Dan Jones, Spiel der Könige
„Die Könige aus dem Haus Plantagenet erfanden nicht nur England als politische, administrative und militärische Einheit. Sie trugen auch dazu bei, unsere Vorstellung von England zu prägen – eine Vorstellung, der nach wie vor eine große Bedeutung zukommt.“ (S. 15)
„Spiel der Könige“ erzählt die fast dreihundertjährige Geschichte des Hauses Plantagenet von seinem Stammvater Gottfried, Graf von Anjou, der mit seinem Helmschmuck der Ginster, mit der lateinischen Bezeichnung „planta genet“, der Familie den Namen gegeben hat, bis zu Richard II., der im Jahr 1399 abgesetzt und im Kerker ermordet worden ist.
In einer sarkastischen Einschätzung der Germanistik muss man natürlich die Freiheit von Forschung und Lehre loben. Da es sich bei der Germanistik aber in der Hauptsache um eine Wissenschaft handelt, die sich ausschließlich mit sich selbst beschäftigt, muss man ihr von Zeit zu Zeit Themen der Gesellschaft vorgeben, damit sie den Anschluss an die Welt nicht gänzlich verliert.
Witze mit dem Po sind so selten und gut, dass man während seines Leser-Lebens keinen einzigen versäumen möchte. Mit dem Po durch ein unbekanntes Italien wäre sicher frech, weil der Hintern als zusätzliches Sinnesorgan eingesetzt sein könnte. Leider ist die Literatur im entscheidenden Augenblick oft humorlos, Po heißt natürlich der Fluss und sonst nichts.
Bin ich vielleicht Schriftsteller oder was? - Ein Funktionär mitten in der Steppe Russlands ist ganz verzweifelt, dass er den Sozialismus nicht nur organisieren, sondern auch noch erklären soll. (270)
Für Germanisten ist nicht nur die Welt, sondern auch der Nutzen eines Buches überschaubar. Ein Buch wird in diesen Kreisen gelesen, um sich entweder prüfen zu lassen oder selber den nächstbesten zu prüfen. Diese Meister des Lektüre-TÜVs können es sich nur schwer vorstellen, dass man aus so gut wie jedem Buch einen Nutzen ziehen kann, wenn man sich nicht selber im Wege steht.
„Es geht in diesem Buch um eine Beschreibung der neuen Biedermenschen, der Postmaterialisten, jenes neuen »Juste Milieu«, das sich als fortschrittliche, weltoffene und vor allem tonangebende Großgruppe der gegenwärtigen Gesellschaft versteht.“ (S. 7)
In einem Innsbrucker Taxi-Führer steht unter der Fügung „Südtiroler“, dass es sich dabei um jemanden handelt, der kein Trinkgeld gibt. Aus Gründen der Gerechtigkeit ist es also gut zu wissen, wie diese Knauser ticken und was sie so über sich und die Welt aus dem Mund herauslassen. Eine gute Quelle für diese Hardcore-Sprache ist der ultimative Sprachführer.
„Vieles steht auf dem Spiel. Manche sagen, es gehen um alles. In der Tat geht es um die Frage, ob eine wachsende und nach Wohlstand gierende Menschheit in der Lage ist, sich auf einem begrenzten Planeten so einzurichten, dass auch die den Menschen umgebende und für sein eigenes Überleben unabdingbare Natur eine Chance hat.“ (S. 7)
„Kennen Sie das: Sie saßen irgendwo, ohne etwas Bestimmtes im Sinn, ließen einfach nur ihren Blick schweifen? Und dann fiel Ihnen vielleicht ein: »Wie wäre es, dort einen Baum zu pflanzen?« Oder: »Wodurch ließe sich dieser Plattenbelag ersetzen?« Damit haben Sie sich unbewusst oder bewusst dieses Stückchen Land gestalterisch angeeignet […]. Willkommen in der Welt der Gartengestaltung.“ (S. 7)
„Kinder sind im Internet vielfältigen und nicht zu unterschätzenden Gefahren ausgeliefert. Die entsprechenden Zusammenhänge werden von den meisten Eltern und Pädagogen nicht richtig erkannt. Sie ignorieren die Risiken und nehmen die Bedürfnisse der Kids nicht ernst, die in den digitalen Welten sowohl nach Selbstverwirklichung als auch nach Selbstdarstellung streben …“ (S. 3)