Stefan Hahn, Identitätsdiskurse und Demokratie-Lernen im Unterricht
Welchen persönlichen Nutzen ziehen Schülerinnen und Schüler eigentlich aus dem in der Schule gelernten Wissen? Und wie lässt sich Unterricht gestalten, damit sich auch die Identitätsbildung Jugendlicher fördern lässt.
Schwierige Fragen für alle Lehrpersonen, die sich nicht damit begnügen wollen, lediglich den geforderten Lehrstoff zu vermitteln. Der Pädagoge und Soziologe Stefan Hahn setzt sich in seiner Dissertation "Identitätsdiskurse und Demokratie-Lernen im Unterricht" mit dem Verhältnis von Identitätsarbeit und Kompetenzerwerb auseinander, was anhand des wissenschaftlich begleiteten schulischen Lehrstücks "Wir gründen eine Dorfgemeinschaft" empirisch untersucht wird.
Studien zufolge erleben Jugendliche Demokratie und Politik als verschiedene Sphären, die sie vollkommen unterschiedlich bewerten.
Was haben eigentlich Schulnoten mit Demokratie zu tun? Sehr viel! Einerseits sind sie das Ergebnis der Emanzipation aus der Ständegesellschaft des Mittelalters andererseits begründen sie wieder die Aufnahme und den Ausschluss von Menschen aus den poltischen Einrichtungen der Demokratie.
Es hat sich einiges getan in den letzten Jahrzehnten, wenn man sich den Schulunterricht betrachtet und auch der Geschichtsunterricht ist längst nicht mehr eine Aneinanderreihung von Jahreszahlen, Daten und Fakten.
Bekommt eine Gesellschaft Demokratie zum "Nulltarif" oder ist es nicht doch viel mehr nötig, Energie und Engagement in die Erhaltung und Weiterentwicklung der "Herrschaft des Volkes" zu investierten.



