Kunst | Musik

Brigitte Trieb, Arbeiten / Works 2004-2013

h.schoenauer - 10.12.2014

Im Kunstbetrieb getraut sich das betrachtende Subjekt heutzutage oft nicht mehr zuzugeben, dass es von einem Bild berührt wird ohne intellektuelle Zwischenschaltungen.

Brigitte Trieb schafft es mit ihren Arbeiten auf Anhieb, mit klaren Themen, Farben und einer sub-pathetischen Ironie den Betrachter zu beeindrucken. Das erste Gefühl ist, hier handelt es sich um mega-naive Malerei ohne Schnörkel. In den Bildern ist fast immer eine Ampel zu sehen, die die entsprechende Gefühlslage freigibt, alle anderen Farben für Gebüsch, Bäume, Landschaft oder Kleidung haben sich dieser Seh-Ampel unterzuordnen.

Hans Platzgumer, Korridorwelt

h.schoenauer - 03.12.2014

Ein Korridor gilt in Tirol als etwas besonders Exklusives und Wertvolles, Jahrzehntelang sind beispielsweise die Osttiroler mit einem Korridorzug unter Ausschluss der Realität von Lienz nach Innsbruck gefahren, ehe man dem Zug seinen Korridor-Charakter genommen hat.

In Hans Platzgumers „Korridorwelt“ ist ähnlich exklusiv wie bei den Osttirolern eine eigene Welt gemeint, die sich nur dem Korridorbewohner erschließt. Der Held Julian Ogert nämlich lebt in Amerika eine Zeitlang als Straßenmusikant in einer eigenen Welt. In Los Angeles ist dieser Held für eine gewisse Zeit zur Ruhe gekommen und stellt fest, dass man einen Fluchtpunkt ständig verlegen muss, sonst ist es keiner mehr. (101)