Norbert Gstrein, Wem gehört eine Geschichte?
Es gibt momentan zwei österreichische Weltdichter, die jenseits des unsäglichen Austrokoffers auf den Literaturbetrieb "gaggen", wie man so nett zu sagen pflegt.
Der eine ist Peter Handke, der soeben mit seinem Don Juan als germanistischem Genericum schwindelerregend kühn die Geschichte vom nachgebauten Liebhaber erzählt hat, und der andere ist Norbert Gstrein.
Gibt es eine ideale Zeit, um Zeitgeschichte zu erzählen? - Ideal ist vermutlich jene Distanz, die zwischen Kindheit und reifem Alter liegt, eine Distanz, mit der Adalbert Stifter meist seine Figuren abgeklärt und erkenntnisreich hat auftreten lassen.




Spannung entsteht immer an jener Auflage, wo die Fiktion auf der Landebahn der Realität aufsetzt. In Spionagefilmen löst die höchste Spannung immer jenes sagenumwobene Quietschen der Reifen aus, wenn das Flugzeug mit dem Helden an Bord auf der Landebahn des Einsatzortes aufsetzt.
