Katharina Faber, Mit einem Messer zähle ich die Zeit
Der Buchtitel sagt es ja schon messerscharf, worum es geht. Die Zeit lässt sich nicht zähmen, gebärdet sich wie wild, sticht wie ein Messer gleichmäßig auf Beteiligte und Unbeteiligte ein und lässt sich nur vom Rand der Anteilnahme aus in Verwundungen und Einstichen messen.
Die sechsundzwanzig Geschichten handeln von der Liebe, von rasenden Herzensbewegungen, verwundeten Wesen, welche wie Tiere im Zeitkäfig herumirren, zeitlos ortsungebunden. Katharina Faber sticht mit hastigen Abwehrbewegungen in das Thema, kaum noch, dass die Geschichte erkennbar ist, meistens sind es lyrische Attacken, welchen die Figuren ausgesetzt sind.

Was wir im Tirolerischen Dialekt als sachte Anmache empfinden, etwa "Ruck zouba!", ist in diesem Buch chinesisch und heißt "Gehen wir!"



Das Thema ist diese leichtfüßige Zeit, wie sie sich vor allem in französischen Romanen darstellen lässt.
Die größte Aufregung eines Beamten ist sicher der Antritt der Pension. Der Roman "Falscher Hase" setzt denn auch mit einem Supersatz ein, der durchaus das Zeug zur Weltliteratur hat: "Kommissar Paffrath hat es ausgestanden. (5)