Schreiben, Lesen und Lesenlernen im Mittelalter 1
Mit dem Beginn des Mittelalters gingen gesellschaftliche Umbrüche einher, die in vielen Regionen Europas Lesen und Schreiben wieder eine Tätigkeit von Spezialisten werden ließen. Doch im Laufe der Jahrhunderte erleben die Kulturtechniken des Lesens und Schreibens eine Renaissance und zunehmend weitere Verbreitung.
Lesen und Schreiben im Mittelalter war zunächst auf die einzigen verfügbaren schriftlichen Quellen in lateinischer Sprache beschränkt, die das grenzüberschreitende Medium der mündlichen und schriftlichen Kommunikation der geistigen Elite in Westeuropa bildete. Alle Wissensgebiete der Antike von Philosophie über Theologie, Mathematik, Medizin, Historiographie, Naturwissenschaften und Dichtung lagen auf Latein vor und das Lateinische bildete wiederum die Grundlage für das Lesen und Schreiben in den verschiedenen regionalen Sprachen Europas.
Lesen war im Altertum einer Minderheit vorbehalten. Ohne staatlich organisierten Schul- und Leseunterricht hing die Beherrschung der Lesetechnik davon ab, ob jemand das Lesen aufgrund einer Funktion oder Stellung im Staat, in der Wirtschaft oder Gesellschaft beherrschen sollte und ob sich jemand den Aufwand des Lesenlernens finanziell und zeitlich leisten konnte. Lesen galt somit als Spezialwissen.
Bei uns fließt Leseförderung auf vielfältigste Weise spielerisch in den Alltag mit ein. So haben wir in Atelier, Rollenspielraum und Bauraum je eine gemütliche Ecke mit Sofa eingerichtet, in der den Kindern unter Anderem raumspezifische Bücher zum Vorlesen oder zur freien Ansicht angeboten werden.
In unserer Einrichtung hat das Lesen und Vorlesen - der generelle Kontakt mit Buchstaben, Wörtern und natürlich auch Büchern, - einen hohen Stellenwert.
Die Digitalisierung hat sich in den letzten Jahrzehnten über alle Bereiche der Bildung und des Lernens ausgebreitet und damit auch die Kulturtechniken Lesen und Schreiben spürbar verändert. Lesen und Schreiben haben sich speziell bei den jüngeren Generationen zunehmend in den digitalen Raum verlagert, während die Lesekompetenz laut Studien fortlaufend im Sinken begriffen ist.
Bereits zum dritten Mal findet das Projekt „Tipps und Methoden zur Leseförderung“ an Volksschulen und in der Sekundarstufe 1 statt. Ziel ist es, einen gezielten Austausch an Erfahrungen und Fachwissen zur praktischen Leseförderung im Unterricht an den Volksschulen sowie in der Sekundartstufe 1 zu eröffnen, von dem am Ende alle Lehrerinnen und Lehrer profitieren sollen.
Dem Österreichischen Buchklub der Jugend droht als größte Lesefördereinrichtung in Österreich das finanzielle aus. Dem Buchklub, der jedes Jahr zwischen 300.000 und 400.000 Kinder und Jugendliche vor allem im schulischen Bereich erreicht, fehlen auf Grund steigender Kosten und einer schwierigen Finanzierung des Direktvertriebs jährlich rund 300.000 Euro. Ohne zusätzliche staatliche Förderung muss die Non-Profit-Organisation ihre Arbeit einstellen.
Das Bundesministerium für Bildung setzt mit der Initiative „Lesepatenschaften“ ein bundesweites Zeichen der Leseförderung an Schulen. Mit der Aktion sollen systematisch ehrenamtliche Lesepatenschaften ins Leben gerufen und gefördert werden. Dabei soll durch eine zweckmäßige Fortbildung, die pädagogische Qualität der Lesepatenschaft gesichert sein.
Wer sich auf die Suche nach Materialien zur Sprach- und Leseförderung begibt, wird auf der Seite des