Wissen | Information

Joachim Detjen, Reden können in der Demokratie

andreas.markt-huter - 23.07.2015

„Das vorliegende Werk will in zwei Bänden einem weit verbreiteten Mangel abhelfen. Gemeint ist die fehlende oder nur unvollkommen entfaltete Fähigkeit vieler Menschen, sich gegenüber anderen Personen oder gar in der Öffentlichkeit politisch zu artikulieren.“ (9)

Während der erste Band als Grundkurs angelegt ist und mit den Grundlagen rhetorischer Kommunikation vertraut macht und die Bausteine für die Strukturierung und Ausgestaltung von Redetexten vorstellt, präsentiert sich der zweite Band als Aufbaukurs, in dem u.a. verschiedenen Rede- und Kommunikationssituationen analysiert und politische Redeanlässe sowie die Besonderheiten politscher Sprache erklärt werden. Ausgelegt sind beide Bücher als Studien- und Übungsbücher, die sowohl Theorie als auch praktische Übungsanleitungen vermittelt wollen.

Heiner Flassbeck, 66 starke Thesen zum Euro …

andreas.markt-huter - 14.07.2015

„Man muss es immer wieder sagen: Der Schlüssel zur Lösung der Eurokrise liegt in der Hand Deutschlands und nicht in den Händen der kleinen Länder, die verzweifelt versuchen die Auflagen der Troika zu halten, und doch niemals erfolgreich sein können.“ (55)

Der deutsche Wirtschaftswissenschaftler und ehemalige Staatssekretär Heiner Flassbeck setzt sich in 66 Beiträgen kritisch mit aktuellen wirtschaftspolitischen Fragen auseinander und zeigt eindrucksvoll auf, dass neoliberale Wirtschaftstheorien eine der Hauptursachen dafür sind, dass keine Lösung der europäischen Wirtschaftskrise in Sicht zu sein scheint.

Michael Gehler, Von der Befreiung zur Freiheit

andreas.markt-huter - 21.06.2015

„Dieses Werk beginnt mit einem etwas unkonventionellen vierfachen Einstieg. Die Fragen, die uns bei der Erstellung der Bilddokumentation bewegten, lauteten: Was steht für das alte, was für das wiedererstandene, was für das neue und was in gewisser Weise immer noch für das heutige Österreich?“ (7)

Der Fotobildband des Zeitzeugen und heute weltberühmten Fotografen und Meisters der Fotoreportage Erich Lessing erzählt die Geschichte der Anfänge der 2. Republik Österreich vom Kriegsende im Jahr 1945 über das Ende der alliierten Besatzung 1955 bis zum Jahr 1961. In den Fotodokumenten erwacht die Zeit des Wiederaufbaus, des Kalten Krieges und der Besatzung zu neuem Leben. Der Historiker Michael Gehler liefert die historischen Hintergrundinformationen zu den Anfängen der 2. Republik und zu den einzelnen Fotografien.

Phil Klay, Wir erschossen auch Hunde

h.schoenauer - 18.06.2015

Wenn Sprache zur Kommunikation dient, dann muss sie folglich durchdrehen, wenn ihre Anwender ständig Menschen töten anstatt mit ihnen zu kommunizieren.

Phil Klay, der seine Biographie am Cover auf seinen Einsatz als US-Marine im Irak reduziert, stellt in seinen zwölf Erzählungen Ereignisse vor, die auf den ersten Blick nicht von dieser Welt sind. Das beginnt mit dem ersten Satz eines Ich-Erzählers, der wie selbstverständlich davon berichtet, dass sie auch Hunde erschossen haben, die sie fachmännisch umbringen wie echte Feinde, mit drei Schuss hintereinander, sodass die Schockwellen der Gewehrkugeln das feindliche Gewebe zerstören, noch ehe das Herz getroffen ist.

Beppo Beyerl, 26 Verschwindungen

h.schoenauer - 14.06.2015

Da sucht man als Leser jahrelang einen Begriff für jene Dinge, die noch fragmentarisch in der Erinnerung da sind, aber im öffentlichen Leben schon verschwunden sind, und da kommt glücklicherweise Beppo Beyerl daher und hat ihn: Verschwindung.

Verschwindung ist eine Sache, die sich allmählich in der Anwendung, dann in Erzählungen und schließlich aus der Sprache hinausschleicht. Beppo Beyerl, der Experte für verloren gegangene Kulturen stellt ganz alphabetisch 26 Ereignisse vor von Arbeiter Zeitung bis Ziegelbehm.

