Astrid Kofler, Lebenskörner
Lebenskörner - dieser Titel regt gleich die Phantasie an. Vielleicht sind es Zeitgebilde, die wie in einer Sanduhr abrinnen, vielleicht handelt es sich um ein spezielles Saatgut, das eine einzigartige Lebensernte ermöglicht, vielleicht sind es aber auch die Körnchen Wahrheit, die da im Roman ausgelegt sind.
In Astrid Koflers Roman rinnen die Lebenskörner als Teil einer überschaubaren Chronik durch die Zeit. In ein unauffälliges Südtiroler Dorf werden die Bewohner zufällig hineingeboren, sie versuchen mit sich selbst zu Rande zu kommen, vermehren sich, reden manchmal was miteinander, halten jegliches Unglück für gottgegeben und wandern ab und zu aus oder kehren heim ins Dorf der Vorfahren.


In der Wissenschaft gilt manchmal noch das gute Rezept der Alchimisten. Man nehme zwei Stoffe, vermenge sie ordentlich und erhalte das Gold der Wissenschaft in Gestalt einer Diplomarbeit.
Für das Schul- und Berufsleben gibt es zwar jede Menge Ratgeber und pädagogische Nachschlagewerke, für diesen entscheidenden Zeitraum jedoch, wo Eltern zusammen mit den Kindern deren Berufswahl betreuen sollen, gibt es so gut wie nichts.
Der sogenannte Heimatroman funktioniert nur, wenn er als Karikatur erzählt wird, aber dann umso heftiger.
In wirklich guten Erzählungen muss der Erzähler zu Tode kommen, weil es nach der Erzählung keinen Lebenssinn mehr gibt.
Seit dem west-östlichen Divan wissen aufmerksame Leser, dass der Diwan nicht nur etwas zum Sitzen, sondern auch eine persische Gedichtsammlung meinen kann.
Normalerweise kann es eine Schriftstellerin / Schriftsteller der Leserschaft ja nie recht machen. Einerseits soll immer etwas Neues passieren, andererseits dürfen aber eingefräste Lesepfade nicht verlassen werden.
Ein Spion ist letztlich nichts anderes, als ein begnadeter Erzähler. Er muss die feindlichen Aktivitäten auskundschaften und sie geheim seinen Hintermännern vermitteln.