Selma Mahlknecht, Das Weihnachtskänguru
Das kennt man ja von den diversen Überraschungsbesuchen aus der Vorweihnachtszeit: der Korb mit der Schokolade ist schon voll und auch die Keksschüsseln stehen bereits im Badezimmer. Selbst auf dem Handy ist kein Platz mehr für eine Geschenks-App, sodass man sich spontan für das „Weihnachtskänguru“ als Mitbringsel entscheidet, das passt immer.
Selma Mahlknecht hat aus ihrem Buch von der Lebkuchenstraße die interessantesten Weihnachtsgeschichten ausgekoppelt und mit den Illustrationen von Armin Barducci zu einer kleinen Stimmungs-Aufhellung verpackt. In der Bilderwelt dürfen die Accessoires durchaus einmal eine kleine Schramme haben wie eine gebrauchte Weihnachtskugel, die Stimmung bleibt feierlich, auch wenn die einzelnen Schneeflocken sich erst die Hand reichen müssen für eine Schneedecke.
Jede Stadt hat eine sogenannte Ur-Zelle, die als besonders authentisch und ungebrochen gilt. In Innsbruck nimmt Hötting dieses Privileg in Anspruch, und tischt dabei eine besonders deftige Sprache auf, womit die Grundbedürfnisse des Menschen mit beinahe tierisch-einfachen Lauten abgedeckt werden können. Wer sich am Bahnhof Hötting ein Ticket ausdruckt, wird über das international anspruchsvolle „Hotting“ erstaunt sein, es geht zumindest am Bahnhof heute noch heiß her in diesem Stadtteil.
Die Meisterinnen des Erzählens lassen die Geschichten an sich herankommen, seitlich vorbei streichen und wieder verschwinden. Währenddessen entwickelt sich das Thema, zum Beispiel Transit.
Sogenannte Chinesenviertel sind dazu da, dass sich darin die Kultur von Jahrtausenden mit den aktuellen Menschenschicksalen der jeweils individuellen Gegenwart begegnen können.
Wo ist eigentlich Krieg? - Dort wo der Wehrschütz ist. Dieser Witz über die Kriegsberichterstattung des ORF zeigt das Dilemma des modernen Journalismus. Nachrichten entstehen nur mehr dort, wo jemand das Geld hat, jemanden hinzuschicken, oder im Netz, wo alles eine Nachricht ist.
Woraus besteht eigentlich ein guter Roman? - Aus Roman!
„Am 12. Januar 2019 jährt sich zum 500. Mal der Todestag Kaiser Maximilians I. Wer war dieser Herrscher? Ist es gerechtfertigt, seiner noch nach einem halben Jahrtausend zu gedenken? Ja, denn Maximilian war eine faszinierende Persönlichkeit: stets voller Ideen und Pläne, mit ritterliche Idealen, ein arbeitsamer Herrscher, schriftstellerisch tätig, ein Liebhaber der Musik, der Frauen und der Natur, mutig bis zur Waghalsigkeit, aber auch kriegslüstern, ehr- und ruhmsüchtig.“ (7)
Der Selbstversuch gilt in Literatur und Forschung als das Tapferste, was jemand auf seinem Gebiet leisten kann. Es zeugt von viel Selbstvertrauen, Coolness und Optimismus, wenn jemand sein Ich in einem Selbstversuch zum Markt trägt.
Straffe Fügungen können ein üppiges Lebensprogramm beschreiben, über Wasser heißt dabei für den einen, dass er nach Schwierigkeiten gerettet und über Wasser ist, ein anderer hat vielleicht messianische Züge und geht mit seinem Programm tatsächlich über Wasser.
Wie alle Wirtschaften der Globalisierung und des Postkapitalismus leidet auch die Literaturwirtschaft unter zunehmender Brutalität.