Luksan/Schlösser/Szanya (Hrsg.) , Heilige Scheine
Was hat ein Kapuzinerpater aus der Zeit der Türkenkriege mit dem Errichter des österreichischen Ständestaates zu tun und in welchem Zusammenhang steht damit seine Seligsprechung durch Papst Johannes Paul II im April 2003?
Ausgehend von dieser Konstellation, die eines Kriminalromans würdig wäre, setzen die Autoren verschiedene Bilder unterschiedlicher Epochen wie ein Puzzle zusammen und werfen einen "unangenehm kritischen" Blick auf die politischen Umwälzungen in Österreich am Ende der 1. Republik.
Kann ein Schöffe ein literarischer Held sein? Immerhin steht er unter Verschwiegenheitspflicht, darf nichts sagen, und wenn er sich was denkt, darf er es erst recht nicht sagen.
Wir kennen das von den Bus-Chauffeuren: Entweder sie können gut fahren oder gut unterhalten, beide Eigenschaften in einer Person sind sehr selten. Bei den Abenteurern ist es ähnlich, wobei uns Lesern schwache Abenteurer mit guter Erzählkraft besser gefallen als starke Wanderer mit steifer Wortlosigkeit.
Geschmeidig und handzahm springt dieses kulturhistorische Bilderlesebuch dem Benützer in die Hand und verhält sich wie ein Wanderführer, den man unauffällig griffbereit in die Überlandkleidung steckt.

Was ist das für ein seltsamer Kauz, der auf die Idee kommt, die Schule als Gesamt-Kulturwerk zu loben? Joachim Bauer ist in erster Linie Psychotherapeut und beschäftigt sich meist mit der simplen Frage, wie so ein Gehirn tickt, dass darunter ein Mensch leben kann.
Vielleicht muss man sich gegen Wortlawinen genauso schützen wie gegen echte Lawinen. Am besten wird es sein, gefährliches Gelände zu gewissen Zeiten gar nicht zu betreten, und wenn man in diese semantisch abrutschenden Hänge hineingeleitet, sollte man wenigstens eine Wortschaufel und einen Sinn-Pieps mit dabei haben.
Manche Ausdrücke bringen die Zunge durch bloßes Aussprechen zum Schmelzen. „Landgasthof“ ist so ein sympathischer Begriff, bei dem man sofort an Wärme, Kindheit, Sonntag, Limo und Speckjause erinnert ist.
Irgendwie sind sie ja die geborenen Geheimagenten, halb im Schatten sitzend, halb auf dem Sprung zu einer Türklinke eines Mächtigen. Die Lobbyisten sind immer da, wenn auch meist unsichtbar. Und wenn bei ihrer Arbeit die Vordertüre versperrt ist, nehmen sie den sprichwörtlichen Hintereingang des Mandatars.