Iris Stobbelaar, Die Verwunschenen
„Ich wünschte, du wärst dein eigener Albtraum und nicht meiner. Ich wünschte, du wärest so weit weg wie möglich, damit ich dich nie wieder sehen muss und du mir nie wieder Ärger machst.“ (20)
Der elfjährige Jakob ist begeisterter Fußballer und liebt es, wenn für sein herausragendes Spiel von allen gelobt wird. Wäre da nur nicht seine kleine fünfjährige Schwester Katie, auf die er ständig aufpassen muss. Ausgerechnet am Tag des Nachbarschaftsturniers, dem wichtigsten Fußballspiel des Jahres, verlangen seine Eltern von ihm, bei Katie zu Hause zu bleiben.
„Stella fühlte, wie sich die Härchen in ihrem Nacken aufstellten. Das musste die Ruhmeshand sein, von der die Einbrecher gesprochen hatten. Schon allein der Name hatte gruselig geklungen; die Hand selbst sah furchtbar aus. Offenbar bewirkte sie, dass alles schliefen und nicht aufwachten.“ (38)
„Schuld an dieser Geschichte ist ein Sonntagabendgespräch. »Heute Abend fällt mir keine Geschichte ein«, sagte ich. »Meine Phantasie ist eingetrocknet.« »Erzähl uns doch noch so eine Geschichte von Pyecraft, dem Millionär«, bat Betty. »Ich hab eine Idee für eine Geschichte«, sagte Michael. »Wir sind die letzten Menschen auf der Erde. Alle sterben, bloß wir nicht.« (S. 7)
„Es war in grauer Vorzeit, als die Stammväter Roms aufbrachen und gen Westen fuhren über das Meer, hinter sich die himmelhoch lodernden Flammen ihrer zerstörten Heimatstadt Troja. Was aber war geschehen und wie war es zu dieser Katastrophe gekommen?“ (S. 9)
„Wenn ich sterbe oder von den Isaacs entführt werde, muss jemand erfahren, was wirklich mit meinem Großvater passiert ist. Wo mein Großvater wirklich ist. Deshalb schreibe ich das Ganze hier auf.“ (6)
„Fast jeder, der in die Schnüfflergasse kam, hatte ein Problem am Hals, und Toby Montrose steckte in besonders großen Schwierigkeiten. Er lebte zwar erst seit zwei Monaten bei seinem Onkel Gabriel, aber er schien das Unglück geradezu magisch anzuziehen.“ (13)
Endlich einmal ein Buch, für das man den Begriff „Prequel“ verwenden kann. Dieser Begriff liegt bei den meisten Lesern brach im Kopf herum, weshalb es immer ein Festtag ist, wenn ein Prequel ausbricht.
„Mir wird klar, dass ich erwartet hatte, nach Tyur’ma zu kommen, meine Schwester zu finden und sie wie eine Heldin zu befreien. Jetzt stelle ich fest, dass ich möglicherweise gar nicht an sie herankomme. Und dass sie jede Sekunde hier mit den gefährlichsten Verbrechern, die in Tyur’ma inhaftiert sind, verbringen muss. Irgendetwas stimmt da nicht.“ (83)
„Nur Erwachsene konnte sie zu dieser frühen Stunde noch nicht in den Anlagen entdecken. Es war ein vertrautes Bild, so wie sie es jeden Tag sah. Dabei fiel ihr der Spruch ein, der besagte, dass heutzutage chinesische Schüler den schwersten Beruf ausübten. Gemeint war, dass sie als Letzte zu Bett gingen und als Erste aufstehen mussten.“ (46)
„»Eine schöne Geschichte«, sagt Flecki einmal in diesem Buch. »Aber ist sie auch wahr?« Und der weise Kater Bruno sagt: »Das ist doch egal, sie könnte jedenfalls wahr sein.« So ist das mit Geschichten.“ (7)