Brigitte Weninger, Das große Buch von Pauli
„An einem hellen Sommertag kam Pauli zu Mama Kaninchen und jammerte: »Mir ist sooo schlecht!« »Oje«, sagte Mama besorgt. »Hast du etwas Verdorbenes gegessen?« Pauli dachte nach. Nein, bestimmt nicht! Er hatte bloß alle Brombeeren weggenascht, bevor jemand anderes die Hecke entdeckte.“ (36)
Fünf Pauli Geschichten der bekannten Tiroler Kinderbuchautorin Brigitte Weninger in einem Buch lassen die jungen Leserinnen und Leser am Alltag des liebenswerten kleinen Hasen teilnehmen und viele größere und kleinere Probleme miterleben, die sie selbst vielleicht schon auf die eine oder andere Weise betroffen haben.
„Sherlock hatte meinen Vater daran gehindert, mich zu töten. Das tat ihm ganz offensichtlich kein bisschen leid. Doch er hatte die Polizei gerufen, obwohl er gar nicht gewusst hatte, ob ich wirklich Hilfe brauchte. Das hatte er getan, weil er kein Vertrauen zu mir hatte.“ (14)
„Niemand wäre mehr darauf gekommen, dass der Wunschelberg jahrelang im Winterschlaf gelegen war. Bunte Buden standen rings um die Zauberwiese. In den Bäumen hingen gemusterte Lampions und überall grünte und blühte es.“ (116)
„Von Anfang an gab es nicht den geringsten Zweifel daran, dass Olga da Polga ein Meerschweinchen war, das es einmal weit bringen würde.“ (7)
„In der Schule haben wir einiges über die Welt vor unserer Zeit gelernt, über die Engel und Götter, die im Himmel lebten und mit gütiger, liebender Hand über die Welt herrschten. Manche behaupten, das seien nur Geschichten, aber das glaube ich nicht. Die Götter herrschen noch immer über uns. Sie sind von den Sternen herabgestiegen. Aber sie sind nicht mehr gütig.“ (21)
„»Ich habe deiner Mutter erklärt, dass du alt genug bist, um allein hierzubleiben. Schließlich bist du schon neun oder zehn.« »Ich bin fast zwöfl. Was wird denn aus Mr Maun?« Vielleicht durfte sie den Kater ja mit ins Waisenhaus mitnehmen.“ (27)
„In Schweden lebte einmal ein Junge, der nichts anderes im Sinn hatte, als Menschen und Tiere zu ärgern und zu quälen. Die Kinder fürchteten sich vor ihm und die Tiere rannten davon, wenn sie ihn nur sahen.“ (11)
„Die Zwerge schufteten, was sie konnten, und wurden dabei von einer Handvoll ebenfalls schwarz angezogener, aber deutlich größerer Gestalten angetrieben, die Schwerter und Schilder trugen und gewaltige mehrschwänzige Peitschen schwangen, deren geflochtene Enden dicht über ihren Köpfen in der Luft knallten.“ (65)
„»Der Postbote macht es richtig«, dachte Lieselotte. Auch sie hatte keine Lust, ihre freien Tage immer nur auf dem Bauernhof zu verbringen. Also packte Lieselotte ihre Tasche und machte sich auf den Weg zur Bushaltestelle.“
„»Was geschieht hier?«, flüsterte sie. »Wo ist Till?« Er konnte die Angst in ihrer Stimme hören. »Ich weiß nicht. Hast du sein Zimmer gesehen?«, fragte er. Greta nickte. »Es … ist, als hätte ihn jemand ausradiert.« Ja, dachte Caspar. Ausradiert aus ihrem Haus, den Fotos und was am allerschlimmsten war: sogar aus der Erinnerung ihrer Eltern.“ (66)