Joey Goebel, Vincent
Vincent ist ein skurill-höhnischer Künstlerroman, der mit allen Kunstbetrieben der Gegenwart ziemlich unrund ums Eck fährt.
Ein greiser Kunstmäzen, der es vermutlich nicht mehr schafft, seine Millionen noch in dieser Welt auszugeben, sponsert die Kunst. Freilich ist es ein zynisches Sponsoring, denn in der Schreibschule für Eliten sollen die Künstler doofe Ware für ein doofes System herstellen, sprich, Drehbücher für Vorabendserien und Popsongs für illuminierte Kids.

Das Thema ist diese leichtfüßige Zeit, wie sie sich vor allem in französischen Romanen darstellen lässt.
Die größte Aufregung eines Beamten ist sicher der Antritt der Pension. Der Roman "Falscher Hase" setzt denn auch mit einem Supersatz ein, der durchaus das Zeug zur Weltliteratur hat: "Kommissar Paffrath hat es ausgestanden. (5)



Huch, das Postlerleben kann aufregend sein! Torsten Krulis macht auf den ersten Seiten des Romans zwar so öde Amtsauftritte in einem Paketpostamt, dass Gefahr besteht, die Leser könnten abspringen, aber wer es über diese Amtstätigkeit hinaus schafft, kriegt sein Abenteuer aus heiterem Himmel, wie es auch den Helden völlig unerwartet aus den Socken haut.