Katherine Rundell, Impossible Creatures – Das Geheimnis der unglaublichen Wesen
„Der Tag war herrlich, bis ihn jemand fressen wollte. Es war ein schwarzes, hundeähnliches Biest, ähnelte aber keinem ihm bekannten Hund. Seine Zähne waren so lang wie sein Arm, mit den Klauen hätte es eine Eiche zerfetzen können. Es spricht also sehr für Christopher Forrester, dass er durch Tempo, List und Mut dem Schicksal entging, verschlungen zu werden. (S. 21)
Christopher Forrester und Mal Arvorian, die aus gänzlich unterschiedlichen Welten stammen, ahnen nicht, dass sie gemeinsam das Schicksal der Welt in ihren Händen tragen werden. Während Christopher im Stadtleben London zu Hause ist, lebt Mal im Archipel, einer geheimnisvollen verborgenen Region und dem letzten magischen Ort auf Erden, wo auf vierunddreißig Inseln abertausende magische Geschöpfe leben.
„Ich bin die Geschichtenmacherin. Mein Name ist Horizabel Delft, auch bekannt als »die Grimm«, Vollwaise, Kopfgeldjägerin und die beste Sternenkreuzerin im Universum. Im Auftrag der Universumsregierung bewahre ich den Frieden. Und das ist eine Riesenaufgabe. Denn das Universum ist atemberaubend, ohrenbetäubend, hirnbenebelnd gigantisch groß.“
„Wenn ich meine Augen schließe, bin ich sofort wieder dort und sehe die lachenden Gesichter; die Leute jubeln und rufen meinen Namen, Lachtränen laufen über ihre Wangen. Ich kann die Samtvorhänge spüren, höre das Rascheln der Naschtüten und den Applaus. Der Applaus war das Beste.“ (S. 7)
„Dantessa galt als Insel der Spiele, aber keines war so berühmt wie Noctis. Nur mithilfe dieses Spiels hatte unsere Stadt die große Pest vor drei Jahrhunderten überstanden: Eiterbläschen hatten zu Fieber und Schmerzen geführt du schließlich zu einem Schlaf, aus dem die wenigsten erwacht waren. Die Prinzessin von Dantessa hatte die dunkle Fee des Todes höchstpersönlich zu einem Spiel herausgefordert und ihr eigenes Leben als Preis eingesetzt.“ (S. 11)
„Kopfschüttelnd betrachtete White seine beiden Gefährten. Was für Einfaltspinsel, dachte er, sie haben nicht den leisesten Schimmer, warum wir uns diese alberne Aufführung angeschaut haben. Er lächelte. Schon bald würde alles ans Licht kommen. Nicht mehr lange bis SIE mit ihrem linkischen Freund im Schlepptau hier auftauchte. Dann wäre endlich Zeit für die letzten Stufen seines Plans, und diese beiden Dummköpfe hätten ihren Zweck erfüllt.“ (S. 2)
„Basti blickte über die steilen, dicht bewaldeten Hänge auf das nächtliche Hallstatt hinunter. Unheimlich friedlich schmiegte sich der kleine Ort ein gutes Stück unter ihnen zwischen den Abhang und den See. Der markante Kirchturm ragte ihnen entgegen, und überall funkelten Lichter aus Fenstern heraus, während sich ringsherum die Dunkelheit erstreckte wie schwarzer Samt unter einer goldschimmernden Brosche. Am gegenüberliegenden Seeufer, knapp über einem Gipfel, stand der Vollmond am Himmel. Gespenstisch warf er einen Streifen silbrigen Lichts über die leicht gekräuselte Wasseroberfläche.“ (S. 10)
„Mit Grandios wollte ich die Vielfalt der Pflanzenwelt würdigen, indem ich die Extreme vorstelle: sehr seltene Pflanzen, den trockensten Kaktus, die nasseste Alge, den höchsten Baum und den mit den am tiefsten hinabreichenden Wurzeln … Alle in diesem Buch vorgestellten Arten sind Rekordhalter in einer der Disziplinen Größe, Höhe, Widerstandsfähigkeit oder Merkwürdigkeit.“ (S. 5)
„Ein modernes Haus ist voller Technik – von Systemen, die sauberes Wasser liefern und die Lufttemperatur regeln, bis hin zu Apps, die das Licht einschalten, wenn niemand zu Hause ist, und Alarme, die es uns melden, wenn in der Küche etwas anbrennt.“ (S. 26)
„Die Steinchen unter seinen Wanderstiefeln knirschten bei jedem Schritt. Und mit jedem Schritt wurde seine Wut und der Schmerz in ihm ein bisschen größer. Nein, er gehörte nicht zu ihnen, das wusste er schon lange. Mama, Papa und Benni, die kamen prima miteinander aus. Nur er war immer der Störefried. Zu laut war er, zu wild, zu ungeschickt, genauso wie in der Schule.“ (S. 11)
„Viele Reisen beginnen an einem Bahnhof. Auch am Anfang unserer Sprachreise steht ein Bahnhof, nämlich das Wort Bahnhof. »Ich verstehen nur Bahnhof« - das sagst du vielleicht, wenn du nicht verstehst, was andere zu dir sagen. »Wie meinst du das?«, fragst du dann, und vielleicht ist alles schnell geklärt. Es ist also nicht so schlimm, wenn du manchmal Bahnhof verstehst. Nicht schlimm und auch nicht verwunderlich.“ (S. 15)