Willkommen auf LESEN IN TIROL

Titelbild: ann kim, die große heimkehrHistorische Romane benützen oft nur minimale Erzähl-Stäbchen, um den Leser sauber mit dem fetten Stoff in Verbindung zu bringen und eine generelle Verdauung auszulösen.

Anna Kim wählt eine Erzählerin, die im Europa der Gegenwart adoptiert und verortet ist und erstmals nach Korea fährt, von wo aus sie als Kind fortgetragen worden ist. Die Erzählerin der Gegenwart trifft auf den alten Yunhoo, der in die 1950er und 1960er Jahre zurückblendet, wo sich das Wesen Koreas maßgeblich verändert hat. Wir europäischen Leser sind zwar täglich auf der Straße und im Netz mit südkoreanischer Hardware unterwegs, wissen von den Bewohnern aber nur, dass sie ein anstrengendes Bildungssystem haben, das gerne im Suizid endet.

stadtlesen.jpgVon Donnerstag, 16. bis Sonntag, 19. August 2018 findet in der Maria-Theresien-Straße in Innsbruck die Veranstaltung "StadtLesen" statt. 26 StadtLesenJubiläumsstädte, darunter auch Innsbruck, erhalten im heurigen Sommer hohen Besuch – bücherturmhohen Besuch, denn diese Städte sind Teil der JubiläumsLiteraTour anlässlich des 10-Jahresjubiläums dieses Projekts.

Entstanden ist das Projekt aus dem Innovationswerkstattsprojekt Bibliotels, einer innovativen Hotelkooperation für Unterkünfte mit hohem Qualitätsstandard und speziellem Literaturangebot. Lesegenuss sollte in die Welt getragen werden und so startete vor 10 Jahren die erste StadtLesenTour in Österreich.

Tanja Spörr beschäftigte sich mit Märchen vom 17. Jh. bis in die Gegenwart. Im Folgenden vergleicht sie drei Versionen des Rotkäppchenstoffes:

Im 17. Jahrhundert wurden Märchen als Schreckensmärchen mit fatalem Ende erzählt. Sie endeten meist mit dem Tod. Der Grund dafür könnte sein, dass das Leben damals von Gefahren geprägt war. Noch dazu kam, dass die Leute verschiedene Orte mit abergläubisch bedingten Dämonen und Ungeheuern in Verbindung brachten.