Paul Nizon, Die Republik Nizon
Literatur ist das Drumherum, das einen Text begleitet. Für eine heftige Schriftstellerkarriere gehört es sich auch, dass der Schriftsteller Beruf und Leben als etwas einmalig Romantisches inszeniert, am besten, wenn er gleich eine ganze Republik mit seinem Namen ausruft.
Paul Nizon gilt als einer der Ganz-Großen des gegenwärtigen Literaturbetriebs. Zu dieser Größe verhilft ihm erstens die lange Lebensdauer, denn als Letzter mancher Jahrgänge kann er die Literatur nach seinem Drehbuch inszenieren. Zum zweiten macht ihn stark, dass er nur über große Namen spricht, wenn er über sein eigenes Werk redet, nicht umsonst werden Literaten ab einer gewissen Fallhöhe als Blaublütler bezeichnet, die wie im Hochadel üblich nur untereinander verkehren.
Manche Bücher muss man durch einen klugen Titel so aufstellen, dass die Texte sofort in die richtige Richtung gehen. „Glücksversprechen“ könnte etwa eine Reise ins Helle, Warme, Harmonische sein, wenn sich der Leser das unter Glück vorstellt.
„Angesichts dieser Text-, Medien- und Informationsvielfalt ist der Bereich der Kinder- und Jugendliteratur kaum mehr zu überschauen. In Studium und Unterricht stellen sich deshalb häufig die Fragen: Welche neueren Texte eignen sich für die Diskussion im Seminar oder für das literarische Lernen im Deutschunterricht der unterschiedlichen Schulformen und Jahrgangsstufen?“ (S. 9)
„Der vorliegende Band bietet auf der Grundlage des aktuellen Forschungsstandes eine historische und systematische Aspekte verbindende Einführung in einen Teilbereich der Literatur, der per se keineswegs ein »Lernfeld« des Deutschunterrichts darstellt. Kinder- und Jugendbücher sind zunächst einmal Gegenstände der Freizeitliteratur.“ (13f)
Diese weiße Masse, die ständig in der Luft die Richtung wechselt, in alle Ritzen dringt und im Wind die unmöglichsten Skulpturen aufhäuft, ist auch für Psychologen ein metaphorisch höchst aufgeladener Stoff.
Ein Mythos, der schwimmen kann und dennoch ertrinkt, in der Literatur sind solche Auswüchse der Physik und Metaphysik kein Problem.
Jeder Satz ein Zitat, jedes Wort eine Inschrift, jedes Werk eine Gattung. Wie in einem Schriftbild sind die Unter- und Oberlängen so lange zugespitzt, bis sie den Zeichen einen Sinn geben.
Ein Titel mit einem starken Gender-Ausrufzeichen macht sofort nachdenklich, warum da etwas mit der Genderei noch nicht stimmt. Schriftstellerinnen kann ein Befehl sein, mit dem jemand in der Bibliothek egal was will, Hauptsache Schriftstellerinnen! Es kann aber auch eine Verzückung darstellen: Wohin man schaut, alles Schriftstellerinnen!