Stefan Schmitzer, liste der künstlichen objekte auf dem mond
Die sogenannte Raumfahrt ist wahrscheinlich mindestens so sehr ein kulturelles Projekt, wie sie ein physikalisches ist.
Stefan Schmitzer geht in seinem „Langgedicht“ von der Größe einer Umlaufbahn von der Überlegung aus, dass jene Objekte, die ständig ins Weltall geschossen werden, durchaus auch Träger von Botschaften sind. Und was hindert uns anzunehmen, dass es sich dabei um Poesie handelt?
Die Liste der künstlichen Objekte auf dem Mond ist chronologisch komponiert, es beginnt mit „Lunik 2“ im Jahre 1959 und endet mit „Chang’e 5“ im Jahr 2020. Schon die Bezeichnung der Objekte weist auf die jeweiligen Abschuss-Nationen hin, die Sowjetunion schickte einst die Luniks gen Himmel, das chinesische Reich nennt seinen Triebkopf am Mond Chang’e, was so viel wie Göttin des Mondes heißt. Dazwischen liegt viel lunare Poesie aus den USA, die nach dieser Lesart sogar Astro-Poeten auf den Mond geschickt haben.
Jahreszahlen auf Buchcovern lösen im Lesegedächtnis unverschlüsselte Reaktionen aus. Wenn die seltsame Zahl 2020 aufblitzt, erweckt sie ähnlich wie seinerzeit 1914 ein mulmiges Gefühl, geht es doch bei beiden Jahren um große Katastrophen.
In der Schokoladenbranche gibt es einen Anbieter, der sein Produkt quadratisch anbietet. Unter Zuhilfenahme diverser Werbemaßnahmen ist es ihm angeblich gelungen, die Schokolade dermaßen zu formatieren, dass jedes einzelne Stück auf der Zunge quadratisch schmeckt.
In der Schokoladenbranche gibt es einen Anbieter, der sein Produkt quadratisch anbietet. Unter Zuhilfenahme diverser Werbemaßnahmen ist es ihm angeblich gelungen, die Schokolade dermaßen zu formatieren, dass jedes einzelne Stück auf der Zunge quadratisch schmeckt.
Wenn das Medium Buch gesprengt wird, entsteht vielleicht daraus eine Raute, die sich als Vorsatzzeichen für Hashtag-Botschaften einsetzen lässt.
Wenn Materie nicht aus Materie besteht, wie in Physikerkreisen formuliert wird, dann könnte vielleicht Dichtung Materie sein?
Wenn dir beim Aufschlagen eines Buches alles fremd ist, lies es wie ein Lexikon!
Tourismus und Krieg sind die Triebfedern dafür, dass wir uns zwischendurch für die Literatur scheinbar entlegener Gegenden interessieren. Manche halten den Tourismus für eine Sonderform des Krieges, was die Lesemotivation noch einmal vereinfacht. Am liebsten sind uns dabei Dinge, die uns schon vertraut sind.
Hinter dem unscheinbaren Begriff „Datenpoesie“ tut sich eine literarische Revolution auf. Hier schreibt nicht mehr ein Autor Gedichte oder poetische Texte, sondern die Programme, einmal in Bewegung gesetzt, spulen ihr poetischen Akzente ab. Logischerweise dürfte diesem Unterfangen nicht ein lebender Leser in die Quere kommen, sondern ein kluger Leser müsste dieser Poesie sein eigenes Leseprogramm entgegenhalten, sodass sich zwei Künstliche Intelligenzen gegenseitig auslesen und in Schach halten könnten.
Der Aphorismus ist ein Brühwürfel, der eine würzige Argumentationskette auslöst, wenn man ihn ins Gespräch wirft.