12-15 Jahre

Elias Schneitter, Venedig

andreas.markt-huter - 22.06.2010

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Die Welt der Jugendlichen ist gefüllt von Sehnsucht und Melancholie, darin gleicht sie der Welt der Erwachsenen aufs Haar.

Elias Schneitter nennt seinen Sehnsuchts-Roman "Venedig". Das wirkt wie ein Losungswort, das die Lösung aller Probleme verspricht.

Hermann Vinke, Das Dritte Reich

andreas.markt-huter - 14.06.2010

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In einer sehr pessimistischen Einschätzung bemerkte der französischer Erzähler und Novellist Gustave Flaubert: "Indem wir die Geschichte ignorieren, verleumden wir gleichzeitig unsere eigene Zeit. Aber die Menschen haben es nie anders vermocht."

Indem wir die Geschichte erforschen, setzen wir uns mit unseren Wurzeln auseinander, um die Gegenwart zu verstehen und uns für die Zukunft zu orientieren. Wohl kaum ein geschichtlicher Abschnitt wurde so genau erforscht wie das Dritte Reich, der Aufstieg und die Herrschaft der Nationalsozialisten in Deutschland.

Christine Fehér, Vincent, 17, Vater

h.schoenauer - 02.06.2010

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Der Sinn des Lebens besteht meist darin, dass es nicht planbar ist. So lassen sich letztlich nur Richtlinien formulieren, in deren Gegenteil das Abenteuer steckt.

Bei Vincent ist im Kopf die Hölle los. Obwohl er scheinbar ein doofes Schülerleben hinlegt, macht ihm doch eines immer Schwierigkeiten: Er kriegt es mit der Verhütung nicht hin. Dabei zwingen ihn trotz seines jugendlichen Alters zwei Frauen in die Knie, mit denen er abwechselnde Verhältnisse hat.

Will Gatti, Diebe!

andreas.markt-huter - 19.05.2010

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Will Gattis Buch "Diebe!" liest sich wie eine moderne Ausgabe von Charles Dickens Oliver Twist. Während uns bei Oliver Twist die Feuchtigkeit und Kälte des englischen Nebels frieren lässt, schlägt uns in "Diebe!" die Hitze einer südamerikanischen Stadt wie ein Glutofen entgegen.

"Die Stadt ist ein Glutofen. In dieser Stadt ist es immer glühend heiß. Der Fluss ist zu einem Rinnsal aus braunem Wasser ausgetrocknet." (5) heißt es gleich zu Beginn des Romans und versetzt damit den Leser unmittelbar in die schmutzige, lärmende Welt der Slums der sudamerikanischen Millionenmetropolen, in der unzählige elternlose Kinder um ihr nacktes Überleben kämpfen.

Henning Boëtius / Christa Hein, Die ganze Welt in einem Satz

andreas.markt-huter - 09.05.2010

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Wird man als Schriftsteller geboren oder lässt sich das Handwerkzeug eines guten Autors auch erlernen? Kein Meister ist vom Himmel gefallen, heißt es in einem alten Sprichwort und so lässt sich auch das Rüstzeug eines Schriftstellers, die Sprache und ihre gezielte Verwendung erlernen.

Für all jene, die sich unter Schreiben mehr vorstellen als das Verfassen von Berichten und Texten für den beruflichen Alltag, für die ist die Sprach- und Schreibwerkstatt für junge Dichter von Henning Boëtius und Christa Hein genau das richtige Buch, um dem eigenen Schreibstil neue Dimensionen abzugewinnen.

Markus Zusak, Die Bücherdiebin

h.schoenauer - 06.05.2010

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Den besten Stoff geben allemal die Bücher her, ein Buch über Bücher ist also automatisch voll beladen mit Stoff, Gedanken und Abenteuern.

Das höchste Abenteuer freilich ist der Tod. Dieser ist im gewissen Sinn ein Büchersammler, weil er die Menschen der Reihe nach aus dem Regal des Lebens holt und auf seine Art fertig liest und quasi fertig macht. Jeder Mensch geht nämlich als Buch durch die Welt und ist dadurch einmalig und einzigartig wie ein Buch.

Beate Teresa Hanika, Rotkäppchen muss weinen

andreas.markt-huter - 05.05.2010

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Ein Rotkäppchen der Gegenwart verläuft sich naturgemäß nicht mehr mit der Zipfelmütze am Kopf im finstern Wald sondern muss mit dem Fahrrad an einer roten Ampel anhalten. Freilich, der Korb mit den Fress-Sachen ist der gleiche geblieben, eine Flasche Wein ist obligatorisch für den bösen Wolf.

In Beate Hanikas Roman bremst sich tatsächlich Malvina auf dem Weg zum Großvater an einer roten Ampel ein, sie schließt beim Radfahren am liebsten die Augen und lässt sich so an den Rand des Lebens treiben. Das hat sie auch nötig, denn Großvater ist hinter ihr her. Immer wieder schickt er alle fort um allein mit seiner geliebten Enkelin sein zu können, dabei sabbert er ständig von Liebe, streichelt wie wild an allen unmöglichen Körpergegenden herum und hat nichts anderes im Sinn als mit der Enkelin zu baden.

Sally Nicholls, Wie man unsterblich wird

h.schoenauer - 03.05.2010

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Das Ungeheuerliche lässt sich in der Literatur noch am ehesten mit Listen darstellen. Dort nämlich, wo die gewöhnliche Sprache versagt, helfen Listen weiter. So sind die Gedächtnislisten an die Nazi-Opfer in ihrem Mahnmal-Charakter durch keine vollständigen Sätze zu ergänzen. Aber auch in der Verwaltung und Visualisierung von Katastrophen sind Listen das einzige Mittel, das Unsagbare in einer hilflosen Form zu dokumentieren.

Sally Nicholls beschreibt in ihrem Roman Wie man unsterblich wird die Aussichtslosigkeit eines Elfjährigen, mit seinem Tod zu Recht zu kommen. Sam hat Leukämie und schreibt ein Buch über seine Krankheit, so lange er noch bei Kräften ist.

Christian Waluszek, All games

andreas.markt-huter - 26.04.2010

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Adrian, ein Waisenkind, ist ein Computer-Freak. Er besucht eine technische Schule mit angeschlossenem Internat und trickst seinen EDV-Lehrer aus. Er hackt im System und beschafft seinen Mitschülern Testunterlagen.

Seine große Leidenschaft ist die virtuelle Welt von "Allgames", einer Adventure-Hall in seiner Schulstadt. Nur dort in den bekommt er den Kick, den ihm das wirkliche Leben nicht bieten kann. Am liebsten würde er mit seinem Pocket-Bike abhauen, dann wäre er die Schule und seine hohen Spielschulden bei seinen Mitschülern los.