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Alfred J. Noll, Wie das Recht in die Welt kommt

andreas.markt-huter - 25.02.2019

alfred noll, wie das recht in die welt komnmt„Wer will heute noch über das Recht diskutieren, Argumente auf ihre Prämissen überprüfen, Lebenszeit verausgaben, um nach Gründen für Recht und nach Gründen des Rechts zu suchen. Vom Recht ist nicht mehr die Rede, alle Welt ist nur noch an Gesetzen, Richtlinien, Verordnungen, Erlässen, Bescheiden, Urteilen und Weisungen interessiert. Es gibt keine Vorstellung von der notwendigen Differenz zwischen Ideal und Praxis.“ (S. 7)

Den Gründen und Ursachen des Rechts auf die Spur zu gehen und die Differenz zwischen Ideal und Praxis aufzuzeigen macht sich Alfred Noll in einem Abriss durch die Geschichte des Rechts auf den Weg. Dabei zeigt er detailliert und anhand zahlreicher Beispiele, wie sich die Vorstellung und Umsetzung von Recht von der steinzeitlichen Welt der Nomaden bis in die Zeit komplexer Städtestrukturen gewandelt hat.

Raphaela Edelbauer, Entdecker

h.schoenauer - 20.02.2019

raphaela edelbauer, entdeckerIm Idealfall gleicht ein Buch dem ersten Lesebuch, das einem damals die Welt erschlossen hat. Man wird als Leser jung, neugierig, zukunftsfroh und vollends optimistisch, dass da etwas drinnen steht, was man sofort und für alle Zeit gebrauchen kann.

Raphaela Edelbauer nennt dieses Abenteuerbuch schlicht „Entdecker“, und da es um Dinge wie Phantasie, Sprache, Wissenschaft und Erkenntnis geht, nennt sich das Ganze eine Poetik. In diesem Lehrbuch über die entdeckerische Dichtkunst spielen Mineralien, Mikroorganismen, die Schwerkraft und ihre Kartographie die Hauptrolle.

Hamed Abdel-Samad, Integration - Ein Protokoll des Scheiterns

andreas.markt-huter - 18.02.2019

hamed abdel-samad_integration„Überspitzt formuliert könnte man sagen: Nach all den Bemühungen, Konferenzen und Integrationsprojekten, sind vor allem der politische Islam und die Kultur des Patriarchats in Deutschland gut integriert, und das mit staatlicher und kirchlicher Unterstützung.“ (S. 18)

Hamed Abdel-Samad zeigt auf weshalb es gerade muslimischen Migranten so schwerfällt, sich in die europäische Gesellschaft und Kultur zu integrieren. Dabei wird auf die politischen und gesellschaftlichen Versäumnisse im Bereich der Integration während der letzten Jahrzehnte hingewiesen und darauf hingewiesen, dass Integrationen „keine Einbahnstraße“ ist und beide Seite es wollen und etwas dafür tun müssen.

Ingrid Hintz, Das Lesetagebuch

andreas.markt-huter - 15.02.2019

ingrid hintz, das lesetagebuch„Obwohl die Lesefähigkeit und –bereitschaft von Schülerinnen und Schülern in jeder Altersstufe entfaltungs- und ausbaufähig seien, sehe es eher so aus, als ob der Deutschunterricht vielen die Lust am Lesen austreibe, anstatt ihnen Freude an Literatur zu vermitteln. Oft scheine geradezu das Gegenteil dessen bewirkt zu werden, was eigentlich erreicht werden solle …“ (1)

Ingrid Hintz geht in ihrer Arbeit der Frage nach, wie literarisches Lesen im Unterricht abgehalten werden kann, ohne zusätzliche Lesebarrieren aufzubauen, anstatt Leselust und Lesemotivation zu fördern. Dabei zeigt sie anhand konkreter Erfahrungen und Beispiele, wie beim Lesen in der Schule mit Hilfe von Lesetagebüchern auf die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben der Schülerinnen und Schüler eingegangen werden kann. Gleichzeitig kann es mit einem geeigneten Unterricht gelingen, die Auseinandersetzung mit dem Gelesenen zu unterstützen und neue Leseerfahrungen zu eröffnen.

Erika Wimmer Mazohl, Meran abseits der Pfade

h.schoenauer - 13.02.2019

erika wimmer mazohl, meran abseits der pfadeDer klassische Städtetourismus gelangt immer mehr an seine Grenzen. Die Trampelpfade sind oft so verstopft, dass man Periskope ausfahren muss, will man jene Sehenswürdigkeiten sehen, die man ohnehin besser auf Wikipedia nachschlägt. Und der Mix an Sehenswürdigkeiten und Geschäften ist so international, dass man alle Strümpfe dieser Welt gesehen hat, wenn man in ein Strumpfgeschäft geht, und alle Museen der Welt kennt, wenn man eines dieser neuen Einheitsmuseen betreten hat.

Erika Wimmer Mazohl nimmt die wohltuend ausscherende Serie „abseits der Pfade“ zum Anlass, um der Stadt Meran jene Liebenswürdigkeiten abzuluchsen, die diese nur ihren Freunden und Gönnern zukommen lässt. So sind zwar die Villen und Promenaden das Markante, das Meran seit Jahrzehnten in den Prospekten vorzeigt, die Besonderheiten liegen aber in kleinen Gevierten, die auf einer Fußgänger-Karte ausgewiesen sind.

