Marco d’Eramo, Die Welt im Sefie
Wo Tourismus ist, gibt es auch das Tourismus-Bashing. Das hat damit zu tun, dass alle verunsichert sind, wie sie über ein Phänomen diskutieren sollen, das als Industrie die Ausmaße eines Zeitalters erreicht hat. Jeder mit schlechtem Gewissen findet zumindest immer einen, der noch schlechteren Tourismus betreibt.
Marco d'Eramo geht den Tourismus historisch-philosophisch an und erklärt dadurch, warum wir alle diesen Tourismus auszuhalten haben, der uns alle umspült. Als leidgeplagter Römer kann der Autor journalistische Beigaben in das Handbuch einstreuen, die so manche philosophische Erkenntnis auf den Endverbraucher herunterbrechen. Im Tourismus ist nämlich jeder Endverbraucher, mal als Reisender, als Personal oder als Arbeitsmigrant.
Wenn im Land an manchen Tagen nur mehr Krimis und Reiseführer ausgeliefert werden, wird man fast noch katholisch und liest das Buch des neuen Bischofs.
„Ob sie nun bereits Erfahrung haben oder ein absoluter Anfänger sind – ich hoffe, Sie werden sich inspiriert fühlen, Ihre eigenen Designs zu entwerfen und ihre verborgenen Talente zu entdecken.“ (S. 9)
„Thema dieses Buches ist das Spannungsverhältnis von Größe und Demokratie. Leitend dabei ist die These, dass ab einer bestimmten Größe der Bevölkerung oder des Staatsgebietes sich die Qualität der Demokratie verschlechtert und in sehr großen Herrschaftsverbänden nur in einem sehr schwachen Sinne von der Existenz demokratischer Institutionen und Praktiken ausgegangen werden kann.“ (S. 20)
„Dieses Buch beschäftigt sich mit den Babenbergern und ihren Nachbarn. Eine der Entwicklungslinien erreicht ihr Ziel, wenn im Herrschaftsgebiet der Babenberger die »Unsrigen« leben und diese sich den Bayern entfremdet haben.“ (S. 13)
Ein sogenanntes Krater-Buch löst eine heftige Verwirblung eines Themas aus, ohne letztlich etwas zu verändern. In der Fläche der Vergangenheit freilich sind solche Krater-Bücher als Einschläge lange sichtbar. Sie zeugen davon, wie zu einem gewissen Zeitpunkt staatstragend diskutiert worden ist.
„Es ist an der Zeit, die Offensive zugunsten des Elektroautos in einen dreifachen Zusammenhang zu stellen: Es handelt sich dabei erstens um einen weiteren Schritt zur Intensivierung einer Mobilitätsorganisation, bei der immer mehr Menschen vom Auto abhängig gemacht werden.“ (S. 8)
„Von einer systematischen und gründlichen Vermittlung professioneller Korrekturkompetenzen kann häufig keine Rede sein. In der Praxis dominiert nicht selten das ungesteuerte Learning by Doing oder ein Imitationslernen, bei dem die Korrekturstile und –gepflogenheiten von befreundeten Kollegen mehr oder minder unhinterfragt übernommen und nachgeahmt werden.“ (S. 5)
„Jeder, der von Helmuth Schönauers fünftausend Buchbesprechungen erfährt, fragt sich, wie schreibt man fünftausend Buchbesprechungen, und wieso tut man das.“ (S. 5)
Bestseller sind Bücher, die eine Zeitlang in aller Munde sind und deshalb die zögerliche Leserschaft in die Bibliothek locken. Viele Erstkontakte zu den Lesern verdanken wir Bibliothekare den Bestsellern, denen wir freilich Euphorie-begrenzt begegnen.