Eva Kittelmann, Die Quadratur der Szenen
In der Schokoladenbranche gibt es einen Anbieter, der sein Produkt quadratisch anbietet. Unter Zuhilfenahme diverser Werbemaßnahmen ist es ihm angeblich gelungen, die Schokolade dermaßen zu formatieren, dass jedes einzelne Stück auf der Zunge quadratisch schmeckt.
Eva Kittelmann hat vor Jahren damit begonnen, ihr Werk quadratisch darzustellen und damit „abzurunden“. Ausgangspunkt für ihre Überlegung ist der schöne Satz von der Quadratur des Kreises, was als höchste Kunst diverser Denkrichtungen angesehen wird. Die Quadratur bei Eva Kittelmann schöpft aus einem lebenslang gespeisten Fundus diverser Texte, die für die Quadratur-Edition, geordnet nach Denk-Zugängen, neu zusammengestellt sind. Dabei entsteht das inzwischen viel zitierte Quadratformat, das sowohl im Regal als auch in der lesenden Hand unverwechselbare Harmonie verströmt, das Buch wird nach allen vier Seiten gleich offen oder rätselhaft, wie es eben die Quadratur des Buches ermöglicht.
In der Schokoladenbranche gibt es einen Anbieter, der sein Produkt quadratisch anbietet. Unter Zuhilfenahme diverser Werbemaßnahmen ist es ihm angeblich gelungen, die Schokolade dermaßen zu formatieren, dass jedes einzelne Stück auf der Zunge quadratisch schmeckt.
Wenn das Medium Buch gesprengt wird, entsteht vielleicht daraus eine Raute, die sich als Vorsatzzeichen für Hashtag-Botschaften einsetzen lässt.
Wenn Materie nicht aus Materie besteht, wie in Physikerkreisen formuliert wird, dann könnte vielleicht Dichtung Materie sein?
Wenn dir beim Aufschlagen eines Buches alles fremd ist, lies es wie ein Lexikon!
Tourismus und Krieg sind die Triebfedern dafür, dass wir uns zwischendurch für die Literatur scheinbar entlegener Gegenden interessieren. Manche halten den Tourismus für eine Sonderform des Krieges, was die Lesemotivation noch einmal vereinfacht. Am liebsten sind uns dabei Dinge, die uns schon vertraut sind.
Hinter dem unscheinbaren Begriff „Datenpoesie“ tut sich eine literarische Revolution auf. Hier schreibt nicht mehr ein Autor Gedichte oder poetische Texte, sondern die Programme, einmal in Bewegung gesetzt, spulen ihr poetischen Akzente ab. Logischerweise dürfte diesem Unterfangen nicht ein lebender Leser in die Quere kommen, sondern ein kluger Leser müsste dieser Poesie sein eigenes Leseprogramm entgegenhalten, sodass sich zwei Künstliche Intelligenzen gegenseitig auslesen und in Schach halten könnten.
Der Aphorismus ist ein Brühwürfel, der eine würzige Argumentationskette auslöst, wenn man ihn ins Gespräch wirft.
Was für ein aufregender Abgang! Es poltert ein wenig, eine Epoche geht zu Ende, langsam wird es dunkel, vielleicht beruhigt sich auch alles wieder.
Manche Bücher nehmen die Aufgabe, einen haptischen Zusatzgenuss zu vermitteln, so ernst, dass sie beinahe in eine Skulptur ausarten. Solche Bücher kommen dann nicht mit der Post, sondern mit dem Sack-Roller auf den Schreibtisch. Man ist im ersten Durchgang vor allem mit dem Blättern und räumlichen Zuordnen des Textes im Raum beschäftigt, man fühlt sich eher unter einem Triumphbogen stehend, als vor einem Buch sitzend.