liebte sie mehr als andere Kinder.“ (3)

Das Kind lässt keine Gelegenheit aus, sich Schokolade zu wünschen und verzichtet lieber auch Spielzeug und Bücher. Bis er eines Tages plötzlich in seinem Zimmer eine Stimme hörte, die einer Schokolade gehörte, die aussah wie ein Kind.

Der Schokoladenprinz reicht seine Krone an das Kind weiter, weil niemand auf der Welt Schokolade mehr liebte als es. Das Kind freut sich und setzte die Krone auf, mit der es alles, was es betrachtete, in Schokolade verwandeln kann.

Das Kind ist begeistert von dieser neuen Möglichkeit, nimmt aber den Rat des Schokoladenprinzen wenig ernst, dass es die Krone erst dann weitergeben kann, wenn sich ein Kind findet, das Schokolade noch mehr liebt, als es selbst, oder wenn es gelingt die Krone an einem Ort zu verstecken, an dem sie keiner finden kann.

„Wieso sollte ich genug davon haben?“, fragte das Kind, während es in ein Schokoladenbuch biss. „Bin ich denn verrückt? Was kann es denn Schöneres als das geben?“ /

„Sıkılmak mı?“ demiş çocuk çikolatadan kitapları ısırırken. „Deli miyim ben? Bundgan güzel ne olabilir ki?“ (9)

Für das Kind beginnt nun ein Schokoladeschmaus sondergleichen. Was zu Beginn eine Freude ist, wandelt sich zunehmend zu einem großen Schrecken, als sich alles, was sich in seinem Zimmer befindet in Schokolade zu verwandeln und langsam zu schmelzen beginnt. Es bekommt einen Ausschlag und ihm wird jedes Mal übel, wenn es an Schokolade denken musste. Als es eines Morgens in den Spiegel sein Gesicht anschaut und an Schokolade denkt, verwandelt er sich selbst in Schokolade, wie der Schokoladeprinz.

Aytül Akal erzählt anschaulich und mit viel Witz eine Parabel vom Überfluss, was passiert, wenn das rechte Maß verloren geht. Dabei erleben die jungen Leserinnen und Leser mit dem Schokoladenkind mit, wie die Erkenntnis von den gefährlichen Folgen des Übermaßes aus dessen Unglück heraus entsteht. Ein schönes Lehrstück, das durch seinen zurückhaltenden Text und seine aussagekräftigen Illustrationen überzeugt und dabei ganz auf den erhobenen Zeigefinger verzichtet. Die zweisprachige Ausgabe in Deutsch und Türkisch empfehlen das Büchlein ganz besonders für den Einsatz in Kindergarten und Grundschule.

Aytül Akal, Das Schokoladenkind / Cikolata cocuk. Deutsch/Türkisch, ill. v. Mustafa Delioglu, ab 3 Jahren
Langenhagen: Talisa-Verlag 2010, 16 Seiten, 6,20 €, ISBN 978-3-939619-02-4

 

Weiterführender Link:
Talisa-Verlag: Aytül Akal, Das Schokoladenkind

 

Andreas Markt-Huter, 14-01-2014

Bibliographie
AutorIn: 
Aytül Akal
Buchlangtitel: 
Das Schokoladenkind
Übersetzung: 
Cikolata cocuk
Altersangabe Verlag: 
3
Zielgruppe: 
Kinder
Erscheinungsort: 
Langenhagen
Verlag: 
Talisa Verlag
Seitenzahl: 
16
Preis in EUR: 
6,20
ISBN: 
78-3-939619-02-4
Kurzbiographie AutorIn: 

Aytül Akal begann in den 80-iger Jahren für Kinder zu schreiben und hat mittlerweile fast 100 Bücher für Kinder und Jugendliche im Alter von 3 - 15 Jahren veröffentlicht, die zum Teil bereits in der deutschen Übersetzung vorliegen. Darüber hinaus schreibt Aytül Akal Kritiken und Besprechungen von Kinderbüchern für das wöchentliche Buchmagazin der Zeitung Cumhuriyet.

Volltextsuche:
Bilder.tibs.at
 
Auf bilder.tibs.at finden Sie freie Bilder zu unzähligen Themen!