Susan Fletcher, Die Reise des weißen Bären
„»Wir brechen am Morgen nach London auf«, sagte der Doktor. »Wenn du mitkommst und dich bis zur Ankunft um die Bärin kümmerst, gebe ich dir, was du begehrst, sofern es in meiner Macht steht.«“ (S. 37)
Nachdem Arthur einen Brief der Verwandtschaft seines verstorbenen Vaters erreicht hat, ergreift er vor den Schlägen seines Stiefvaters und der Unterdrückung seiner Stiefbrüder die Flucht, um sich auf den Weg zu seinen Verwandten nach Wales zu machen. Er ahnt nicht, welche abenteuerliche Reise ihn dabei erwartet.
„Aber natürlich geht es in dieser Geschichte nicht um den Wald. Vielmehr geht es um die seltsamen Gestalten, die der Wald beherbergt. Edith zum Beispiel. Aber zuerst muss ich von der Räuberbande erzählen, die sich in dem Wald in ihrer finsteren Räuberhöhle niedergelassen hat. Niemand weiß, wo sich diese Räuberhöhle befindet, was nicht sehr verwunderlich ist, weil sich ja nicht einmal sagen lässt, wo dieser Wald genau ist. (S. 7)
„Nur wenige Stunden zuvor, in tiefer Nacht, stand Mike Evans am Bug der Jüngstes Gericht, während der Pazifik wie schwarzer Satin unter dem Sternenhimmel vorüberglitt. Evans mochte es, um diese Zeit mit der fernen Welt zu kommunizieren, weil sich der Text, den die Sophonen auf seine Netzhäute projizierten, so wunderschön vor dem nächtlichen Meer und dem Himmel abzeichnete.“ (S. 22)
„Am Himmel waren keine Sterne mehr. Da stand Herr Schnettelbeck nun und glotzte dumm. »Was ist denn da passiert?«, murmelte er und kratzte sich am Kopf. »Seit wann sind die Sterne weg?« Und er kratzte sich und kratzte sich, aber egal wo er sich kratzte – er konnte sich nicht erinnern, wann er die Sterne das letzte Mal gesehen hatte.“ (S. 8)
„Ihr wurdet nicht einfach ausgesetzt. Es war jemand dort, hat dem Ohm und mir euch zwei kleine Schreihälse übergeben. Dazu gab es einen Batzen Geld und einen Brief. Der Ohm und ich mussten schwören, niemals über diese Nacht zu reden.“ (S. 69)
„Es gab zahlreiche Spekulationen darüber, wer für die Katastrophe verantwortlich war, denn es war offensichtlich kein Unfall oder Naturereignis, sondern eine vorsätzliche, sorgfältig geplante, abgrundtief böse Tat. All diesen Gerüchten und Spekulationen kann ich nun ein Ende setzten. Ich übernehme die volle Verantwortung. Denn es war mein Lehrling, die die Insel versenkt hat.“ (S. 8)
„Die ganze Nacht habe ich überlegt, ob ich es wagen soll, diesen verödeten Todesstreifen zwischen mir und dem Zaun zu betreten, und selbst jetzt, nachdem ich mit Tüten zurückgekehrt bin, um die Beeren zu sammeln, kann ich mich immer noch nicht entscheiden.“ (S. 10)
„Du kannst die Karten in deiner Schachtel wie ein Buch lesen. Es ist ein besonderes Buch, mit losen Seiten, die sich nach Belieben sortieren oder wie ein Kartenspiel mischen lassen. Ändert sich etwas an deinen Überlegungen, je nachdem, in welcher Reihenfolge du liest?“
„Und ich habe schon eine Idee, in welches Jahr wir reisen sollten: Der Parthenon mit der goldenen Göttin wurde im Jahr 438 vor Christus feierlich eröffnet. Damals muss es eine große Feier gegeben haben. Da könnten wir doch dabei sein!“ (S. 16)
„Die ersten Zivilisationen und Hochkulturen entstanden an den Ufern großer Flüsse – wie etwa dem Tigris und dem Euphrat in Vorderasien oder dem Nil in Ägypten –, die genügend Wasser für die Landwirtschaft liefern konnten. Erst später, als sich Fortschritt und Handel immer weiter ausbreiteten, entstanden auch in Europa große Reiche.“ (S. 34)