Roman

Janusz Glowacki, Die Unterhose, die Lotterie und das Schwein

h.schoenauer - 23.07.2004

Buch-Cover

Der öffentliche Sinn besteht oft darin, dass die skurrilsten Dinge scheinbar logisch miteinander zusammenhängen.

Im Unterhosenroman von Janusz Glowacki hängen über eine Tag und Nacht neu generierte Öffentlichkeit tatsächlich so völlig verschiedene Dinge wie Wäsche, Glück und Haustier zusammen.

Heinrich Klier, Etschland-Ballade Ein Südtirolroman

h.schoenauer - 20.07.2004

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"So, wer ist jetzt der Musso? Den stecken wir in das Loch und schiffen drauf. Einer muß den Musso spielen." (104)

Die Kinder spielen in allen Kulturen am unverfrorensten. Im Südtirol-Epos aus kalter Nachkriegszeit, spielen die Kinder Mussolini, die Zeitgeschichte liegt allenthalben zum Greifen auf, Worthülsen, Emotionen und Handgreiflichkeiten werden mit beiden Händen ausgefasst und ausgegeben.

Rosmarie Thüminger, Sichelmondleben

h.schoenauer - 14.07.2004

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In einer Atmosphäre, in der sich vom Bundespräsidenten abwärts alle scheiden lassen, die sich nur irgendwie trennen können, ist die "Geschiedene Gesellschaft" zum Markenzeichen der "Nuller-Jahre" des neuen Jahrtausends geworden.

Wenn die Scheidung der Normalzustand ist, was ist dann der klassische Familienbegriff noch wert, außer dass er in alten Geschichten und neuen Sonntagsreden vorkommt?

Helmut Rizy, Andreas Kiesewetters Arbeitsjournal

h.schoenauer - 13.07.2004

Buch-CoverSpannung entsteht immer an jener Auflage, wo die Fiktion auf der Landebahn der Realität aufsetzt. In Spionagefilmen löst die höchste Spannung immer jenes sagenumwobene Quietschen der Reifen aus, wenn das Flugzeug mit dem Helden an Bord auf der Landebahn des Einsatzortes aufsetzt.

Helmut Rizy hat dieses Quietschen in der Literatur zum Anlass genommen, um einen Roman über das Aufsetzen erfundener Geschichten in einer harten literarischen Realität zu beschrieben. Der Herausgeber, Textmanager und Promotor des Romans ist eher zufällig auf den Einbuchbestseller Kiesewetter gestoßen, der ein typisches Genieschicksal durchleben muss.

Rolf Dobelli, Und was machen Sie beruflich? Roman

h.schoenauer - 12.07.2004

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Ein Mensch, am jeweiligen Höhepunkt seiner Zeit, verändert sich im Fünfjahresrhythmus.

Gerade hat uns Rolf Dobelli beglückt mit einem Roman über einen 35-Jährigen, der den Knick an der Mitte seines Lebens erfährt, jetzt gibt es im neuen Roman einen Protagonisten, dem mit vierzig das Leben den Bach hinunter rinnt, auf makaber witzige Weise.

Philippe Djian, Sirenen

h.schoenauer - 16.06.2004

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Ein guter Polizist hat ständig etwas laufen, wie man so sagt. Wenn es sich um einen ganz guten Polizisten handelt, laufen immer nur Fälle im Hintergrund, die dieser dann zur Errettung seiner inneren Unruhe löst.

Bei nicht ganz so guten Polizisten laufen ständig erotische Sachen ab, die den Kriminalfall aber durchaus beschleunigen können.

Franz Kabelka, Heimkehr

h.schoenauer - 15.06.2004

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Was ein perfektes Bundesland ist, hat auch einen lokalen Paradekommissar.

In der Literatur stellt der österreichische Regionalkrimi mittlerweile eine gut eingeführte Möglichkeit dar, den großen Zeitgeist gespiegelt in der kleinen Welt einer Region für die Leser spannend aufzubereiten.

Mohammed Khair-Eddine, Es war einmal ein glückliches Paar

h.schoenauer - 24.05.2004

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Gegen alle Physik ist es vielleicht denkbar, daß ein Kreisel eines Tages zur Ruhe kommt, aber nicht umfällt, sondern auf der Spitze stehen bleibt.

Etwas von dieser merkwürdigen Ruhe hat der alte Bouchaib, der in den südlichen Bergen Marokkos den wichtigsten Text seines Lebens aufschreibt, worin alles, was wichtig ist, vorkommt und geklärt wird.