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Luise Schorn-Schütte, Geschichte Europas in der Frühen Neuzeit

andreas.markt-huter - 21.10.2019

luise schorn-schütte_geschichte europas in der frühen neuzeit„Die Geschichte der europäischen Frühen Neuzeit ist faszinierend in ihrer Fremdheit – und vertraut in ihrer Nähe zur eigenen Gegenwart. In dieser Spannung bewegt sich die folgende Einführung und versucht damit einer Sichtweise der letzten Jahre zu weiterer Anerkennung zu verhelfen, die eine Reduzierung der europäischen Geschichte des 16. bis 18. Jahrhunderts auf eine »Vorgeschichte der Moderne« für zu kurzschlüssig hält.“ (S. 9)

Nicht eine Geschichte der politischen Ereignisse oder eine Geschichte der Kriege steht im Mittelpunkt des Sachbuches „Geschichte Europas in der Frühen Neuzeit“, sondern die Auseinandersetzung mit den politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen und deren Veränderungen in der Zeit zwischen 1500 bis 1789 - der Zeit zwischen Reformation und Französischer Revolution - und damit den Übergang von der mittelalterlichen Welt in unsere nahe Gegenwart.

Lydia Steinbacher, Im Grunde sind wir sehr verschieden

h.schoenauer - 13.09.2019

lydia steinbacher, im grunde sind wir sehr verschiedenDas höchste Kompliment, das es in einer Beziehung geben kann, ist der Hinweis auf die Individualität der Beteiligten, die aber trotzdem ein gemeinsames Produkt zustande bringen.

So können Ethnien in einem Staat sehr verschieden sein und doch zusammenleben, die Autorin kann völlig anders sein als der Leser, und es funkt trotzdem, zwei Gerichte können süß und sauer sein und trotzdem auf einem gemeinsamen Teller Platz nehmen.

Richard Holmes (Hg.), Der Zweite Weltkrieg. Die visuelle Geschichte

andreas.markt-huter - 03.09.2019

richard holmes, der 2. weltkrieg„Das vorliegende Buch bietet eine leicht zugängliche Übersicht, die lange gefehlt hat. Es zeigt, wie der Krieg aus der glimmenden Asche des vorangegangenen auflodern konnte, und geht dabei nicht nur ausführlich auf das gefährliche Erbe des Ersten Weltkrieges in Europa ein, sondern es berücksichtigt auch, welche Auswirkungen in Japan die Unzufriedenheit mit den Ergebnissen der eigenen Teilnahme hatte.“ (S. 8)

Das illustrierte Sachbuch „Der Zweite Weltkrieg“ schildert nicht nur die Ereignisse und Kriege des Zweiten Weltkriegs, sondern bettet diesen gezielt in eine erklärende Vorgeschichte und Folgeschichte ein, in denen die Ursachen für den Ausbruch des Krieges und die Entwicklungen und Auswirkungen in den Jahren nach Kriegsende aufgezeigt werden.

Paul Theroux, Ein letztes Mal in Afrika

h.schoenauer - 24.08.2019

paul theroux, ein letzes mal in afrikaIn der Reiseliteratur kennen wir im Extrem bunte touristische Anmachen und Kriegsberichterstattung. Unter die Haut fährt uns freilich das Mittelding, eine Überlandreise auf einem Pulverfass, eine Erklärung für den nächsten Krieg.

Paul Theroux gilt als der Reiseschriftsteller der westlichen Welt. Er hat in den letzten Jahrzehnten nicht nur so gut wie alle Kontinente bereist, er liest auch andere Literatur über jene Länder, die er bereist, und macht sich bei jedem Bild Gedanken darüber, welcher Perspektive seine Darstellung Macht verleiht. In seinen Schreibwerkstätten und Referaten, die er oft in diesen Ländern hält, empfiehlt er den jungen Dichtern, sich weniger mit Gedichten wegzudröhnen, sondern vielmehr mit offenen Augen zu beschreiben und zu erzählen. Immer wieder weist er auf die Wichtigkeit „trivialer Beobachtungen“ hin. (300)

Petra Ganglbauer, Wie eine Landschaft aus dem Jahre Schnee

h.schoenauer - 01.08.2019

petra ganglbauer, wie eine landschaftEs gibt Begriffe, da will man unbedingt mehr wissen, wenn sie unvermittelt auftauchen. Landschaft und Schnee sind unendlich weite Zustände, die einen ein Leben lang aufsuchen, und über der Fügung liegt etwas von Unsterblichkeit.

Petra Ganglbauer tritt gegen diese Unendlichkeit mit dem spitzen Werkzeug der Kurzprosa an. In knapp vierzig poetischen Hieben wird versucht, Zeit und Ort das Messer anzusetzen, eine Kluse zu finden in der abwehrenden Oberfläche, in die Tiefe zu bohren wie eine tierische Seele auf Nahrungssuche.

