Wolfgang Straub, Literarischer Führer Österreich
Am Cover radelt Thomas Bernhard in kurzer Hose mit seinem Waffenrad durch den Keller seines Bauernhauses in Ohlsdorf, im Vorspann ist Österreich als Puzzle von Bundesländern aufgezeichnet und nach einem Vorwort zur Vorgansweise dieser Literaturbetrachtung liegt Österreich dem Leser zu Füßen.
Die Idee dieses literarischen Führers geht auf die Lust der reisenden Leser zurück, mit den jeweiligen Orten Anekdoten oder literarische Besonderheiten in Verbindung zu bringen.
Ordensleute in der Kunst sind eine seltsame Sache. In Unterhaltungsfilmen und Vorabendserien treten sie meist als fröhlich swingende Glückskäfer in Kutte auf, in der Literatur hingegen sind sie zernagt und geplagt von Selbstzweifeln.
Vielleicht kann man die Gattung Bauernkrimi ausrufen, um Sepp Kahns wundersame Agrar-Bio-Orgie irgendwie zu beschreiben.
Je besser ein Dichter umso schlechter sein Sex. - An diese blöde Volksweisheit mag man denken, wenn man sich der Sammlung Wortkörper zuwendet.
Kein Wurm mehr aber auch kein Schmetterling, das ist in der Insektenkunde das Stadium des Kokons. Bei den Menschen heißt das schlicht Pubertät.
Für die aktuelle Erforschung eines Lands sind nach wie vor fetzige Krimis der beste Zugang.
Scharfe Gedichte sind immer doppelbödig, was scheinbar in einer glatten Schale verpackt ist, stellt sich beim Verzehr oft als stacheliger Kern der Zeitlosigkeit heraus.
Hinter den Bergen muss etwas Rundes sein, hinter den Bergen liegt vielleicht das Paradies, hinter den Bergen ist das Großmuttermorgenland.
Wie man durch ein kleines Fenster große Sachen sehen kann, wenn das Fenster gut positioniert ist, kann man als Leser auch durch eine so genannte kleine Anthologie allerhand Bemerkenswertes aus der Tiroler Nachwuchsliteratur herauslesen.
Die Ausgabe soll vor allem lesbar sein, heißt es im Nachwort zu den verstreuten Texten. Offensichtlich trauen Germanisten oft selber ihrer Arbeit nicht ganz, weshalb der Germanist Helmut Luger diese Lesbarkeit extra betont.