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Maria E. Brunner, Indien Ein Geruch

h.schoenauer - 24.02.2009

Buch-Cover"Es ist der Geruch, der Indien ausmacht!" (34) Maria E. Brunner bringt in ihrer Prosa über Indien so gut wie alle Sinnesorgane in Stellung, Zitate aus Studien, Analysen authentischer Reisen, die Hinterseite von Prospekten werden genauso verwendet wie verdrehte Drehbücher aus Bollywood und Investitionskampagnen von Wirtschaftstreibenden.

Aber nichts kommt an das heran, was man in Indien riecht, ein Gemisch aus Kerosin, Kot, Räucherstäbchen und Fäkalien.

Ann Cotten, Nach der Welt

h.schoenauer - 01.12.2008

Buch-CoverWer einmal mit einer Liste gearbeitet hat, weiß, dass Listen eigentlich poetisch wie Gedichte sind. Ganze Berufsgruppen machen letztlich nichts anderes, als zuerst Listen zu erstellen um sie dann abzuarbeiten.

So hat eine Lehrerin als erstes eine Liste vor Augen, ehe sie die Schülerinnen in der Klasse begrüßt, ein Lokführer arbeitet anhand einer Liste die Stationen ab, an denen er mit seinem Zug anhalten muss, und Bibliothekarinnen kriegen glänzende Augen, wenn sie Buchlisten erstellen, abarbeiten und im Regal ablegen.

Otto Licha, Geiger

h.schoenauer - 30.10.2008

Buch-CoverGeiger - was für eine präzise Beschreibung für ein Lebensgefühl. "Geiger kann niemand ohne musikalische Berührung werden." (307)

Otto Licha erzählt von Vater David und Sohn Simon Lehar, die sich jeweils auf ihre Art durchs Leben geigen. David lebt in Innsbruck ein relativ unscheinbares Leben, seine musikalischen Fähigkeiten sind hervorragend, aber zum kompletten Genie reicht es nach Auskunft seiner Mit-Musikanten nicht. Aber seine Geige gilt als genial.

Ludwig Laher, Ixbeliebige Wahr-Zeichen?

h.schoenauer - 28.10.2008

Buch-CoverManchmal, wenn es politisch keine Einigung zu geben scheint, wird der Ruf nach einem Expertenkabinett laut. Was aber herauskommt, wenn man Fachtrottel-Experten ans Ruder lässt, zeigt die Rechtschreibreform. Hier haben ausgewiesene Fachleute vor allem eines zustande gebracht: Chaos, Unzuverlässigkeit und pure Willkür.

Ludwig Laher kommentiert in seinem Essay dieses neue Regelwerk mit detaillierten Fallbeispielen kühl, aber insgeheim fassungslos.

Danzl/Fürlinger/Laske, Mit Kindern durch Innsbruck

andreas.markt-huter - 23.10.2008

Buch-CoverWenn Eltern mit ihren Kindern Urlaub machen, stehen Stadtbesichtigungen ganz hinten auf der Urlaubswunschliste der Kinder.

Damit das nicht so sein muss, haben drei Innsbrucker Kunsthistorikerinnen einen Innsbrucker Stadtführer verfasst, der vor allem Kinder und Jugendliche ansprechen soll.

Friedrich Orter, Himmelfahrten Höllentrips

h.schoenauer - 30.09.2008

Buch-CoverDer Titel dieser Reportagen-Sammlung ist treffend gewählt, in Krisengebieten sind die Berichterstatter mit einem Bein im Jenseits, während sie mit dem anderen in der Hölle des Krisenherdes stehen.

Entweder man schreibt eine Geschichte oder man wird selbst zur Geschichte, lautet so ein zynisches Sprichwort der Krisenreporter.

René Freund, Donau, Stahl und Wolkenklang

h.schoenauer - 21.09.2008

Buch-CoverLangsam wird es ernst mit dem Presse-Hype Europäische Kulturhauptstadt, 2009 soll Linz in diesen süßen Öffentlichkeits-Apfel beißen.

René Freund begegnet der Stadt mit Wohlwollen und Aufgeschlossenheit, aber er lässt es sich auch nicht nehmen, auf die dunklen Flecken hinzuweisen. So ist beispielsweise der Hauptplatz recht saftig von den Eckhäusern der Nibelungenbrücke nach Norden hin eingefasst, ein Relikt aus jener Zeit, als Hitler seine Lieblingsstadt zum größten Städtemonster des Dritten Reiches ausbauen wollte.

Alexander Kluge, Der Luftangriff auf Halberstadt am 8 April 1945

h.schoenauer - 08.09.2008

Buch-CoverEigentlich ist der Krieg schon aus und alles ist gelaufen. Aber genau so verrückt einfach, wie eine Kriegsmaschinerie gestartet wird, so verrückt schwer ist es, diese wieder zu stoppen.

Alexander Kluge "erzählt am Beispiel des Luftangriffs auf Halberstadt, wie eine große strategische Komponente auf den Einzelnen trifft.

Roger-Pol Droit, Glücksmacher

h.schoenauer - 01.09.2008

Buch-CoverOft genügt es, ordentlich an sich selbst zu glauben, dass man als Guru gehandelt wird. Zwei Studienkollegen, die im alltagsphilosophischen Fach ziemlich glücklos agieren, tun sich eines Tages zusammen und gründen eine saftige Guru-Akademie.

Zu diesem Zweck rufen sie die geklonte Figur Marcel Stalin aus, der mit entsprechendem Machtrausch ausgestattet nichts anderes im Sinn hat, als die Menschen glücklich zu machen.

Helmut Brandstätter, Hör Mir Zu

h.schoenauer - 08.07.2008

Buch-CoverManche Themen sind letztlich so unfassbar, dass sie ständig neu bearbeitet werden müssen. Kommunikation ist nicht umsonst einer der hundert wichtigsten Begriffe des vergangenen Jahrhunderts.

Die Spielregeln der Kommunikation verändern sich ständig, gleichzeitig sind die darin wirksamen Urkräfte seit Jahrhunderten gleich geblieben.