Harald Specht, Liebe, Laster, Leidenschaft

andreas.markt-huter - 24.05.2019

harald specht, liebe, laster, leidenschaft„Etliche Besucher der weltbekannten Galerien und Museen ahnen nicht, dass viele der großen Gemälde berühmter Meister neben dem Kunstgenuss auch Geheimnisse bergen, die mindestens ebenso interessant sind, wie das künstlerische Meisterwerk selbst.“ (S. 8)

Hinter manchem großen Gemälde und Kunstwerk stecken ebenso große Geheimnisse aber auch spannende und amüsante Geschichten. „Liebe, Laster, Leidenschaft“ erzählt von diesen Geheimnissen und Geschichten und zeigt anschaulich, dass Geschichten über Kunst spannender sein können, als ein Kriminalroman.

Georg Schmidt, Die Reiter der Apokalypse

andreas.markt-huter - 03.05.2019

georg schmidt, die reiter der apokalypse„Wer vergangenes Geschehen rekonstruiert, darf die Möglichkeiten der Handelnden nicht überschätzen. Sie waren geprägt vom Zeitgeist ihrer Milieus, von der Bibel und den Vorgaben der Geschichte. Eine Erzählung des Dreißigjährigen Krieges kann sich deswegen nicht auf die Jahre zwischen 1618 und 1648 beschränken. Jeder historische Anfang besitzt Ursachen und jedes Ende Folgen.“ (23)

Mit dem berühmten Prager Fenstersturz im Frühjahr 1618 nimmt ein Krieg seinen Anfang, der dreißig Jahre andauern und die Bevölkerung des Heiligen Römischen Reiches um die Hälfte dezimieren sollte. Georg Schmidt erzählt die Geschichte dieser großen Katastrophe in der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts neu und verknüpft dabei geschickt historische Deutung und zeitgenössische Urteile aus Tagebuchaufzeichnungen, Quellen und Predigten.

Rainer Mausfeld, Warum schweigen die Lämmer?

andreas.markt-huter - 12.04.2019

rainer mausfeld, warum schweigen die lämmer„Demokratie und Freiheit. Zwei Wörter, die mit unerhörten gesellschaftlichen Versprechen aufgeladen sind und gewaltige Veränderungsenergien zu deren Einlösung freisetzten können. Kaum mehr als ein Schatten ist heute von den mit ihnen ursprünglich verbundenen Hoffnungen geblieben. Was ist passiert?“ (S. 8)

In neun Beiträgen und Interviews setzt sich der Wahrnehmungs- und Kognitionsforscher Rainer Mausfeld mit der gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Krise der Demokratie auseinander, die sich seit der neoliberalen Wende Ende der 70-iger Jahren des 20. Jahrhundert zunehmend verstärkt hat. Seither ist den Organisationsformen von Macht gelungen, den demokratischen Einfluss des Volkes zu marginalisieren und Umverteilungsprozesse dauerhaft zu verhindern.

Raphaela Edelbauer, Entdecker

h.schoenauer - 20.02.2019

raphaela edelbauer, entdeckerIm Idealfall gleicht ein Buch dem ersten Lesebuch, das einem damals die Welt erschlossen hat. Man wird als Leser jung, neugierig, zukunftsfroh und vollends optimistisch, dass da etwas drinnen steht, was man sofort und für alle Zeit gebrauchen kann.

Raphaela Edelbauer nennt dieses Abenteuerbuch schlicht „Entdecker“, und da es um Dinge wie Phantasie, Sprache, Wissenschaft und Erkenntnis geht, nennt sich das Ganze eine Poetik. In diesem Lehrbuch über die entdeckerische Dichtkunst spielen Mineralien, Mikroorganismen, die Schwerkraft und ihre Kartographie die Hauptrolle.

Hans-Joachim Schönknecht Mythos - Wissenschaft - Philosophie

andreas.markt-huter - 11.02.2019

hans-joachim schönkneckt, Mythos Wissenschaft„In der ersten Hälfte des 6. Jh. v. Chr. ereignete sich in einer Küstenstadt Groß-Griechenlands ein Vorgang von weitreichender, ja man darf sagen: von welthistorischer Bedeutung, »eine geistesgeschichtliche Revolution unerhörten Ausmaßes« deren Auswirkungen allerdings erst mehr als zweitausend Jahre später zu voller Geltung kommen.“ (Bd. 1, S. 13)

Hans-Joachim Schönknecht verfolgt in seiner auf drei Bände ausgelegten Arbeit das Ziel, den Ursprung und die Entstehungsgeschichte wissenschaftlichen Denkens zu erforschen. Dabei fokussiert er seinen Blick auf die Philosophie und Naturwissenschaften in ihren Anfängen bei den griechischen Naturphilosophen und deren kulturellen Grundlage bei Homer und Hesiod.