Gerhard Kromschröder, Ach, der Journalismus
Große Journalisten lassen sich zwar nicht mit einer Zauberformel verkürzt darstellen, aber man verbindet ihr aufregendes Werk leichter mit dem eigenen Leben, wenn es eine Lebensformel zwischen Journalismus und dargestellter Welt gibt.
In den Theodor-Herzl-Vorlesungen an der Universität Wien geht es immer um Meilensteine des Journalismus. Peter Huemer hat darin beispielsweise nachgewiesen, warum das Fernsehen dümmer ist als das Radio. Seine Lebenserkenntnis lautet, sobald du als Journalist über deine Verhältnisse wohnst, bist du käuflich und gekauft.
Zahlen im Titel lösen immer Verdutzung aus und die Lust, diese Zahl mit einem Sinn in Verbindung zu bringen. Handelt es sich bei 96 um eine Jahreszahl, eine Route 96 oder gar um eine umgedrehte Sexstellung?
Der Unterschied zwischen einem Buch und einem Text besteht schlicht darin, dass man ein Buch begreifen muss, um es zu begreifen.
Was für ein prächtiger Titel! - Man denkt sofort an fette Vorabendserien und üppige Imbisse, an mit Eiscreme abgefüllte feiste Lieblinge, an strampelnde Kuschelwesen in Stars und Stripes. Und dabei ist alles mit einem Schlag erkältet und von einer bitteren Patina durchtränkt, wenn Judy Budnitz mit einer ihrer zwölf neuen Geschichten mitten ins Amerikanische Alltagsherz zu sticheln beginnt.
Manchmal sind Texte eingespannt in entgegen gesetzte Zugkräfte. Eine kühle, dokumentarische Stimme kommentiert ein Drogenschicksal bis zum logisch letalen Ende, eine zärtlich besorgte Erzählhand hingegen unterbricht diesen Ablauf und stellt immer wieder die fassungslose Frage, warum das alles so kommen musste. Dazwischen liegt der Text, der Autorin und Leser beinahe zerreißt.
Manche Buchtitel schleichen sich wie ein Ohrwurm in den Kopf und man kann dann erst wieder geordnet weiter leben, wenn man das Buch gelesen hat. Der Titel des neuen Erzählbandes von Jürg Amann weckt natürlich Erinnerungen an den Film „Das Fenster zum Hof“ (Alfred Hitchcock, 1954). Und tatsächlich hat der verfilmte Schrecken im Hinterhof auch Eingang in den Suspense der Titelerzählung gefunden.
Was lässt uns freiwillig in ein Kino gehen, um dort einen Katastrophenfilm anzuschauen? – Wohl die Lust, etwas bislang Verborgenes über uns und unser Ticken in der Gesellschaft zu erfahren.
„Nein“ ist so das wichtigste Wort, das ein Kind während seiner Ersterziehung hört, kaum streckt es seine Finger irgendwohin aus, ruft schon jemand dieses penetrante Nein. Und später, wenn dieses Kind zu einem kaputten Erwachsenen geworden ist, sagt der Psychologe meist in der ersten Beratungsstunde: Sie müssen einfach lernen, nein zu sagen.
In der Literatur kann alles zum Helden werden und eine Story auslösen. Dass aber das Farbspektrum selbst im Mittelpunkt von Erzählungen steht, ist ja fast schon ein Goethe’scher Ansatz, Goethe hat ja seine Farbenlehre als wichtiger eingeschätzt als seine Literatur.
Pantelleria ist eine italienische Insel und liegt genau 83 Kilometer von Sizilien und 84 Kilometer von Tunesien entfernt im Mittelmeer.