Petra Ganglbauer, Glöckchen Nachtprogramm

Absichtslosigkeit, Morphing, Kriegsmetaphorik - im Nachwort hat Petra Ganglbauer penibel aufgelistet, nach welchen Regeln das Skelett des Buches aufgebaut ist, und das Fleisch des Textes muss man als Leser ohnehin selbst Seite für Seite vom Knochen nagen.
Absichtslosigkeit ist ja wohl der häufigste Grund für Leser und Schreiber, sich mit einem Stoff zu beschäftigen. Wohin treibt es jemanden, wenn er sich gehen lässt, wohin gelangt er, wenn er auf der Sprache dahinsegelt, zu welchen Schlüsseln kommt er, wenn er semantisch surft.
Vielleicht sind poetische Ratgeber die beste Ermunterung, sich auf eine neue Sicht der Dinge einzulassen. Mit ihrem Roman ?Der Liebhaberreflex? hat Kirstin Breitfellner jüngst etwas recht Angenehmes publiziert, nämlich die Gepflogenheiten von Liebhabern, deren Liebreiz und das aufgegeilt Ungustiöse von Balzritualen auf ironische Art vorzuführen.


Manchmal braucht es in der Lyrik das große Lineal, um dem Sprachgebrauch auf die Finger zu klopfen, wenn er zu vorwitzig ist. Das tut dann weh sozusagen. Und schlicht "sozusagen" heißt der Gedichtband Josef Schweikhardts, in dem Poetisches nicht nur vermischt sondern auch gleich aufgemischt wird.

Von einem gut getarnten Atelier im Landecker "Karrnerwaldele" aus schreibt der Maler, Bildhauer und Verleger entlegener Kulturen, Gerald Kurdoglu Nitsche, was ihm an Lyrik eigentlich nicht gefällt, um dann begeistert zu erklären, dass er das Buch "Schmerzmittel" unbedingt machen musste.