Rosmarie Thüminger, Mit offenen Augen
Die Angst und das Gefühl der Demütigung sind in der Todeszelle so groß, dass die bevorstehende Hinrichtung wie eine Erleichterung empfunden wird. Adele Stürzl stirbt am 30. Juni 1944 durch das Fallbeil.
Eingespannt zwischen dieser Angst des Wartens und der Inschrift des Todes beschreibt Rosmarie Thüminger das Leben der Politikerin, Frauenrechtlerin und Kommunistin Adele Stürzl.
Manchmal schafft es ein scheinbar kühles Sachbuch spielend, dass man als Leser doch etwas erregt wird und einem das Messer im Sack aufgeht, wie das im Volksmund heißt.
Manche Jahreszeiten brauchen ziemlich viel Input, damit sie anschließend mit vollem Lebensglück zurückstrahlen. Aus diesem Grund gibt es für jedes größere Fest eine Unzahl von Gebrauchsbüchern, die das Ereignis mit Tipps unterfüttern.
Ein klassischer Satz kann die Welt verändern und nach Jahrhunderten einen neuen Witz verströmen.
In der Literatur gibt es, seit es die Literatur gibt, das Thema um das Schreiben. Ähnlich wie die Liebe muss das Schreiben täglich neu angegangen werden, wenn man einen Funken einer Chance haben will. Und oft werfen einen Liebe und Schreiben an einem einzigen Tag gleich zweimal ab.
Eine aufregende Erzählung tut letztlich nichts anderes, als etwas scheinbar Bekanntes von vorne in abenteuerlich selbstverständlicher Form neu zu erzählen.
Manchmal gibt ein Buchtitel geradezu die Lesehaltung vor. Wenn ein brennender Dornbusch zu uns spricht, sind wir sofort vor Ehrfurcht starr und auf religiösen Konnex getrimmt.
Es gibt Romane, die halten den Erzähl-Atem zuerst lange breit und flach, damit dann die Spannungskurve umso heftiger nach oben schnellen kann.
Bei Auftritten jeglicher Art entscheidet sich innerhalb von Sekunden, ob der Abend gelingen wird oder nicht. Auch in der Lyrik zeigt sich oft schon am ersten Gedicht eines Bandes, ob es was wird oder nicht.