Hans Haid, Die Landgeherin

Jedes Land hat an der Oberfläche eine Geschichte voller Kriege, Konflikte, Machtspiele und sozialer Tragödien, im Landesinnern unter der Haut sitzt freilich immer ein Mythos, zeitlos und voller Wahrheit.
Hans Haid hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen unter- und überirdischen Mythos des Gebirges zu erzählen. In seinem archaischen Roman ?die Landgeherin schickt er eine Salige, eine Heilige oder eine Heroische über das Land. Sie grast alle wundersamen Stellen ab, an denen sich etwas Spirituelles oder Unerklärbares zugetragen hat. So ist diese Landgeherin auf den ersten Blick eine Wallfahrerin, die von einer Kultstätte zur nächsten pilgert.




Häuslbauen kann ihre Psyche zerstören! - Diese frustrierende Warnung alter Immobilien-Haudegen in den Alpen kreist wie ein Geier über der Seele des Helden, der durch die poetische Banalität der Zeit hindurch muss, um sich letztlich selbst zu finden.
Das Perverse an alpinen Figuren besteht meist darin, dass sie äußerlich durchaus internationales Format verströmen, sobald sie aber den Mund aufmachen Geröllmassen von unverständlicher Semantik ausspucken. 
Vielleicht die wichtigste Frage auf dieser Welt lautet: ?Wie geht es weiter? - Liebespaare stellen sich diese Harte-Nuss-Frage genauso wie besorgte Eltern, die Raumfahrt oder regionale Agrarpolitiker. Aber niemand weiß eine rechte Antwort darauf. Die einzigen, die wirklich etwas Passables dazu zu sagen haben, sind die Dichter.