Geschichte | Politik

Joseph Zoderer, Wir gingen

h.schoenauer - 26.12.2004

Buch-Cover

Wir gingen. - Was wie ein Übungssatz aus einem Sprachbuch klingt, ist die Quintessenz einer ganzen Epoche.

Genötigt, gedemütigt, eingenebelt und gezüchtigt gehen während der sogenannten Option ab 1939 ganze Heerscharen von Südtirolern außer Landes, und das ganze Spektakel ist im ersten Schrecken in der Erinnerung zur scheinbar lapidaren Erkenntnis verklumpt "wir gingen".

Waltraud Kannonier-Finster, Eine Hitler-Jugend

andreas.markt-huter - 22.12.2004

Buch-Cover

Es gibt wohl kaum einen historischen Zeitraum der öfter und genauer erforscht worden wäre als die Zeit des Nationalsozialismus.

Ist das Thema bereits ausgereizt und die Zeit gekommen, endgültig einen Schlussstrich unter das ?kurze Intermezzo des Nationalsozialismus in Österreich? zu setzen? Dagegen spricht, dass das Argument von "Österreich, als erstem Opfer Hitler-Deutschlands" häufig immer noch dazu dient, das Verhalten von Österreicherinnen und Österreichern während der NS-Zeit zu verharmlosen. Und auch das offizielle Österreich benötigte ein halbes Jahrhundert, um eine Mitverantwortung für Verbrechen während dieser Zeit einzugestehen.

Kurt Neumann, Ein Dutzend

h.schoenauer - 08.12.2004

Buch-Cover

Wenn ein Autor ein Vierteljahrhundert lang Abend für Abend literarische Gäste zum öffentlichen Diskurs einlädt, färbt das dann auf seine eigene Literatur ab?

Höchstens in der Ausdauer, an die Literatur zu glauben, ist man versucht zu sagen.

Hendrik Jackson, Brausende bulgen

h.schoenauer - 06.12.2004

Buch-Cover

In der Literatur gibt es glücklicherweise ab und zu diese Fundsstücke abseits der großen Diskussionstöpfe, und diese Kleinodien retten dann ganze Tage. 

Garantie für bemerkenswertes Literaturerlebnis ist die feine Serie "abrasch", die an den Polen der Edition Per Procura in Wien und Lana entsteht. "abrasch" meint eine beabsichtigte oder unbeabsichtigte Farbabweichung auf Orientteppichen und im übertragenen Sinn eine Sammlung für Poesie als Übersetzung.

Evelyne Polt-Heinzl, Bücher haben viele Seiten

h.schoenauer - 23.11.2004

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Über Büchermenschen gibt es fast so viele Geschichten, wie diese in den Regalen stehen haben.

Ganze Berge von Anekdoten und Witzen häufen sich wie Maulwurfshügel quer über das Lektürefeld und immer wieder werden kleine Begebenheiten mit großem Duktus nachgeschoben.

Michael Forcher, Tirols Geschichte in Wort und Bild

andreas.markt-huter - 11.11.2004

Buch-CoverMichael Forchers "Tirols Geschichte in Wort und Bild" kann mittlerweile selbst als ein Teil der Tiroler Geschichte betrachtet werden.

Als das Buch 1984 erstmals erschien, ahnte wohl niemand, dass 20 Jahre später bereits die 8. Auflage erscheint und das Buch als Standardwerk zur Tiroler Geschichte nicht mehr weg zu denken ist.

Die kompakte Darstellungsweise und das großzügig verwendete und aussagekräftige Bildmaterial machen "Tirols Geschichte in Wort und Bild" zu einer spannenden Reise durch Zeit und Raum. Nicht umsonst wird das Buch heute in zahlreichen Gemeinden bei Jungbürgerfeiern als Geschenk an die JungbürgerInnen verteilt wird.

Siegfried Singer, Mein Reutte

h.schoenauer - 28.10.2004

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Ha, das ist ein fröhliches Buch, vorne am Buchumschlag radelt dem Leser ein Kabarettist entgegen und hinten fährt er wieder aus dem Buch hinaus.

Es muss sich um einen Kabarettisten handeln, denn die Kleidung ist irgendwie Bürgermeisterlich und das Rad ist offensichtlich aus einem Tati-Film übrig geblieben.

Waltraud Mittich, Berühren Sie jedes

h.schoenauer - 26.10.2004

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Dolly Meyer klingt irgendwie künstlerisch und hat den ironischen Unterton des geklonten Schafes Dolly an sich.

In Waltraud Mittichs Roman geht es tatsächlich um das Klonen von Erwartungen, von realen und künstlichen Welten, um das Urbild und sein Abbild.

Maria E. Brunner, Berge Meere Menschen

h.schoenauer - 24.10.2004

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Der Titel klingt wie ein verstümmelter Auszählreim und ist eine raffinierte Mischung aus Enge und Weite.

Berge, Meere und Menschen tauchen irgendwie zufällig auf, und wer sich zwischen diesen Begriffsmassen bewegen muss, tut sich auf jeden Fall schwer mit der Orientierung.

Raimund Lang (Red.), Czernowitzer Pasticcio

h.schoenauer - 21.10.2004

Buch-Cover

Der Osten Europas hat schon seit einigen Jahren Saison. Nicht nur wegen der EU-Vergrößerung und der wirtschaftlichen Connections, wahrscheinlich auch wegen der Lust an der eigenen Vergangenheit kümmern sich immer öfter Gruppierungen und Vereine darum, verschollene Kulturen und Gegenden wieder ins Bewusstsein zu heben.