Dirk Reinhardt, Perfect Storm
„Falls alles so verläuft, wie ich es geplant habe, wird heute in einer Woche, am 30. August des Jahres 2020, die Welt für einen winzigen Moment den Atem anhalten. Es werden auf verschiedenen Kontinenten und doch ganz eng verbunden, Dinge geschehen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Nur wer sie genauer betrachtet, wird erkennen, dass sie in Wahrheit zu ein und derselben Geschichte gehören.“ (S. 5)
Sechs jugendliche Hacker aus den verschiedensten Regionen der Welt, die sich bei einem Computerspiel kennengelernt haben, beschließen, gegen die kriminellen Machenschaften zweier amerikanischer Konzerne im Kongo vorzugehen. Sie machen sich auf die Suche nach belastenden Beweismitteln in den Netzwerken der Konzerne, ohne zu ahnen, dass der amerikanische Geheimdienst bereits gegen sie ermittelt.
„»Ist das ihr Ernst, Miss …? Entschuldigung, ich habe ihren Namen nicht richtig verstanden.« »Ich habe mich auch nicht vorgestellt«, gab das Mädchen zurück. »Also – in der Wand hinter ihnen ist ein Tresor. Sie haben sechzig Sekunden, um ihn zu öffnen, Mr …« Sie warf einen Blick auf das silberne Schild auf dem Schreibtisch. »Mr Horace Appleby. Ha, jetzt kenne ich Ihren Namen! Wer lesen kann, ist immer im Vorteil. Sechzig Sekunden, Horace, ab … jetzt!«“ (S. 19)
„Nafraím ließ sich auf den Stuhl fallen. Er starrte den grünen Sprössling an und wusste ganz genau, dass er seinen eigenen Tod sah. Er hatte sich immer vorgestellt, das Ende von allem käme wie ein Raubtier. Wie eine gewaltige Tobsucht, uralt mit Zähnen und Klauen. Es schien widersinnig, dass es seine Ankunft als junges zartes Pflänzchen ankündigte.“ (S. 11)
„»Willst du die Worte der Prophezeiung leugnen? Unter diesen neuen Himmelslichtern werden drei Thronerben kommen. Sie werden ungeahnte Macht erlangen. Sie werden den verfluchten König töten. Und genau in dieser Nacht sind drei Sterne am Himmel erschienen, Kalia. Wer weiß, welch andere dunkle Magie dabei noch am Werk war. Hältst du mich für töricht?« Wohl nicht. Aber wenn je ein König verflucht war, dann du, Brutan!“ (S. 12)
„Wenn du dieses Buch gelesen hast und jemanden triffst, der sagt, er weiß ganz genau, woher alles in unserem Weltraum oder Universum kommt, dann weißt du, dass du diesen Jemand nicht ernst zu nehmen brauchst. Es sei denn, er oder sie schaukelt auf einer tropischen Insel in einer Hängematte …“ (S. 13)
Welt gekommen, noch ganz nass und mit glänzendem Fell. Wunderschön, nur atmete er nicht.“ (S. 9)
„Trotzdem haben wir nach den Sommerferien beschlossen, etwas zu opfern: unsere Freiheit. Zumindest für drei Monate. Wir kriegen etwas Besseres für das, was wir aufgeben, dachten wir. Das war das große Ziel, klar, das offizielle: Die Welt retten, wenigsten ein bisschen. Vielleicht wäre das Experiment nicht außer Kontrolle geraten, wenn es dabei geblieben wäre.“ (S. 5)
„Was auch immer auf jener Insel namens Horvig geschehen war, es hatte ihn verändert. Nicht bloß sein Bein, sondern ihn, Teofin. Genau wie Edda selbst war er nach wenigen Wochen draußen im Inselreich nicht mehr der, der er noch an der Küste gewesen war.“ (S. 50)
„Diese Geschichte hat viele Anfänge. […] Sie beginnt mit zwei Hexen und einem Mann ohne Farbe. Sie beginnt mit einer Lüge. Sie beginnt in dem grauen, dem blauen, dem silbernen, dem teerschwarzen Meer. Sie beginnt mit den Kaltwochen, mit den Fischern, die dem Meer nicht trauen, und den verschwundenen Kindern Colms. Vor allem aber beginnt sie mit einem Mädchen.“ (S. 9)
„Ich hasse diese Insel. Sie ist zu klein. Und dieses Haus, das zu groß ist und zu zugig. Es gibt so viele Türen. So viele Menschen. Überall Personal und Gäste. Wir leben in einem Hotel am Rande des Meeres, ganz weit oben im Norden, dort, wo der dunkelste aller Himmel auf das Ende der Welt trifft.“ (S. 11)