Dieter Berg, Oliver Cromwell
„Oliver Cromwell gehört zweifellos zu den umstrittensten Persönlichkeiten der englischen Geschichte, wobei bis zum heutigen Tage fanatische Gegner des Protektors ebenso entschlossenen Verehrern des Generals gegenüberstehen.“ (S. 7)
Dieter Berg verarbeitet in seiner Cromwell-Biographie die aktuelle Forschungslage über das Leben und die Politik des Lord Protektors, wobei es ihm nicht darum geht, eine „ausschließlich chronologisch strukturierte Lebensbeschreibung“ (S. 11) zu verfassen, sondern die politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklungen in England und Europa mit einzubeziehen und damit eine biographische und systematische Dimension zu verbinden.
Nichts ist in der gegenwärtigen Gesellschaft so kompliziert, wie am völlig liberalisierten Hormonmarkt eine halbwegs strukturierte Familie unterzukriegen und sich dabei womöglich noch zu reproduzieren.
„Es gibt eine politische Dimension der Gedankenfreiheit beziehungsweise –unfreiheit: Wenn sich eine große Mehrheit keine eigenen Gedanken mehr macht, dann ist die öffentliche Meinung steuerbar und mit ihr sind auch die davon abgeleiteten politischen Entscheidungen steuerbar.“ (S. 7)
Eines der größten Rätsel ist für einen normalen Menschen das eigene Ich. Kaum jemand kann über die Strecke seines Lebens wirklich sagen, wer er wirklich ist.
Spätestens seit den frühen Funkstücken des Peter Handke gilt das Taxi als eines der innigsten Erzählmittel, wenn es um die Geräusche und Geschichten einer Stadt geht. Nicht umsonst hat jede Stadt ein eigenes, unverwechselbares Grundgeräusch.
„Die Ökonomie ist menschengemacht und Ökonomen – insbesondere die Anhänger des neoliberalen Mainstreams – können sich irren. Um den Leserinnen und Lesern des vorliegenden Bandes diese Botschaft zu vermitteln, ist es von zentraler Bedeutung, die Hintergründe, Mechanismen und Konsequenzen der Strukturen, die globale und lokale Märkte bestimmen, aufzudecken und kontextualisiert zu untersuchen.“ (S. 7)
„Als Folge der neoliberalen (Regierungs-)Politik fast aller Parteien zeigen sich gesellschaftliche Spaltungen und ein Vertrauensverlust in den demokratischen Staat.“ (S. 7)
Jedes Mal, wenn die Statistiken der frisch eingebürgerten Staatsbürger ausgelegt werden, sind neben Staaten, unter denen wir uns etwas vorzustellen vermeinen, Ethnien dabei, von denen oft die Eingebürgerten selbst noch nichts gehört haben. Wenn wir nämlich ein paar Generationen zurückblicken, so wissen wir oft alle nicht mehr, wer wir sind.
Afghanistan taucht im höllischen Alphabet an vorderster Stelle auf. Der Westen bezieht aus diesem Land Drogen, Flüchtlinge und schlechte Nachrichten. Dafür liefert er Bombardements, Unverständnis und Abscheu.
Das Büroleben verläuft immer in einem gewissen Abstand zur Außenwelt, Veränderungen und Spannungen können daher nur entstehen, wenn sich der Graph der Außenwelt in die Zacken von Auf und Ab wirft.