Helmut Wittmann (Hg.), Das große österreichische Sagenbuch
„Wer Österreich so richtig kennenlernen will, tut gut daran, seine Sagen zu lesen. Besser als jede psychologische Untersuchung veranschaulichen Sagen die Mentalität eines Landes und seiner Bewohnerinnen und Bewohner. Anschaulich zeigen sie, welche Gedanken sich die Menschen zu historischen Ereignissen und landschaftlichen Gegebenheiten gemacht haben – und wohl immer noch machen.“ (S. 9)
Das österreichische Sagenbuch versammelt die schönsten Geschichten aus den Sagensammlungen der einzelnen Bundesländer. Erzählt werden sie von den bekannten Kinder- und Jugendbuchautorinnen und –autoren Brigitte Weninger, Wilhelm Kuehs, Bernhard Lins, Robert Preis, Folke Tegetthoff und Helmut Wittmann.
„Wenn man Paul so zuhört, könnte man glauben, dass er der Beste in allem ist. Natürlich glaubt das keiner, aber das ist Paul egal. Er ist eigentlich in nichts besonders gut – weder beim Fußball noch in Mathe, Zeichnen oder Singen. Es gibt nur eine Sache, in der er der Beste ist – und das wissen auch alle. Angeben. Paul ist der beste Angeber der Schule.“ (S. 5f)
„Die Geschichten aus dem alten Ägypten gehören zu den ältesten erhaltenen Mythen. Die zahlreichen Fassungen dieser Legenden offenbaren eine Welt von kriegerischen Gottheiten und wundersamer Magie, in der stets das Gute über das Böse siegt. Dieses Buch enthält einige dieser Erzählungen, von denen es noch viel mehr zu entdecken gibt.“ (S. 5)
„Wir machen eine Weltreise. Keine normale Reise, sondern eine wilde, verwegene Tour, wie sie noch niemand vorher unternommen hat. Wir verschwinden aus der Wirklichkeit und erreichen magische Orte und verwunschene Plätze. Wir folgen Märchen, Legenden und Gerüchten, schauen aber auch immer wieder auf Tatsachen und wirkliche Ereignisse.“
„»Herbert Lemon.« Die Stimme aus der Kapuze lässt mich zusammenzucken. Von dem unnatürlichen Tonfall kriege ich Gänsehaut. »Ganz richtig, Sir«, antworte ich. »Ich bin Herbie Lemon, Sachenfinder des Grand Nautilus Hotels, zu ihren Diensten. Haben Sie etwas verloren?« Plötzlich ist ein KER-KER-BUMM! zu hören, als draußen ein Donnerschlag durch die Stad fegt.“ (S. 8)
„Unsere nähere Umgebung ist das Sonnensystem. Die Sonne im Zentrum ist ein mittelgroßer Stern. Die überflutet die Erde mit Licht. Um sie herum kreisen die Erde und sieben weitere Planeten mit ihren Monden sowie Millionen Asteroiden und Kometen, weil sie von ihrer Schwerkraft angezogen werden.“ (S. 7)
„Er warf einen Blick auf das Paket, dann richtete er die Augen auf sie. »Ich muss da raus. Ich muss nachsehen, ob sie es sind. Kann ich dir vertrauen?« Sie zuckte mit den Schultern. »Ja, schon, aber ich …« »Bist du ein ehrliches Mädchen? Du siehst zumindest so aus.« Mit einer plötzlichen, entschlossenen Bewegung streckte er ihr das Paket hin. »Sei so gut und pass kurz
„Was ist Geld? Wofür braucht man es? Münzen sind Geld. Banknoten ebenso. Eine Zahl auf dem Bildschirm kann auch Geld sein. Oder eine Vorstellung im Kopf! Ohne Geld geht fast nichts. Wir benutzen Geld praktisch jeden Tag. Beinahe alles wird dadurch gesteuert: sei es Brotbacken, Schulunterricht, Kriegsführung, Fußballspiele oder der Bau von Weltraumraketen.“ (S. 6)
„»Drei Flüche für jeden. Sag sie, wir wollen sie endlich hören!« »Unsere Namen aus deinem göttlichen Mund!« »Sag die Flüche, Himmlische!« Als die Göttin nun sprach, klangen ihre Worte wie ein dunkles, geheimnisvolles Lied. »Einer muss zum Tier aus Stein werden, der andere zum Tier aus Gold. Der Dritte aber wird sehend blind sein.«“ (S. 30)
„Am Abend stand Tahnee Fitch am Fenster der vom Ofenfeuer nur dürftig erwärmten Blockhütte und knetete ungeduldig die Hände. Tahnee war elf Jahre alt und wartete auf ihren Vater. Allmählich machte sie sich Sorgen. Schon vor Sonnenaufgang war er in die Wälder aufgebrochen und eigentlich wollte er spätestens am frühen Nachmittag zurück sein. Nun dämmerte es bereits und noch fehlte jede Spur von ihm.“ (S. 7)