Franziska Gehm, Carla Chamäleon: Zoff im Zoo
„Es war Carlas erster Auftrag im Namen der »Kavaliere«. Der Geheimbund wollte, dass Carla den Besitzer des Ladens beobachtete. Denn den »Kavalieren« war zu Ohren gekommen, dass dieser gute Onkel Emil gerne mal böse betrog. Wiederholt hatte er vor allem Kindern und alten Leuten zu wenig Wechselgel herausgegeben.“ (S. 12 f.)
Carla Niemann hat das ganz normale Leben einer 11-jährigen Schülerin geführt, bis sich eines Tages eine unglaubliche Veränderung ereignet hat. Immer, wenn sie nervös wird oder in eine peinliche Situation gerät, beginnt sie sich, wie ein Chamäleon, mit der Umgebung zu verschmelzen und unsichtbar zu werden. Der Big Boss, der Chef des Geheimbundes der „Kavaliere“ erkennt ihre Gabe und nimmt sie in den Geheimbund auf.
„»Euer Vater kommt nicht mehr zurück.« Ihr Satz schien ohne Bedeutung in der Luft zu hängen. Arthur und Marie tauschten einen Blick. »Was haben Sie gesagt?«, fragte Marie. Miss Wilder hob die Augenbrauen. »Er kommt nicht wieder zurück. Ihr solltet euch also besser schnell an den Gedanken gewöhnen.« Arthur hatte das Gefühl, ein riesiges Loch würde sich unter seinen Füßen öffnen und ihn in die Tiefe ziehen. »Was soll das denn heißen?« »Er ist auf dem Dritten Kontinent verschollen – das ist alles, was ich weiß.«“ (S. 16 f)
„Manchmal frage ich mich, wer über meine Gedanken bestimmt? Ich selber? Natürlich ich. Und doch kommt es vor, dass sie ziehen, wohin sie wollen, und bis nach Siebenbürgen fliegen, wo ich gelebt habe, als ich klein war. Dort, wo auch Dracula gewohnt hat, der Vampir, der Menschen biss und ihr Blut trank. Das hat mir mein großer Bruder Adam erzählt. (S. 9 f)
„Also, ich sag mal so: Ich weiß genau, wer das T-Shirt in mein Schließfach gestopft hat. Matt Drinker. Vorher hat er sich aber noch mit einem Edding daran zu schaffen gemacht. Dicke schwarze Buchstaben. Er hat DEEHMLICH draufgeschrieben. Genauso, wie ich das Wort Freitagmorgen beim Buchstabierwettbewerb buchstabiert habe.“ (S. 7)
Die Erinnerungsliteratur nimmt die Menschen als Zwischenwirt, um mit ihm ungeahnte Visionen über die Kindheit zu entwickeln. Eine besondere Form dabei ist die zitierte Jugendliteratur, worin jemand im Stile seiner Kindheit seine Träume aus dem Erwachsenenleben erzählt in der Hoffnung, dass es auch die Kids von heute interessieren wird.
Wer kennt nicht die berühmten Abenteuer von Alice im Wunderland, die sich plötzlich in einer verrückten fremden Welt wiederfindet. Gemeinsam mit dem Fortsetzungsband „Alice hinter den Spiegel“ sind Alices Abenteuer in einem von Floor Rieder illustrierten Doppelband erschienen.
„Es ist eine Freude und ein Privileg, mit dir auf diese Reise zu gehen. Wenn du bereits andere Bücher von uns gelesen hast, vielen Dank! Und wenn nicht – spring ins Raumschiff und bereite dich auf den Start vor. Viel Glück auf unseren kosmischen Abenteuern und denke daran. Flieg nie zu nahe an ein schwarzes Loch heran.“ (S. 12)
„Du bist 13 Jahre alt und lebst im Dorf Set Maat in der Nähe der großen Stadt Waset (Theben). Dein Vater Sembu ist Steinmetz. Er baut geheime unterirdische Gänge und Gräber in der königlichen Grabstätte, die als das Tal der Könige bekannt werden soll.“
„Mason neigte den Kopf. »Diese Steine sehen nicht nur hübsch aus. Sie können noch viel mehr: Sie sind die Talismane von Schloss Ravenstorm. Ihr müsst sie immer bei euch tragen.« Molly schaute verwundert zu Mason hoch – erlaubte er sich einen Scherz mit ihnen? – aber seine Augen waren dunkel und todernst.“ (S. 35)
„Eine Kette mit Smaragd. Dieser Gedanke durchzuckte Vita wie ein Stromstoß. Sie konnte die Burg nicht zurückerobern; aber ein Smaragd war etwas anderes. Ein Smaragd, so groß wie das Auge eines Löwen und Tausende Dollar wert – der konnte alles ändern. Ich kann ihn finden. Ich kann ihn zurückholen. Und ich könnte ihn verkaufen. Ich könnte mit dem Erlös einen Anwalt bezahlen und diesen Sorrotore zwingen, Grandpa sein Zuhause zurückzugeben.“ (S. 26)