Manfred Mixner, Geschichten von Anderen
Wenn man lange genug magisch auf eine Gegend schaut, entsteht dabei die Literatur wie von selbst. Der schwedische Wald hat, wie übrigens auch der Innsbrucker Mitterweg, die Kraft, täglich neue Geschichten wachsen zu lassen.
Der Grazer Literaturverwalter und Schriftsteller Manfred Mixner sitzt schon seit Jahren im schwedischen Wald und blättert in alten Aufzeichnungen, sortiert die Geschichten neu und holt Höhepunkte der Literaturvermittlung als Rundfunkmacher und Literaturhausbetreiber aus den Mappen.
„In der Dominanz einer Justiz, die ein moralisch angereichertes »höheres« Recht gegenüber den lediglich mit »einfachem Recht« befaßten [sic!] übrigen Staatsgewalten – und der Gesellschaft – geltend macht, ist die Regression zu vordemokratischen gesellschaftlichen Integrationsmustern offenkundig.“ (S. 21)
„Die Ökonomie ist menschengemacht und Ökonomen – insbesondere die Anhänger des neoliberalen Mainstreams – können sich irren. Um den Leserinnen und Lesern des vorliegenden Bandes diese Botschaft zu vermitteln, ist es von zentraler Bedeutung, die Hintergründe, Mechanismen und Konsequenzen der Strukturen, die globale und lokale Märkte bestimmen, aufzudecken und kontextualisiert zu untersuchen.“ (S. 7)
„So schillernd und faszinierend die Welt des geschriebenen Wortes ist, so komplex sind seine Bedingungen, Einflüsse und auch Voraussetzungen für verstehendes Lesen auf individueller Ebene. Dieses Buch hat das Ziel, diese Faktoren zu erarbeiten und zu erörtern, wie man sie diagnostizieren kann (und wie man besser nicht vorgehen sollte).“ (S. 13)
„Dem Roman wird folglich als historische Darstellung ein großes Verstehens- und Erklärungspotential zu geschrieben. Auch die geschichtsdidaktische Beschäftigung mit dem historischen Jugendroman betont seit einiger Zeit das didaktische Potential der Gattung nicht nur für den nachhaltigen Aufbau von Sachwissen.“ (S. 11)
„Als Folge der neoliberalen (Regierungs-)Politik fast aller Parteien zeigen sich gesellschaftliche Spaltungen und ein Vertrauensverlust in den demokratischen Staat.“ (S. 7)
Jedes Mal, wenn die Statistiken der frisch eingebürgerten Staatsbürger ausgelegt werden, sind neben Staaten, unter denen wir uns etwas vorzustellen vermeinen, Ethnien dabei, von denen oft die Eingebürgerten selbst noch nichts gehört haben. Wenn wir nämlich ein paar Generationen zurückblicken, so wissen wir oft alle nicht mehr, wer wir sind.
Afghanistan taucht im höllischen Alphabet an vorderster Stelle auf. Der Westen bezieht aus diesem Land Drogen, Flüchtlinge und schlechte Nachrichten. Dafür liefert er Bombardements, Unverständnis und Abscheu.
„Für die Intellektuellen am nördlichen Ufer des Mittelmeeres ist Religion ein Wort wie Philosophie, Weltall, Universum oder Liebe. Sie haben nie erlebt, was es bedeutet, wenn das Wort Religion die Worte Philosophie, Weltall, Universum oder Liebe erdrückt.“ (S. 22)
„Dieses Buch beansprucht nicht, eine umfassende Geschichte dieser frühen Wissenschaft zu liefern, denn anstelle einer Synthese will es einen Problemaufriss bieten. Zu diesem Zweck begibt es sich auf die Fährte einiger zentraler Denkformen, die Wissenschaft erst ermöglicht haben, und es fragt nach den Bedingungen und zugleich den sozialen Folgen dieser Denkformen.“ (S. 17)