Friedrich Orter, Himmelfahrten Höllentrips
Der Titel dieser Reportagen-Sammlung ist treffend gewählt, in Krisengebieten sind die Berichterstatter mit einem Bein im Jenseits, während sie mit dem anderen in der Hölle des Krisenherdes stehen.
Entweder man schreibt eine Geschichte oder man wird selbst zur Geschichte, lautet so ein zynisches Sprichwort der Krisenreporter.
Langsam wird es ernst mit dem Presse-Hype Europäische Kulturhauptstadt, 2009 soll Linz in diesen süßen Öffentlichkeits-Apfel beißen.
Eigentlich ist der Krieg schon aus und alles ist gelaufen. Aber genau so verrückt einfach, wie eine Kriegsmaschinerie gestartet wird, so verrückt schwer ist es, diese wieder zu stoppen.
Oft genügt es, ordentlich an sich selbst zu glauben, dass man als Guru gehandelt wird. Zwei Studienkollegen, die im alltagsphilosophischen Fach ziemlich glücklos agieren, tun sich eines Tages zusammen und gründen eine saftige Guru-Akademie.
Manche Themen sind letztlich so unfassbar, dass sie ständig neu bearbeitet werden müssen. Kommunikation ist nicht umsonst einer der hundert wichtigsten Begriffe des vergangenen Jahrhunderts.
Wenn es eine Wirkung hätte, müsste es in der Apotheke verkauft werden. Der Unterschied zwischen Lebensmittel und Heilmittel ist leicht zu erkennen, was im Lebensmittelhandel verkauft wird, dient der bloßen Verdauung, was in der Apotheke verkauft wird, hat einen Beipackzettel, der schwer verdaulich ist.
Manche Zeitgeschichte-Bücher sind so spannend, dass man daneben keinen Krimi mehr lesen muss. - Der Kampf um den Kreml handelt von den Umstürzen, Machenschaften und politischen Tricks, mit denen letztlich die neue Kaste in Russland an die Macht gekommen ist.
Was hat ein Kapuzinerpater aus der Zeit der Türkenkriege mit dem Errichter des österreichischen Ständestaates zu tun und in welchem Zusammenhang steht damit seine Seligsprechung durch Papst Johannes Paul II im April 2003?
Kann ein Schöffe ein literarischer Held sein? Immerhin steht er unter Verschwiegenheitspflicht, darf nichts sagen, und wenn er sich was denkt, darf er es erst recht nicht sagen.
Wir kennen das von den Bus-Chauffeuren: Entweder sie können gut fahren oder gut unterhalten, beide Eigenschaften in einer Person sind sehr selten. Bei den Abenteurern ist es ähnlich, wobei uns Lesern schwache Abenteurer mit guter Erzählkraft besser gefallen als starke Wanderer mit steifer Wortlosigkeit.