Klassiker

Peter Zilahy, Die letzte Fenstergiraffe

h.schoenauer - 19.10.2005

zilahy_fenstergiraffe.jpgDas Revolutionsalphabet ist für Leser ab fünf gedacht, weil patriotische Stimmung bereits in frühester Kindheit einsetzen muss. Die Gestalt des Textes ist ein in zwei Spalten gesetztes Lexikon, das zu ziemlich wahllos aufgerufenen Begriffen in Form von Zitaten, Verfremdungen und Übertreibungen Stellung nimmt.

Äußerer Anlass für das Erstellen und Anwenden dieses Lexikons sind die Belgrader Protestmärsche Belgrader Intellektueller gegen Milosevic in den Jahren 1996 und 1997. Man kann sich vorstellen, dass alle Äußerungen, die bei so einem Aufruhr fallen, einen Lexikon-Artikel, nach sich ziehen.

Elisabeth Kraushaar-Baldauf, Die Eva war es nicht

h.schoenauer - 11.10.2005

Buch-CoverManche Bücher haben einen Fluch wie eine verhexte Königskrone an sich, sie wollen partout nicht auf den Kopf des Lesers.

Dem "Eva-Buch" von Elisabeth Kraushaar-Baldauf scheint so eine Verhexung inne zu wohnen, während des Drucks der Erstausgabe 1985 ist der Verlag eingegangen und hat das ungeborene Buch mit ins Grab genommen, und 2002 ist die Autorin gestorben. Aber jetzt ist das Buch da und bekräftigt den schönen Satz: "In der Literatur geht niemand verloren!"

Florian Kronbichler, Was gut war

h.schoenauer - 29.08.2005

Buch-CoverJe verunsicherter ein Land die eigene Identität überstreift, um so heftiger klammert es sich an Heroen und wenn es Strohhalme sind.

1995 hat sich Alexander Langer, der geistige Hoffnungsträger Südtirols, das Leben genommen, und seither ist wohl nur mehr Reinhold Messner in der Lage, einen Gedanken auch über die Landesgrenze hinaus zu formulieren. Zyniker behaupten, dass die Autonomie den Südtirolern vor allem Autonomie von der Intelligenz gebracht hätte, und tatsächlich denkt der klassische Südtiroler vor allem an sich, an sich und an sich.