Kayvion Lewis , Thieves’ Gambit
„Eine Quest kann niemandem auf der Welt trauen – außer einer anderen Quest. Wenn also eine Quest, speziell Mama Quest, mir sagt, ich solle mich wie eine Fruchtschnur verbiegen und in ein winziges Schränkchen quetschen – nicht einmal einen Hund würde man in eine Transportbox dieser Größe stecken –, so vertraue ich natürlich darauf, dass sie einen guten Grund dafür hat. Oder dass zumindest die Sache, die ich stehlen soll, es wert ist. (S. 7)
Die siebzehnjährige Rosalyn Quest ist Mitglied der führenden Familie von Meisterdieben in Amerika. Gemeinsam mit ihrer Mutter Rhiannon und ihre Tante Jaya unternimmt sie die unglaublichsten Raubzüge. Als sie nicht mehr länger bereit ist, ihr Leben als Diebin fortzuführen, zerstört ein misslungener letzter Raubzug ihre geplante Flucht in ein neues Leben.
„Den meisten Menschen fällt es schwer, sich ihrer frühesten Erinnerungen zu entsinnen. Es kostet sie Mühe, so als streckten sie sich nach ihren Zehen. Joe aber ging es nicht so – was daran lag, dass diese Erinnerung eine Woche nach seinem dreiundvierzigsten Geburtstag entstand. Er stieg aus dem Zug. Das war es: das Allererste, woran er sich erinnerte.“ (S. 11)
„Wolem war ein Städtchen mit schmalen Straßen. Die Menschen von Wolem sahen über ihrem Kopf nicht mehr als einen kleinen Streifen vom riesigen Himmel. Ein Gebäude dort ragte hoch über alle Häuser hinaus. Es war ein Gebäude mit dreißig Stockwerken. Niemand fand es schön, aber alle sagten, dass Wolem mit diesem Gebäude auf der Höhe der Zeit sei. Jona verstand nicht ganz, was das bedeutete. Dann musste die Zeit ja wohl hoch sein, dachte sie. (S. 9)
„Im Laufe der Geschichte haben Menschen auf der ganzen Welt viele außergewöhnliche Bauwerke errichtet. Dieses Buch erzählt die Geschichte von 18 dieser architektonischen Wunder auf fünf Kontinenten. Die Karte auf dieser Seite zeigt Bauwerke, die oft als die „Sieben Weltwunder“ bezeichnet werden.“ (S. 6)
„Der alles sah, bis an die Enden der Erde, / Der alles erfuhr, alles kennenlernte, / Der alle Geheimnisse durchschaute, / Die Decke der Weisheit, die alles, die alles verhüllt. / Verwahrtes sah er, Verdecktes enthüllte er, / Von der Zeit vor der Sturmflut brachte er Kunde.“ (S. 5)
„Es ist halb sieben Uhr morgens. Toni ist schon fertig angezogen. Lina findet aufstehen scheußlich. Oscar ist gerade erst ins Bett gegangen. Papa tippt noch mal auf den Wecker. Elias quatscht Mama voll. Oma macht sich schön. Es ist halb acht.“
„Damals ahnte der König noch nicht, dass seine größte Liebe sein Untergang sein würde – auch nicht, dass beides in Gestalt eines kleinen hilflosen Menschenkindes in Erscheinung treten würde. Wie ein Häufchen Elend lag sie verlassen in all der Verwüstung da, die einzige Sterbliche im Umkreis von 100 Meilen, die noch lebte.“ (S. 7)
„Laila ist Adas beste Freundin. Ada und Laila haben sich auf der Rutsche kennengelernt. Ada stand unten, Laila stand oben. Da waren sie beide drei. Laila wohnte nur vier Häuser weiter und hatte ein Dreirad, das auf dem Gehweg sehr laut ratterte. Laila winkte beim Rattern und Ada guckte ihr zu. Als Ada in den Kindergarten kam, war Laila schon da. Laila hat Ada an der Hand genommen und ihr alles gezeigt.“ (S. 24)
„Niemand wusste, warum Charlotte anders war als alle anderen. Aber sie war es von Anfang an. Wenn die anderen Schäfchen still bei ihren Müttern standen … tobte Charlotte über Stock und Stein. Charly, der alte Hüttenhund, zeigte ihr manchmal die Zähne, aber sie hatte überhaupt keine Angst.“
„An Sepia. Wenn du diesen Brief liest, bedeutet das, dass du bald zwölf Jahre alt bist und es dir erlaubt ist, das Graue Haus zu verlassen. Aus diesem Grund möchte ich dich einladen, das überaus edle und ehrbare Handwerk der Buchdruckerei zu erlernen. Die Druckerei Silbersilbe freut sich, dich als ihren neuen Lehrling willkommen zu heißen.“ (S. 9)