Hans-Joachim Schönknecht Mythos - Wissenschaft - Philosophie

andreas.markt-huter - 11.02.2019

hans-joachim schönkneckt, Mythos Wissenschaft„In der ersten Hälfte des 6. Jh. v. Chr. ereignete sich in einer Küstenstadt Groß-Griechenlands ein Vorgang von weitreichender, ja man darf sagen: von welthistorischer Bedeutung, »eine geistesgeschichtliche Revolution unerhörten Ausmaßes« deren Auswirkungen allerdings erst mehr als zweitausend Jahre später zu voller Geltung kommen.“ (Bd. 1, S. 13)

Hans-Joachim Schönknecht verfolgt in seiner auf drei Bände ausgelegten Arbeit das Ziel, den Ursprung und die Entstehungsgeschichte wissenschaftlichen Denkens zu erforschen. Dabei fokussiert er seinen Blick auf die Philosophie und Naturwissenschaften in ihren Anfängen bei den griechischen Naturphilosophen und deren kulturellen Grundlage bei Homer und Hesiod.

Susanne Wiesinger / Jan Thies, Kulturkampf im Klassenzimmer

andreas.markt-huter - 04.02.2019

susanne wiesinger, kulturkampf im klassenzimmer„Die Lehrerin Susanne Wiesinger bietet mir ihrem Buch einen Debattenbeitrag an, denn sie hat gemerkt, dass der Islam die Alltagswelt vieler muslimischer Schülerinnen und Schüler in Österreich sehr stark dominiert. In den Schulen herrscht ein Wertekonflikt …“ (S. 6)

„Kulturkampf im Klassenzimmer zeigt anhand konkreter Erfahrungen in der Schule und in den Klassenzimmern wie der zunehmend politisierte Islam zu kulturellen Konflikten im Schulalltag führt, wo aus religiösen Gründen die Gleichberechtigung der Geschlechter immer häufiger abgelehnt wird, oder Schülerinnen und Schüler nicht am Schwimmunterricht oder Theatervorstellungen teilnehmen.

Paul Nizon, Die Republik Nizon

h.schoenauer - 30.01.2019

Paul nizon, die republik nizonLiteratur ist das Drumherum, das einen Text begleitet. Für eine heftige Schriftstellerkarriere gehört es sich auch, dass der Schriftsteller Beruf und Leben als etwas einmalig Romantisches inszeniert, am besten, wenn er gleich eine ganze Republik mit seinem Namen ausruft.

Paul Nizon gilt als einer der Ganz-Großen des gegenwärtigen Literaturbetriebs. Zu dieser Größe verhilft ihm erstens die lange Lebensdauer, denn als Letzter mancher Jahrgänge kann er die Literatur nach seinem Drehbuch inszenieren. Zum zweiten macht ihn stark, dass er nur über große Namen spricht, wenn er über sein eigenes Werk redet, nicht umsonst werden Literaten ab einer gewissen Fallhöhe als Blaublütler bezeichnet, die wie im Hochadel üblich nur untereinander verkehren.

Monika Czernin / Jean-Pierre Lavandier, Maria Theresia - Liebet mich immer

andreas.markt-huter - 28.01.2019

monika czernin, maria_theresia„Gewiss, alles deutete längst darauf hin, dass es sich um einen kostbaren Fund handelt, allein die schiere Masse der Briefe, dieser dicke Stapel an Handschriften. Fast alles aus einer Feder! Aber dass es sich um längst vergessene Briefe von Maria Theresia, der einzigen Frau auf Habsburgs Thron, an die Mutter jenes Patenkindes handelt, ist eine Sensation, ein Geschenk des Zufalls …“ (S. 8)

Mehr als 150 Jahre lagern Stapel von Briefen in einem großen Schrank auf Schloss Tratzberg in Tirol. Dorthin gebracht wurden von Graf Franz Enzenberg, der das Schloss 1847 gekauft hatte. Dessen Vater war ein Patenkind Maria Theresias und die Briefe waren an seine Großmutter Sophie Enzenberg geschrieben, Briefe Kaiserin Maria Theresias an ihre beste Freundin.

Elias Schneitter (Hg.): Zirl. Heimat

h.schoenauer - 11.01.2019

Elias Schneitter, Zirl. HeimatAls die heikelste Form, etwas zu erzählen, gilt jene, es über das Heimat-Buch zu betreiben. In seinem Heimatort nämlich ist jeder ein großer Erzähler, aber es gibt kaum Zuhörer. So löst ein Heimat-Buch immer große Diskussionen aus, ob auch alle Geschichten drin sind, ob sie richtig erzählt sind, ob die Namen richtig gedruckt sind und vor allem, ob auch niemand vergessen worden ist.

Der Schriftsteller Elias Schneitter löst diese Probleme elegant, indem er das Heimatbuch zergliedert. Teil eins, zwei und drei sind schon erschienen, der aktuelle Band lässt sich nur lesen, wenn man zuvor die drei früheren Herausgeber Norbert Prantl, Benjamin Flöß und Anton Schnaiter mit ihren Werken gewürdigt hat.