Lyrik

Jörg Zemmler, leihtöne

h.schoenauer - 13.01.2005

Buch-Cover

Schon beim Einlegen der CD muss man stark nicken, auf dem Label steht nämlich neben dem Hinweis auf das Kultursponsoring ein Gedicht, das vier Mal von oben nach unten gelesen die Botschaft ergibt:

"immer / schön / brav / nicken". Auch sonst betreibt Jörg Zemmler die Kunst durchaus unkonventionell, seinen wirklichen Namen Zemmer hat er auf Zemmler geändert, weil irgendwelche Affen auf Plakaten immer seinen Namen verhunzt haben.

 

Jörg Zemmler, leihworte

h.schoenauer - 13.01.2005

Buch-Cover

Ein Buch, das irgendwie mit der Hand geschrieben ist, erregt sofort Aufmerksamkeit.

Jörg Zemmler hat die Schnauze voll von Times und Arial und schreibt sich nicht nur die Geschichten selber sondern auch die Buchstaben.

Kurt Neumann, Ein Dutzend

h.schoenauer - 08.12.2004

Buch-Cover

Wenn ein Autor ein Vierteljahrhundert lang Abend für Abend literarische Gäste zum öffentlichen Diskurs einlädt, färbt das dann auf seine eigene Literatur ab?

Höchstens in der Ausdauer, an die Literatur zu glauben, ist man versucht zu sagen.

Kurt Lanthaler / Peter Kaser, :himmel & hoell

h.schoenauer - 07.12.2004

Buch-Cover

Am Umschlag dieses witzigen Buches ist eine Kartoffel abgebildet und die spielt auch die Hauptrolle.

Himmel und Hölle ist nämlich ein Projekt bei dem eine heiße goldene Kartoffel vom Himmel in die Hölle fällt. Auf diesem Weg legt sie offensichtlich 84 Stufen zurück.

Marie-Thérèse Kerschbaumer, Neun Elegien

h.schoenauer - 06.12.2004

Buch-Cover

Das Gegenteil einer Elegie ist der Witz, heißt es landläufig. Elegien geben einer speziellen Gemütsverfassung den Namen und spätestens seit Rilkes Duineser Elegien sind sie etwas, das unsterblich zwischen All, Engel und dem Ende der Welt angesiedelt ist.

Marie-Thérèse Kerschbaumer schafft das geradezu Unmögliche, sie macht schwere Stimmung nicht nur erträglich sondern beinahe leicht, ohne dass die Themen leichfertig verschenkt würden.

Norbert Mayer, wortungen gedichte

h.schoenauer - 01.12.2004

Buch-CoverSchon der Titel macht alles klar und lässt alles offen. Es geht um W-ORTE, die in noch unerschlossenen Sprachgegenden gegründet werden, als Knoten- und Zielpunkte ihr Schicksal durchmachen und später einmal aufgegeben und zur Wüstung werden.

Eines der größten Themen in der Lyrik ist der Jahreskreis, das Gehen und Vergehen großer und kleiner Dinge mit unbestechlicher Ernsthaftigkeit. Norbert Mayer, der sich als ?echter Lyriker? lange verschwiegen hat, stellt in ?wortungen? den Ablauf eines sprachpotenten Jahres vor. In zwölf Sequenzen, die wohl dem Monatsabriss am Kalender entsprechen, werden Worte wie verschollene Bräuche ausgehoben, neu inszeniert und dann wieder frisch verpackt beiseite gelegt.

Rezension:Peter Enzinger, Georg Bernsteiner, mechanismen und defekte gezeichnetes gebeichtetes geklautes

h.schoenauer - 30.11.2004

Buch-Cover

Schon am Cover ist die Ordnung aufgezeichnet. Peter Enzinger ist für das Lyrische zuständig, das sich mit Mechanismen und Defekten beschäftigt und Georg Bernsteiner kümmert sich in seinen Bleistiftzeichnungen um Gezeichnetes, Gebeichtetes und Geklautes.

Beide Künstler sind hingebungsvolle Vertreter ihrer Sparte, die ihr Handwerk gelernt haben und jetzt ausprobieren, was die Axt anrichtet, wenn sie kurz daneben schlägt.

Semir Insayif / Martin Hornstein, Libellen Tänze

h.schoenauer - 28.11.2004

Buch-Cover

Die Libelle ist ein aufregendes Tier, Zoologen schwärmen von ihr, Aviatiker nehmen sie als Vorbild, wenn sie neue Helikopter entwerfen, und Poeten sind ganz hingerissen von der Fähigkeit, Stillstand und Flug in einen optischen Kopulationssound zu verpacken.

Kein Wunder also, dass der Kommunikationspoet Semir Insayif und der Cellist Martin Hornstein die Tänze der Libellen als Inbegriff für das Zusammenspiel von Wort und Musik empfinden.

Kathrin Mayr, atemlos

h.schoenauer - 27.10.2004

Buch-Cover

Wie groß muss Lyrik sein, damit man sie in der Öffentlichkeit wahrnimmt?

Bei Kathrin Mayr genügen neunzehn Gedichte und eine edle Federzeichnung, um einen plastischen Gedichtband in den Regalen zu platzieren. Von den neunzehn Gedichten ist die Hälfte (acht) schriftlich anerkannt, das heißt, bei diversen Sparkassen-Lyrik-Wettbewerben wurden diese Gedichte irgendwie schriftlich zur Kenntnis genommen.

Hannes Vyoral, Ostrakoi

h.schoenauer - 01.08.2004

Buch-Cover

Gute Gedichte sind nicht nur zeitlos, sie entstehen manchmal sogar in einem Zeitmaß, das nicht von dieser Welt ist.

So hat die wunderschöne Sammlung Ostrakoi lange Monate gebraucht, bis die Sinnesorgane des Autors die eingeflossenen Eindrücke zu Lyrik umgespeichert haben. Aber noch nicht genug der Gelassenheit. Der Korpus des Gedichtbandes wurde 2003 gedruckt, und erst im darauf folgenden Jahr gelang es, den Umschlag auf die Beine zu stellen und so das Kunstwerk in die weite Welt hinein zu entlassen.