Bénédicte Carboneill, Der Lesewolf
„Er las! Der Vater las seiner Tochter aus einem Buch vor. Seine Worte faszinierten den Wolf sofort … Zu schade, dass er den Anfang der Geschichte verpasst hatte!“
Der Wolf wird im Wald in von Stimmen und lautem Lachen seinem Schlaft gestört, was ihn wütend aber auch neugierig macht. Er geht dem Krach nach und entdeckt einen Vater und seine Tochter auf einer Bank sitzend, die gemeinsam ein Buch lesen.
„Es war einmal ein Reiter, / der ritt hinauf eine Leiter. / Die Leiter führte nicht weiter. / Sie stand nur in der Luft herum. / Da schauten Ross und Reiter stumm. / Drauf ritt der Reiter kopfunter / drüben wieder hinunter. // Das ist frühmorgens um zwölf geschehn. / Ich hab’s mit eigenen Ohren gesehn.“ (S. 39)
Das oft zitierte Bilderbuchleben ist letztlich nur das Gerüst, um darin Ängste mit schönen Worten unterzubringen.
„Ich bin Chilly. Während andere Pinguine Pinguinsachen machen, baue ich Maschinen. Dummerweise funktionieren sie nicht immer. Meine Flugmaschine Guter Vogel ist in unseren Eisberg gekracht. Jetzt driften wir auf einer kleinen Eisscholle weg von Vinci, der Scholle, auf der unsere Kolonie lebt.“
„Federico hat auf dem Dachboden einen großen Pappkarton gefunden. Darin liegt etwas, von dem er schon lange geträumt hat … / … Ein Ritterkostüm! Das Ritterhemd zieht er sofort an. Dann setzt er auch den Helm auf und schnappt sich das Schwert.“
„Es war Winter, und das Meer, das Meer, das fror so sehr. Es lag auf einer kalten Klippe, und wenn es kalt ist, kriegt man Grippe. So hat es dann auch wild genossen und einen Wal an Land geschossen.“
„Am liebsten aß der Hamster Hugo / Spaghetti mit Tomatensugo. / Spinat versuchte er zu meiden / Erbsen konnte er nicht leiden. / Aber ganz und gar nicht wohl / War es ihm beim Blumenkohl.“ (S. 22)
„Vor vielen Jahren lebte ein junger Mann namens Martin in einer kleinen Stadt. Er arbeitete als Soldat für den römischen Kaiser. Jeden Tag waren Martin und die anderen Soldaten in seinem Auftrag unterwegs.“
„Plötzlich begann die Schlacht. die Blauröcke nahmen ihre Hüte von den Köpfen und warfen sie in Richtung der Rotröcke. Die Rotröcke zogen ihre Hüte und schleuderten sie den Blauröcken entgegen. Der Kampf wogte hin und her, bis alle Hüte im Dreck lagen.“
„Mein Großvater war ein junger Mann, als er sein Zuhause in Japan verließ und auszog, um sich die Welt anzusehen. Er trug zum ersten Mal europäische Kleidung und begann seine Reise auf einem Überseedampfer. Der pazifische Raum versetzte ihn in Staunen.“