Sachbuch

Wolfgang Straub, Literarischer Führer Österreich

h.schoenauer - 25.01.2008

Buch-CoverAm Cover radelt Thomas Bernhard in kurzer Hose mit seinem Waffenrad durch den Keller seines Bauernhauses in Ohlsdorf, im Vorspann ist Österreich als Puzzle von Bundesländern aufgezeichnet und nach einem Vorwort zur Vorgansweise dieser Literaturbetrachtung liegt Österreich dem Leser zu Füßen.

Die Idee dieses literarischen Führers geht auf die Lust der reisenden Leser zurück, mit den jeweiligen Orten Anekdoten oder literarische Besonderheiten in Verbindung zu bringen.

Biedermann / Langegger, Der versunkene Pfad

h.schoenauer - 19.01.2008

Buch-CoverWir kennen das von den Bus-Chauffeuren: Entweder sie können gut fahren oder gut unterhalten, beide Eigenschaften in einer Person sind sehr selten. Bei den Abenteurern ist es ähnlich, wobei uns Lesern schwache Abenteurer mit guter Erzählkraft besser gefallen als starke Wanderer mit steifer Wortlosigkeit.

Das Abenteuer Alaska lässt sich als Reisebericht nur mehr schwer zu Papier bringen, Alaska so für sich hingesagt ist nicht nur physisch gut durch gewandert sondern auch literarisch ziemlich erschlossen.

Felsch / Gugger / Rath (Hrsg.), Berge, eine unverständliche Leidenschaft

h.schoenauer - 16.12.2007

Buch-CoverGeschmeidig und handzahm springt dieses kulturhistorische Bilderlesebuch dem Benützer in die Hand und verhält sich wie ein Wanderführer, den man unauffällig griffbereit in die Überlandkleidung steckt.

Und der Umschlag schaut harmlos sicher wie eine Wanderkarte aus, hat es aber in sich, alles nämlich ist ein Fake.

Robert Zink, Schitouren in den Südalpen

h.schoenauer - 12.12.2007

Buch-CoverAchtzig ist eine sehr sinnliche Zahl, um etwa in achtzig Tagen die generelle Welt zu umrunden oder im Laufe eines Winters die Schiwelt einer geheimnisvollen Südalpenlandschaft.

Längst ist die Zeit Geschichte, wo einem feindlich gesinnte Zöllner während einer Schitour nachgeschossen haben, wo man von gegnerischen Alpinsoldaten aufgegriffen worden ist, nur weil man im Gelände vielleicht eine imaginäre Staatsgrenze überschritten hat.

Walter Lendl, Darum nerven Österreicher

h.schoenauer - 08.11.2007

Buch-CoverZu einem guten Österreicher gehört es, dass er sich freut, wenn man ihm eine Untugend als typisch österreichisch nachsagt.

So gesehen ist jeder ein guter Österreicher, der sich bei der Lektüre des nervigen Österreich-Buches angesprochen fühlt und sich naturgemäß umso mehr freut, je negativer diese Analyse ausfällt.

Christoph Höbenreich, Expedition Franz Josef Land

andreas.markt-huter - 21.10.2007

Buch-Cover

Bis ans Ende der Welt! - Das ist wohl die größte Sehnsuchtsformel, der sich Abenteurer, Expeditionsteilnehmer und Schriftsteller hingeben. Aber nur die wenigsten finden dieses Ende der Welt, weil sie entweder auf dem Weg dorthin durch widrige Umstände abgeworfen werden oder es sich herausstellt, dass dieses Ende der Welt schon erschlossen und besetzt ist.

So berichtet der Tiroler Schriftsteller Raoul Schrott in seinen Romanen meist davon, dass man das Outback in sich selbst tragen muss, um es irgendwo abzulegen und dann euphorisch zu finden.

Rolf Dobelli, Turbulenzen 777 bodenlose Gedanken

andreas.markt-huter - 03.10.2007

Buch-CoverPerfekte Literatur kommt letztlich ohne Handlung aus. Im Gegenteil, sie streift jede irdische Beschwernis ab und geht in die Luft.

Rolf Dobelli legt den Rahmen seines Buches äußerst karg und ökonomisch an, dafür gibt es dichtestes Material in Form von Sentenzen, kleinen Aphorismen, halbwachen Gedankenpixeln.

Oswald Auer, Werke / Opere 2000-2006

andreas.markt-huter - 29.09.2007

Buch-CoverBei der Bezeichnung "Werke" denkt man als Kunstinteressierter leise an ein Lebenswerk, allein schon die Art, musikalische Werke als Lebenswerk durchzunummerieren, zeigt bei Komponisten die Verbindung von singulärem Kunstwerk und Lebenswerk.

Der Kupferplattenkünstler Oswald Auer verdichtet in seinen Werken jeweils ein Thema bis in die Unendlichkeit, sein Werk ist somit nie zu Ende und im Umkehrschluss lässt sich sagen, dass viele Werke noch gar nicht begonnen sind.

Merle Rüdisser, Das Ideengefäß

andreas.markt-huter - 24.09.2007

Buch-CoverKluge Schriftsteller sollen beizeiten mit dem Schreiben aufhören, wenn sie schon lange leben müssen. - So in etwa könnte die Moral von diesem Sachbuch lauten, das sich mit dem Leben und Schreiben des ehemaligen DDR-Schriftstellers Hermann Kant beschäftigt.

Idealerweise stirbt man als Schriftsteller für die Germanistik als junger, vom Leben oder der Gesellschaft verbrauchter Autor, wie es uns N.C. Kaser vorgemacht hat, oder man lässt sich rechtzeitig von einem Auto überfahren, wie Rolf Dieter Brinkmann, damit man mit dem schönen Satz in die Literaturgeschichte eingehen kann.

Sibylle Hamann, Dilettanten unterwegs

andreas.markt-huter - 05.07.2007

Buch-Cover

Angesichts von großen Ereignissen wird jeder Journalist zu einem Dilettanten, denn es gibt keine ultimativen Richtlinien, wie man zu Unglücken, Kriegen, Katastrophen oder gesellschaftlichen Sausundbraus-Ereignissen Stellung nehmen soll.

Die „profil“-Journalistin Sibylle Hamann stellt in ihren vier Journalismus-Vorlesungen die markantesten Stil- und Sinnbrüche des weltweiten Auslandsjournalismus zur Debatte.