Fritz Schindlecker, Jakob Mustafa

h.schoenauer - 04.06.2015

Historische Romane bieten eine gute Gelegenheit mit den Vorfahren zu sprechen, denn wir sind nicht nur durch deren Gene geprägt sondern auch von den Vorurteilen und Glaubensideen der Altvorderen.

Fritz Schindlecker nennt die Abenteuer um seinen Helden Jakob Mustafa schlicht das Vermächtnis des Chronisten, denn letztlich sind nicht nur die Figuren die Hauptdarsteller sondern auch die Erzählmethode, die das Vordringen in den Alltag längst vergangener Tage ermöglicht.

Thomas Piketty, Das Kapital im 21. Jahrhundert

andreas.markt-huter - 05.05.2015

„Dennoch glaube ich, dass Forscher aus den Sozialwissenschaften wie allen anderen Disziplinen, Journalisten und Kommentatoren sämtlicher Medien, Gewerkschaftler und politische Aktivisten aller Richtungen, und vor allem sämtliche Bürger ernsthaft über Geld nachdenken sollten […]. Diejenigen, die viel davon haben, werden gewiss nicht vergessen, ihre Interessen zu verteidigen. Von den Zahlen nichts wissen zu wollen, dient selten der Sache der Ärmsten.“ (793)

„Das Kapital im 21. Jahrhundert“ bietet wirtschafts-historische Erklärungen für Erfahrungen, die ein großer Teil der Bevölkerung bereits seit längerer Zeit selbst unmittelbar spüren kann: Die finanziellen Möglichkeiten der breiten Schicht der Bevölkerung werden zunehmend geringer, die Einkommensschere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander.

Bernhard Kathan, Wir sehen Tiere an

h.schoenauer - 21.04.2015

Wenn Tiere mehr als eine Sache aber weniger als ein Mensch sind, muss folglich auch unser Blick auf sie heftiger als auf Sachen aber weniger intensiv als auf Menschen ausfallen.

Bernhard Kathan vergleicht in seinem Essay diverse Ereignisse in Literatur, Forschung und Psychologie, die zu einem Aufeinandertreffen von Menschenblicken auf Tiere handeln. Während in der Erforschung des Faschismus der berühmte Denkansatz lautet „Tiere sehen dich an“, nimmt Bernhard Kathan den an und für sich neutralen Vorgang der Tierbeobachtung, um daran aufzuzeigen, welchen scheinbaren Menschenbildern wir dabei nachgehen.

Manfried Rauchensteiner, Der Erste Weltkrieg und das Ende der Habsburgermonarchie

andreas.markt-huter - 16.02.2015

„Österreich-Ungarn aber, eine – wie es so schön hieß – »stagnierende Großmacht«, sah ähnlich wie Großbritannien in der Aufrechterhaltung der geltenden europäischen Ordnung eine Chance. Das aber nicht aus innerster Überzeugung, sondern aufgrund einer evidenten Schwäche. Sie, und vor allem sie war der Grund dafür, dass Krieg zur Lösung der Probleme dann doch wenn schon nicht angestrebt, so nicht mehr regelrecht ausgeschlossen wurde.“ (14)

Manfried Rauchensteiners opulentes Werk über die Habsburgermonarchie im Ersten Weltkrieg umfasst alle Aspekte vom Vorabend des Krieges bis zum Zusammenbruch des Habsburgerreiches und dem Niedergang der Monarchie. Dabei werden die wesentlichen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Hintergründe genauso detailliert erläutert, wie die wichtigsten Protagonisten und Entscheidungsträger rund um die Zeit des Ersten Weltkrieges vorgestellt, aber auch der Kriegsverlauf und Kämpfe der österreichisch-ungarischen Armee auch für Laien verständlich und nachvollziehbar analysiert.

Susanne Waiz / Andreas Hempel, Das Land baut

h.schoenauer - 21.01.2015

Auf den ersten Blick besteht die Unsterblichkeit in Gebäuden, Galerien und Kreisverkehren. Was eine Gesellschaft im Laufe einer Generation zusammenbaut, beeindruckt auf Anhieb durch Architektur, Funktion und Verbrauch von Landschaft.

Susanne Waiz und Andreas Hempel zeigen unter dem lapidaren Titel „Das Land baut“, was in den letzten fünf Jahren in Südtirol öffentlich gebaut worden ist.